Kritiker und Ex-Nationalspieler sind sich einig, Joachim Löw hat seine Wechselspiele übertrieben und taktisch daneben gegriffen. Während die Ursachenforschung auf Hochtouren läuft, will sich Löw Ruhe gönnen, um die Halbfinalpleite zu verarbeiten.
Ob sich Joachim Löw an diesem Sonntag noch einmal selbst quält und das EM-Endspiel vorm Fernseher oder irgendwo in einem Biergarten anschaut, hat der DFB nicht kommuniziert. Auf jeden Fall wird beim Bundestrainer, seinen inzwischen urlaubenden Spielern und der ganzen Fußball-Nation der Frust nochmals richtig hochkommen, wenn Deutschland-Bezwinger Italien beim großen Finale in Kiew den Titelverteidiger Spanien herausfordern darf.
Löw braucht Abstand und Ruhe
"Man braucht einige Tage Abstand, um die Dinge einzuordnen", hatte ein sichtbar gezeichneter Löw bei seinem Abschied von der Mannschaft erklärt: "Zur Ruhe kommen ist ganz gut." Am 15. August geht es mit dem Testspiel gegen Argentinien weiter. Am Samstag beschränkte sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf seiner Internetseite darauf, einen Endspiel-Tipp von Ex-Europameister Uli Stielike zu verbreiten, der sich 1998 auch für einen Tag als Bundestrainer gefühlt hatte.
Der aktuelle Chefcoach spürte schon in den ersten Stunden nach der bitteren und zum Teil hausgemachten 1:2-Pleite im Halbfinale gegen Angstgegner Italien, wie schnell die Stimmung umgeschlagen war. Nach drei Vorrunden-Siegen in der Ukraine und dem Viertelfinal-Erfolg in Polen noch als Magier und Trainer-Liebling verehrt, konzentrierten sich fast alle Reaktionen nach dem Absturz auf den Bundestrainer und dessen misslungene Personal- und Taktikrochade gegen die Azzurri.
Klinsmann verteidigt Löw





