Werder Bremen hat den Liga total Cup im Finale gegen Borussia Dortmund gewonnen. Nachdem die Partie nach regulärer Spielzeit 3:3 ausgegangen war, behielten die Norddeutschen im Elfmeterschießen mit 5:4 die Oberhand. Platz 3 ging an den FC Bayern.
Im Finale wechselten beide Teams fleißig durch. Jürgen Klopp warf außer Mats Hummels eine komplett neue Viererkette ins Rennen und setzte auf Oliver Kirch, Koray Günter und Marcel Halstenberg. Die zeigte sich aber gegen die neuformierte Werder-Elf als noch nicht zukunftstauglich.
Nach fünf Minuten stand es bereits 2:0 für Werder Bremen. Erst eroberte sich Niclas Füllkrug den Ball, umdribbelte einige BVB-Verteidiger und schoss eiskalt zum 1:0 ein, dann tat er sich zwei Minuten später als Vorbereiter hervor, setzte Mehmet Ekici in Szene und der türkische Spielmacher schoss das 2:0.
In der zwölften Minute erhöhte Marko Arnautovic vermeintlich auf 3:0, doch er stand bei der Flanke von Eljero Elia im Abseits. Werder spielte furios auf, in der 13. Minute wurde ein Schuss von Füllkrug in letzter Sekunde noch geblockt. In der Folgezeit kam der BVB endlich etwas besser in die Partie, aber die durchaus prominent besetzte Offensive mit Marco Reus und Robert Lewandowski konnte sich zunächst keine Chancen erspielen.
BVB dreht das Spiel in vier Minuten
Das sollte sich aber nach 22 Minuten ändern, erst verwandelte Reus einen Freistoß direkt, dann bediente Moritz Leitner Lewandowski, der nur noch einzuschieben brauchte (24.) und eine Minute später war es erneut der polnische Stürmer, der Werder-Keeper Raphael Wolf überwand und das Spiel endgültig drehte.
Zur Halbzeit brachte Klopp Neven Subotic für Hummels und Ivan Perisic für Reus, während Werder keine Wechsel vornahm. Der BVB zu Beginn nun das aktivere Team, doch Wolf hielt gegen Leitner (32.). Werder verlegte sich auf Konter, war aber durch Arnautovic und Elia zunächst nicht erfolgreich.
Kevin de Bruyne versuchte es mit einem Schuss aus spitzem Winkel, aber BVB-Keeper Mitch Langerak war zur Stelle (39.). Vier Minuten später kam Aaron Hunt völlig frei zum Kopfball, aber der Bremer zeigte, dass dies nicht seine ganz große Stärke ist und scheiterte an einem glänzend parierenden Langerak.
Weitere vier Minuten später standen sich die Beiden wieder gegenüber. Langerark foulte Hunt im Strafraum und der gefoulte verwandelte den fälligen Strafstoß zum 3:3-Ausgleich (50.). In der Schlussminute bot sich Leitner noch die Riesenchance auf den Siegtreffer, doch er trat am Ball vorbei und so musste das Elfmeterschießen den Liga total Cup entscheiden. Für den BVB verschossen Subotic und Kevin Großkreutz, für Werder nur Clemens Fritz und so durften sich die Hanseaten über den ersten kleinen Titel der Saison freuen.
FC Bayern sichert sich Platz 3 im Liga total Cup
Im Spiel um Platz drei würfelten die Trainer ihre Teams ordentlich durcheinander. Während HSV-Trainer Thorsten Fink zumindest auf die gleiche Abwehr vertraute wie im Auftaktspiel gegen Borussia Dortmund, baute Bayern-Coach Jupp Heynckes die Mannschaft auf acht Positionen um. Eine schlechte Nachricht erreichte die Bayern von Mario Gomez, der operiert werden muss, wie lange der Stürmer ausfällt, ist noch unklar.
Im Sturmzentrum vertrat ihn Mario Mandzukic. Die offensive Dreierkette dahinter bildeten Franck Ribéry, Xherdan Shaqiri und Mitchell Weiser. Auf der Doppel-Sechs spielten Bastian Schweinsteiger und Anatoliy Tymoshchuk und in der Viererkette bildeten Emre Can, Dante, Daniel van Buyten und Philipp Lahm. Im Tor ersetzte Tom Starke Manuel Neuer.
Die erste Großchance der Hamburger hatte der lettische Neuzugang Artem Rudnevs, der nach einer Flanke von Dennis Aogo wenige Meter vor dem Bayern-Tor völlig frei zum Kopfball kam, den Ball aber fünf Meter neben den Kasten setzte.
Schweinsteiger muss verletzt vom Feld
Nach 19 Minuten gab es die nächste schlechte Nachricht für den FC Bayern: Schweinsteiger musste verletzt das Feld verlassen, für ihn kam Toni Kroos in die Partie. Der FC Bayern kam nur schwer in die Partie, der HSV konnte die Münchner mit einigen überraschenden Anspielen in die Spitze durcheinander bringen, erst nach 20 Minuten kam etwas Ordnung in das Bayern-Spiel.
Shaqiri und Tymoshchuk versuchten es mit Fernschüssen, verfehlten das Tor von René Adler aber noch knapp. In der 25. Minute war der HSV-Keeper dann aber geschlagen. Ein abgefälschter Schuss von Ribéry landete am Pfosten, von dort sprang der Ball Weiser vor die Füße, der nur noch zur 1:0-Führung einschieben musste.
Der HSV kam besser aus der Kabine und hatte durch Torsten Jansens Schuss (35.) seine erste Chance im zweiten Durchgang, aber Bayern antwortete sofort mit einem Pfostenschuss durch Mandzukic (38.). Adler war hier noch mit den Fingerspitzen dran.
Der FC Bayern ließ nun den Ball und den HSV laufen und es schien, als sollte der Vizemeister den Sieg locker nach Hause spielen. Ribéry verfehlte erst mit einem Freistoß an die Latte (52.) und kurz darauf wurde sein Schuss in letzter Sekunde geblockt. Am letztlich hochverdienten Sieg des FC Bayern konnte der HSV in den verbleibenden Minuten nicht rütteln.
