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Seit dem Vick 2001 auf den Plan trat, warten die Jünger der NFL Jahr für Jahr auf einen weiteren Revolutionär, der die Position des Quarterbacks quasi im vorbeilaufen aufmischt. Allerdings waren es auch im vergangenen Jahrzehnt eher die Pocket Passer, die als die Elite der Spielmacher-Position gefeiert wurden. Peyton Manning hat die Beweglichkeit eines Dan Marino, Tom Brady lächelt heranstürmende Verteidiger gerne mal weg und Ben Roethlisberger ist schon aufgrund seiner Größe der Fels in der Brandung. "Built like a brick shithouse", las ich unter der Woche eine treffende Charakterisierung von Big Ben - ich lasse das mal unübersetzt, erkläre dies aber als Pflichteintrag im Lexikon neben dem Namen Roethlisberger.
Auch Roethlisberger und Brady können laufen, wenn es sein muss, einer der Top-Quarterbacks, der sich eher in die Kategorie Elway/Young/Montana einordnen lässt, ist aber Aaron Rodgers. Der wirft zwar auch viel lieber, ist aufgrund seiner Athletik durchaus in der Lage, einen Touchdown-Lauf wie am Wochenende hinzulegen, als er über 27 Yards zum 17:14 gegen die Detroit Lions lief. Niemand würde Rodgers deswegen als Scrambling Quarterback bezeichnen.
Cam Newton, RGIII - the next Generation der NFL
Dieses Label gehört einigen Top Rookies der letzten Jahre mit Cam Newton und Robert Griffin III an der Speerspitze. Besonders Newton, der sich wie RG3 jede Menge Lorbeeren im College erlaufen hatte, sorgte für offene Münder in seinem ersten NFL Jahr 2011, als er eben nicht jene "run first"-Mentalität an den Tag legte, sondern auch durch wohlüberlegte Würfe glänzte. So brachte er es in seiner Rookie-Saison auf über 4000 Yards durch die Luft, legte aber auch stattliche 706 Lauf-Yards auf den Rasen.
Robert Griffin III, kurz RG3 genannt, agiert auf dem Spielfeld ähnlich und versetzte ganz Washington in schiere Begeisterung, die die US-Hauptstadt seit NHL-Star Alex Ovechkin oder Baseballer Steven Strasburg nicht mehr gesehen hatte. Ovie war vorgestern, Strasburg gestern, heute ist RG3. Der legte wirklich beeindruckende Zahlen, führte die Redskins "heraus aus der Bedeutungslosigkeit", wie Dennis Meanoff vom Cleveland Plain Dealer es richtig ausdrückt und rechtfertigt so den Trade vor der NFL-Draft, als Washington für den zweiten Pick und letztendlich RG3 tief in die Tasche greifen musste.
Robert Griffin III - auf den Spuren von NFL-Legende Elway
Nicht zu Unrecht rutschte der ganzen Stadt beim 31:28 über die Baltimor Ravens das Herz kollektiv in die Hose, als Griffin verletzt ausgewechselt werden musste. Doch das Glück war den Redskins gleich zweifach hold. Ersatz und Mit-Rookie Kirk Cousins führte Washington in die Verlängerung und zum Sieg und sorgte für ein Novum in der NFL. Noch nie zuvor hatten zwei Rookie-Quarterbacks jeweils einen Touchdown für ein Team im selben Spiel geworfen.





