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Datum: 21. Juni 2012, 15:48 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa
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Keine Konsequenzen, kein Geheimfavorit mehr

(Seite 2 von 2)

Droht der Équipe Tricolore in ihrem Trainingslager von Kirscha nun ein ähnliches Chaos wie vor zwei Jahren? Bei der WM in Südafrika hatte zunächst Nicolas Anelka den damaligen Coach Raymond Domenech beleidigt, die Spieler bestreikten das Training in Knysna - Frankreich schied sang- und klanglos aus. "Die Blauen in Gefahr", schrieb L'Est Républicain, "Kirscha nach Knysna?", fragte das Internetportal von Eurosport.

Keine Konsequenzen, kein Geheimfavorit mehr

Zumindest setzt das französische Team nicht wieder auf eine Schweigetaktik, sondern versuchte die Geschehnisse zwei Tage vor dem Showdown gegen Spanien öffentlich herunterzuspielen. Die Situation sei "nicht vergleichbar" mit der WM 2010, meinte Blancs Assistent Alain Boghossian. "Es gab einen Austausch. Das ist normal in der Kabine. Das Gegenteil wäre nicht normal gewesen." Blanc und Ben Arfa hätten sich ausgesprochen und die Hände gereicht. "Es ist wie mit einem Ehepaar - wenn du immer alles unter den Teppich kehrst, fliegt das Ganze irgendwann auseinander", meinte Boghossian, wie Blanc Weltmeister von 1998.

Auch der Coach selbst wollte den positiven Aspekt erkennen, dass sich seine Akteure mit ihrer jüngsten Leistung nicht zufrieden gegeben hätten. "Die Spieler haben gespürt, dass nicht jeder alles gegeben hat", sagte Blanc und berichtete, dass es in der Kabine "heiß her" gegangen sei. Verbandspräsident Noël Le Graët wertete die Reibereien sogar als "sehr gutes Zeichen". "Ein Wort kann zum anderen führen und das kann dann zehn Minuten dauern", meinte er im Interview der Internetseite RMC Sport über die "Worte ohne Konsequenzen".

Der Rückfall in die längst überwunden geglaubte "Laissez-faire"- Einstellung auf dem Feld lässt vor dem ersten K.o.-Spiel Frankreichs seit der WM 2006 dennoch die Zweifel an einer möglichen Sensation gegen den Offensivwirbel der Spanier wachsen, obwohl man vor dem Turnier als Geheimfavorit gehandelt wurde. "Die Balance ist zerbrechlich", warnte Malouda und forderte eine andere Einstellung seiner Mannschaft: "Du kannst nicht in Sandalen nach Punta Cana (Stadt in der Dominikanischen Republik) laufen."

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