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Datum: 26. Mai 2012, 17:36 Uhr
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Kiel nach Handball-Krimi gegen Berlin im Champions League-Finale

Filip Jicha, Handball, THW Kiel
Filip Jicha ragte beim THW Kiel heraus

Dank Filip Jicha, Thierry Omeyer und ein bisschen Glück hat der THW Kiel die Füchse Berlin in einem dramatischen Spiel im Halbfinale der Champions League mit 25:24 besiegt.

Die Meisterschaft und den DHB-Pokal haben die Kieler bereits gewonnen und auch in der Champions League steht der THW im Finale. In einem dramatischen Halbfinale besiegten die Zebras beim Final Four in Köln die Füchse Berlin mit 25:24. Filip Jicha (11/4) warf die meisten Tore für die national unbesiegten Kieler. Beim Champions-League-Neuling Füchse Berlin traf Alexander Petersson siebenmal.

Jicha, Omeyer und ein bisschen Glück 

Die 20.000 Zuschauer in der Lanxess-Arena wurden mit einem packenden Duell verwöhnt, in dem die Füchse eine tolle Aufholjagd fast noch mit einem Happy End gekrönt hätten. In den letzten Sekunden machte jedoch die große individuelle Klasse der Kieler in Person von Filip Jicha und Torwart Thierry Omeyer den Unterschied aus.

Zudem schenkten die Berliner in den letzten 20 Sekunden den möglichen Ausgleich leichtfertig her. Der letzte Angriff endete äußerst unglücklich, als Alexander Petersson einen als siebten Feldspieler auf das Feld stürmenden Berliner anwarf und der Ball neben das Tor abgefälscht wurde.

Füchse gegen Kiel zunächst überfordert 

"Wir sind aufgeregt, aber nicht nervös", sagte Berlins Trainer Dagur Sigurdsson vor der Partie. Doch zunächst schien sein Team sich in der elektrisierten Atmosphäre nicht zurecht zu finden. Die endspielerfahrenen Kieler ließen die Füchse mit ihrer aggressiven Abwehr und den starken Paraden von Torhüter Thierry Omeyer nicht zur Entfaltung kommen. Die Ballgewinne nutzte der ungeschlagene Bundesliga-Erste zu Tempogegenstößen. Zudem war der wurfgewaltige Rückraum um Ex-Welthandballer Filip Jicha nicht zu stoppen.

So überrannte der Meister die Berliner und setzte sich von 2:0 (3.) über 8:3 (13.) bis auf 11:5 (18.) ab. Dann aber fingen sich die Berliner. Mit Petr Stochl im Tor für den glücklosen Silvio Heinevetter startete der Bundesliga-Dritte seine Aufholjagd, verkürzte bis zur Pause auf 12:15.

Stochl bringt den THW zur Verzweiflung 

Dieser Trend setzte sich nach dem Wechsel fort, obwohl die Berliner zunächst an THW-Keeper Omeyer verzweifelten. Der Franzose parierte nacheinander freie Würfe gegen Iker Romer und Johannes Sellin zudem traf Evgeni Pevnov nur die Latte. Doch auch die Kieler blieben nicht ohne Fehler.

Die Zielstrebigkeit aus der ersten Hälfte war dahin und immer wieder schlichen sich leichte Fehler ins Aufbauspiel der Norddeutschen ein. Die Wurfeffizienz sank zudem gewaltig, da Füchse-Keeper Stochl phasenweise überragend hielt. Die ersten sechs Minuten der zweiten Halbzeit blieb der THW ohne Treffer und so verkürzte Berlin tatsächlich auf 14:15.

Berlin nutzt die Überzahl nicht

Der Favorit konterte zwar noch einmal und zog abermals auf 22:18 und 23:20 davon, doch die Füchse kämpften bravourös. In der Schlussphase drohte das Spiel sogar zu ihren Gunsten zu kippen, als Kiels Kim Andersson in der 58. Minute eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte. Petersson erzielte im Anschluss den 24:24-Ausgleich und nun schnupperte Berlin am Sieg.

Doch in dieser kritischen Phase übernahmen die Stars des THW das Kommando. Zunächst hämmerte Jicha aus neun Metern den Ball zu Führung in die Maschen und im Gegenzug hielt Omeyer die Führung gegen den freistehenden Ivan Nincevic fest. 

Atletico bezwingt Kopenhagen

Im Endspiel trifft der THW auf Atletico Madrid. Die Spanier gewannen ihr Halbfinale gegen AG Kopenhagen mit 25:23 (12:15). Kiril Lazarov traf elfmal für Madrid. Bei den Dänen warf Niclas Ekberg fünf Tore.

Mit sehenswerten Kombinationen erspielte sich Kopenhagen eine 9:5-Führung (19.). Das Starensemble um Welthandballer Mikkel Hansen ließ sich anschließend auch nicht aus der Ruhe bringen, als der Vorsprung gegen den dreimaligen Champions-League-Sieger Madrid immer mal wieder auf zwei Tore zusammenschmolz.

Erst in der zweiten Halbzeit war der Vorteil aufgebraucht, als WM-Rekordtorschütze Lazarov mit drei Siebenmeter-Treffern hintereinander zum 19:19 (43.) ausglich. Diesen Aufwind nutzten die Spanier, um sich auf 24:21 (53.) abzusetzen und den Sieg einzufahren.