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Löw sieht Kroos auch als Zwischenspieler, der den offensiven Part auf der Doppelsechs ausfüllen kann oder in einem 4-1-4-1 neben Özil aufläuft. Doch auch da ist die Konkurrenz riesig, Sami Khedira ist mittlerweile sogar zum Führungsspieler aufgestiegen, im offensiven 4-1-4-1 wiederum hat Mario Götze bessere Chancen neben Özil zu spielen.
Kroos muss also weiter auf Verletzungen hoffen oder eben doch Özil verdrängen. Der Münchner bringt andere Qualitäten mit, die gerade in Spielen gegen große Gegner von Vorteil sein können. Kroos ist zweikampfstark, arbeitet gut nach hinten und ist in der Defensivarbeit konsequenter als Özil, im Spiel nach vorne spielt Kroos starke Pässe in die Tiefe und sucht immer erfolgreicher den Abschluss aus der zweiten Reihe.
Özil wiederum ist ein überragender Kombinationsspieler, der mit schnellen Bewegungen und Drehungen komplette Abwehrreihen aus den Angeln heben kann. Der Real-Star lässt den Ball gerne prallen, macht das Spiel so extrem schnell, zudem hat er gegenüber Kroos Vorteile im Dribbling. Im Torabschluss ist Özil mit 13 Länderspiel-Toren ebenfalls erfolgreicher als Kroos, er geht aber auch häufiger in die Spitze und schießt zudem die Elfmeter in der DFB-Elf.
sportal.de-Prognose: Kroos wehrt sich verbal in einem Rennen, das er, Stand heute, nicht gewinnen kann. Özil muss sich in der Defensivarbeit gegen die großen Mannschaften zwar verbessern, in der WM-Qualifikation kommt das aber nicht zum Tragen. Kroos bleibt der Herausforderer.
Marco Reus vs. Lukas Podolski: Die Hierarchie ist bereits verschoben
Seit der Bundestrainer das 4-2-3-1 zu seinem bevorzugten System gemacht hat, galt Lukas Podolski für Löw auf der linken Seite als unantastbar, mit 44 Länderspiel-Toren hatte Podolski so viele Argumente gesammelt, die auch eine holprige Vereinskarriere nie infrage stellen konnte. In der öffentlichen Meinung wurde Podolski häufig kritisiert, Löw ließ dagegen keine Zweifel zu.
Seit der EM ist das anders. Podolski schoss gegen Dänemark zwar ein Tor, doch die Anforderungen des modernen Fußballs ließen den Ex-Kölner immer mehr zu einem Auslaufmodell werden. Ein starker Abschluss mit seinem linken Fuß allein reicht nicht mehr, Podolski wirkte zeitweise wie ein Fremdkörper.
Was sich bei der Euro andeutete, ist dank der bisher so starken Saison von Marco Reus in Stein gemeißelt. Reus, ebenfalls stark im Torabschluss, ist spielstärker, disziplinierter und findet, anders als Podolski, eine gelungene Mischung aus Offensive und Defensive. Das deutsche Spiel verlagert sich derzeit ein wenig auf die linke Seite, Reus erzielt zudem die wichtigen Tore - gegen Österreich und Irland traf er jeweils zum 1:0.
sportal.de-Prognose: Für Podolski ist es bitter, aber gerade jetzt, wo seine Vereinskarriere beim FC Arsenal neuen Schwung aufnimmt, wird er in der Nationalmannschaft zum Joker - und bleibt es vorerst auch. Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff bringt es auf den Punkt: "Ich will nicht sagen, dass Marco unverzichtbar ist. Aber aktuell hat er seinen Konkurrenten ein bisschen was voraus. Tempo, Selbstvertrauen - das zeichnet ihn aus."





