Einen Geburtstags-Ausflug stellt man sich mitunter lustiger vor: Doch beim 1:2 des VfL Wolfsburg im fernen China traf ausgerechnet Felix Magaths Ex-Spieler Mario Mandzukic an dessen Ehrentag. Immerhin empfahl sich Diego in zehn Minuten für eine Weiterbeschäftigung.
Sein 59. Wiegenfest musste VfL Wolfsburgs Coach Felix Magath in der Fremde begehen und das auch noch ausgerechnet gegen seinen Ex-Club FC Bayern München. Der war nicht zu Geschenken bereit und siegte in einem in der ersten Hälfte sehr ansehnlichen Spiel mit 2:1 (2:0).
Dabei schenkte zunächst Mario Mandzukic seinem ehemaligen Team und Trainer ein Tor ein (28. Minuten/11m), Arjen Robben erhöhte, während die Wolfsburger erst in der letzten Minute durch Neuzugang Vaclav Pilar zum Anschluss kamen (90.).
Bis auf die in China fehlenden Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und David Alaba bot Bayern-Coach Jupp Heynckes zu Beginn eine ansehnliche Truppe auf, die erstmals in dieser Vorbereitung Manuel Neuer im Tor sah. Zudem kam Mario Mandzukic von Beginn an gegen seinen Ex-Club zum Zug. Auf der Gegenseite lud Magath mit Ivica Olic ebenfalls einen ehemaligen Akteur des Gegners zur Party.
Keine Geschenke für Ex-Coach Magath
Auf einem vom Regen etwas durchnässten Rasen bot sich den chinesischen Fans trotz des rutschigem Geläufs ein munteres Spielchen. Zunächst waren es die Wolfsburger, die sich um ein Geschenk für ihren Trainer bemühten, doch nach und nach wollte auch die Bayern, von denen allerdings lediglich Daniel van Buyten in München unter Magath auflief, während Neuer und Mandzukic in jeweils anderen Teams unter ihm trainierten, ihrem Ex-Coach einen einschenken.
So übernahmen die Roten zunehmend das Ruder, ließen den Wolfsburgern kaum noch Luft zum atmen, und schnürten den Gegner in der eigenen Hälfte ein. Der Lohn der Mühe war letztlich das 1:0 - ausgerechnet durch Mandzukic. Der profitierte von einem Foul des Wölfe-Brasilianers Fagner, der Thomas Müller im eigenen Strafraum zu Fall brachte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mandzukic souverän (28. Minute).
Elf Minuten später, als eigentlich die Wolfsburger wieder am Zug waren, setzten die Bayern noch einen drauf. Dabei spielte das dynamische Duo vergangener Tage Namens Robery die Hauptrolle. Ribery kam schon in der eigenen Hälfte in Ballbesitz, sah den startenden Arjen Robben, den er mustergültig anspielte und somit die Wolfsburger Defensive aushebelte. Robben vollendete diese Szene mit einem Lupfer über Marwin Hitz zum 2:0 (39.).
Neue Gesichter - Bruch im Spiel
Die muntere Partie sollte nach der Halbzeit ein anderes Gesicht bekommen, besser gesagt fünf neue Gesichter auf Bayern- und drei auf Wolfsburger Seite. Mit Claudio Pizarro kam zumindest ein weiterer Ex-Schützling Magaths, der seinem alten Coach auf seine Weise gratulieren wollte.
Zunächst war es jedoch Olic, der sich bei seinem neuen Trainer beliebt machen wollte. Über den Ex-Münchener liefe die Offensivaktionen der Wolfsburger zu Beginn der zweiten Hälfte. Zunächst noch ohne Erfolg. Bei den Bayern war durch Pause und Wechsel der Faden gerissen, nach Stundenfrist setzte Heynckes auch auf Nachwuchskräfte wie Emre Can und Mitchell Weiser.
Empfehlungsschreiben von Diego
Das Spiel machten eher die Wolfsburger, bei denen sich die vielen Neuzugänge jedoch erst einmal zurechtfinden mussten. Schließlich führten die Angriffsbemühungen in buchstäblich letzter Minute noch zum Anschlusstreffer der Wölfe - wenig überraschend durch einen Neuzugang. Der in der 80 Minuten eingewechselte Diego, der das Spiel noch einmal belebte, fand Askan Dejagah, der legte quer auf den mutterseelenallein stehenden Vaclav Pilar am zweiten Pfosten (90.).
Nach dem fast direkt anschließenden Schlusspfiff des chinesischen FIFA-Schiedsrichters Zhao Liang durften die anwesenden Zuschauer neben Geburtstagskind Magath auch sich selbst beglückwünschen. Schließlich gab es in der ersten Halbzeit ein Testspiel auf sehr gutem Niveau zu sehen, nach der Pause konnten die Anwesenden immerhin behaupten, eine Menge neue Gesichter in den Trikots der beiden Teams gesehen zu haben.
