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Von: Daniel Raecke
Datum: 16. Juni 2012, 21:46 Uhr
Format: Artikel
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Karagounis, Held von Warschau

(Seite 2 von 2)

Petr Jiracek auf der rechten und Vaclav Pilar auf der linken Seite, die beiden Wolfsburger, hielten lange den Ball und entlasteten so ihre Defensive nachhaltig. Eine Großchance sprang jedoch für die Tschechen nicht heraus, was ihnen aber auch egal sein konnte, da es im Parallelspiel in Warschau noch 0:0 stand, als man in Breslau in die Kabinen ging.

Karagounis, Held von Warschau

Dann jedoch erzielte Giorgos Karagounis in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 1:0 für Griechenland - zu diesem Zeitpunkt komplett gegen den Spielverlauf gegen die haushoch überlegenen Russen, die den Ball schön laufen ließen und durch Andrei Arshavin, Yuri Zhirkov und Aleksandr Kerzhakov zu guten Chancen gekommen waren.

Wären beide Spiele 0:0 ausgegangen, so wären Russland als Erster und die Tschechische Republik als Zweiter ins Viertelfinale eingezogen. Durch die griechische Führung standen auf einmal Russland als Erster und Griechenland als Zweiter in der KO-Runde. Aber ein einziges Tor in Breslau, egal für wen, hätte Russland aus dem Turnier geworfen.

Doch bevor dieses im Parallelspiel tatsächlich fiel, spitzten sich die Ereignisse in Warschau weiter zu, als Karagounis nach einem Foul von Sergei Ignashevich im Strafraum von Schiedsrichter Jonas Eriksson Gelb wegen Schwalbe gezeigt bekam und deshalb fürs Viertelfinale (möglicherweise gegen Deutschland) gesperrt fehlen wird. Erst die zweite krasse Fehlentscheidung des Turniers, und die zweite gegen Griechenland nach der grotesken Ampelkarte gegen Sokratis im Eröffnungsspiel.

Noch aber blieb Russland weiter im Turnier - bis Petr Jiracek im Parallelspiel nach einem Ballverlust der Polen in der Vorwärtsbewegung mit einem tollen Solo das 1:0 für die Tschechen markierte. Damit brauchte Gastgeber Polen schon zwei Tore, um noch weiterzukommen. Das sollte nicht mehr gelingen, und Polen bleibt weiter ohne Sieg in der EM-Geschichte.

Russland spielte derweil mit fünf Stürmern auf ein Tor, kam aber trotz mehr als 30 Schüssen nicht zum Ausgleich. Griechenland erreichte so in sensationeller Weise das Viertelfinale und erinnert schon jetzt an seinen Siegeszug von 2004. Schon damals war Karagounis dabei, der nun - wenn die UEFA nicht Gnade und Recht gleichzeitig gelten lässt - die Früchte seiner Arbeit nicht ernten darf.

Daniel Raecke

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