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Zumal ja bereits vorher fest stand, wer der erste Pick des Drafts sein würde. Und so warteten alle gespannt auf die diversen Tauschgeschäfte, bei denen viele Playoff-Teams normalerweise schwächeren Franchises ihre Altstars andrehen, um per höherem Draftpick vielleicht auf einen talentierten Youngster zu stoßen.
Doch es regte sich nichts, obwohl zum Beispiel Charlotte fieberhaft versuchte, seinen Pick an zweiter Stelle vor dem Draft zu einem soliden Veteranen werden zu lassen - niemand biss an. Schlussendlich wählten alle 10 Teams, die in der Lotterie die ersten zehn Plätze belegt hatten, auch an der ihnen zugewiesenen Stelle ihre Spieler Trades nach dem Draft natürlich nicht ausgeschlossen.
Ladies and Gentlemen, die ersten fünf Picks!
Da wäre an Position eins Anthony Davis von der Universität Kentucky, der von den New Orleans Hornets ausgewählt wurde. Davis galt schon lange mit großem Abstand als das stärkste Talent in der Klasse von 2012, und untermauerte dies mit einer guten Vorstellung auf dem Weg zum College-Titel mit seinen Wildcats. Der Center mit der durchgezogenen Augenbraue hat in nur einem Jahr an der Universität gezeigt, dass er alle Optionen hat, ein ganz Großer zu werden.
Zumal der als Center und Power Forward einsetzbare Davis genau auf den Positionen spielt, auf denen es aufgrund der erforderlichen Länge nur wenige Spieler gibt, die direkt vom College oder gar der Highschool weg in die Liga einsteigen und Leistung zeigen können - Shaquille O'Neal, Dwight Howard und Andrew Bynum sind die letzten drei All-Star Center, die per Draft in die Liga kamen und zu Superstars wurden.
Davis hat seine Stärken bisher ganz klar in der Defensive und wird viel Arbeit in sein Spiel stecken müssen, um auch offensiv zu einer gefährlichen Waffe werden zu können. Doch die Anlagen dazu, wie zum Beispiel ein schon gut ausgeprägter Hookshot, sind sicher vorhanden. Körperlich wird Davis allerdings ob der ihm drohenden Gegenspieler in der NBA einiges an Muskelmasse zulegen müssen, um weiterhin mit beeindruckenden Zahlen wie den 4,7 Blocks pro Spiel aus seiner College-Saison aufwarten zu können. Helfen dürften ihm dabei 2,31 Meter Armspannweite - der Topwert unter den Rookies der nächsten Saison.
Ob Davis nun tatsächlich der Heilsbringer in Louisiana oder eben doch nur ein talentierter, solider NBA-Spieler wird, vermag niemand zu sagen. Aber wenn jemand aus dem diesjährigen Jahrgang das Zeug dazu hat, bei einem Club das Zeitalter des Gewinnens einzuläuten, dann der sympathische 19-Jährige.
Jordan findet sein Ebenbild zumindest charakterlich
Ob das der erst 18-jährige Small Forward Michael Kidd-Gilchrist bei den Charlotte Bobcats ebenfalls kann, bleibt abzuwarten. Viel war vorher gemunkelt worden. Die Bobcats wollten angeblich lieber zwei ältere Veteranen im Tausch für den zweiten Pick, man würde auf jeden Fall Bradley Beal nehmen - doch am Ende wurde es Kidd-Gilchrist, ebenfalls mit der Universität von Kentucky Meister und ebenfalls nur ein Jahr am College.
Und dabei mag dann auch Teambesitzer Michael Jordan eine große Rolle gespielt haben. Kidd-Gilchrist hat sicher viele Schwächen, sein Wurf ist zu wackelig und unkonstant, er erarbeitet sich viel zu selten eigene Würfe, ist zu sehr auf Blocks seiner Mitspieler angewiesen und defensiv ist er häufig zu ungestüm. Doch da dass natürlich alles Schwächen auf hohem Niveau sind, die jede Co-Trainergruppe der NBA in der Lage sein sollte, zu beheben, schauen wir lieber auf seine größte Stärke seinen Kampfgeist und seine Fähigkeit, auch in unangenehmen Situationen der Leader sein zu wollen.





