Bundesliga
2. Bundesliga
3. Liga
DFB-Pokal
Champions League
Europa League
International
Frauen Bundesliga
Live-Ticker
Ergebnisse
WM-Stand 2026
Termine 2026
Historie
Live-Ticker
Ergebnisse
Weltrangliste
Live-Ticker
Ergebnisse
Bundesliga
BBL-Pokal
Euroleague
NBA
WM
EM
Live-Ticker
Ergebnisse
MLB
NFL
NHL
NBA
Ergebnisse
DEL
NHL
WM
Live-Ticker
Ergebnisse
Bundesliga
Champions League
DHB-Pokal
Live-Ticker
Ergebnisse
WM 2025
EM 2026
Nordische Kombination
Ski Langlauf
Skispringen
Biathlon
Ski Alpin
Ergebnisse
Liveticker
Kalender
Ergebnisse
StatistikSpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
StatistikSpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
SpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
ErgebnisseLive-Ticker
SpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
SpielplanTabelleErgebnisseLive-Ticker
Von: Malte Asmus
Datum: 07. Mai 2013, 22:32 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
Sport Live-Ticker
Heute finden keine weiteren Live-Ticker-Events statt.
kommende Live-Ticker:
11
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe A
21:00
12
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe A
04:00
Formel 1: GP von Barcelona-Katalonien
13:30
17:00
Fußball: WM 2026 Gruppe B
21:00
13
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe D
03:00
Formel 1: GP von Barcelona-Katalonien
12:30
16:00
Fußball: WM 2026 Gruppe B
21:00
14
Jun
Fußball: WM 2026 Gruppe C
00:00
Fußball: WM 2026 Gruppe D
06:00
Formel 1: GP von Barcelona-Katalonien
15:00
Fußball: WM 2026 Gruppe E
19:00
Fußball: WM 2026 Gruppe F
22:00
 
Sport Ergebnisse
Fussball Ergebnisse
Premier League, 38. Spieltag
  • Brighton
  • 0:3
  • Man United
  • Burnley
  • 1:1
  • Wolves
  • Cr. Palace
  • 1:2
  • Arsenal
  • Fulham
  • 2:0
  • Newcastle
  • Liverpool
  • 1:1
  • Brentford
  • Man City
  • 1:2
  • A. Villa
  • Nottingham
  • 1:1
  • Bournemth
  • Sunderland
  • 2:1
  • Chelsea
  • Tottenham
  • 1:0
  • Everton
  • West Ham
  • 3:0
  • Leeds
alle Sport-Ergebnisse im Überblick
 
 

Inter Mailand: Die Gründe für den Absturz in der Serie A

Inter Mailand
Inter Mailand beschwert sich beim Schiedsrichter über Benachteiligungen

Vom Champions League-Thron in die Serie A-Mittelklasse in nur drei Jahren: Inter jammert über die Schiedsrichter, die Hauptprobleme sind aber hausgemacht. sportal.de über die schlechte medizinische Betreuung, viele Verletzte, Taktik- und Transfer-Fehler.

"Unsere Saison ist verflucht", stöhnte Andrea Stramaccioni resümierend und resignierend zugleich. Als ob der jähe Absturz von Inter Mailand in der Tabelle der Serie A nach neun Siegen aus den ersten elf Saisonspielen, das frühe Ende aller Champions League-Ambitionen, das Aus in Coppa und Europa League nicht schon Unglück genug gewesen wären. Zu allem Überfluss riss sich ausgerechnet Kapitän und Leitwolf Javier Zanetti, erneut einer der konstantestes Spieler in dieser Saison, die Achillessehne.

Auch Stramaccioni war klar, diese Verletzung kann für einen 40-jährigen Profifußballer in etwa so zukunftsbedrohend sein, wie ein Oberschenkelhalsbruch bei einem 90-jährigen Normalsterblichen. Aber auch die Zukunft von Inter Mailand scheint derzeit alles andere als rosig. Nur ein Sieg gegen Lazio Rom (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei sportal.de) mit dem am Wochenende gegen Bologna wie entfesselt aufspielenden Miroslav Klose könnte die vage Hoffnung auf die Europa League-Teilnahme im nächsten Jahr noch am Leben halten.

Doch Inters Rückrundenstatistik liest sich katastrophal. Die Nerazzurri holten gerade einmal 18 Punkte aus 16 Serie A-Spielen, gewann von den letzten neun gerade einmal drei, verlor jedoch sechs. Zuletzt am Wochenende gegen Napoli. Kaum noch etwas erinnert an die Mannschaft, die noch im November mit 3:1 den Unbesiegbarkeitsnimbus von Juventus Turin brechen konnte. Die Probleme türmen sich haushoch und lassen die Verantwortlichen einigermaßen ratlos zurück.

Pfeifen die Schiedsrichter bewusst gegen Inter Mailand?

Was läge in einer solchen Situation näher, als die Schuld für die verkorkste Saison zunächst mal in höheren Mächten oder widrigen Umständen zu suchen. Einem Fluch, der das schon fast unheimliche Verletzungspech verursachte, das Inter seit Monaten wie eine Seuche heimsucht. Aktuell stehen Javier Zanetti, Matias Silvestre, Walter Gargano, Yuto Nagatomo, Walter Samuel, Dejan Stankovic, Gaby Mudingayi, Joel Obi, Luca Castellazzi, Ibrahima Mbaye, Rodrigo Palacio, Antonio Cassano und Diego Milito auf der Verletztenliste. Vor allem der Ausfall der kompletten Sturmreihe war verheerend für Inters Saisonziele.

Die Inter-Verantwortlichen wettern aber auch über angebliche Benachteiligungen durch die Schiedsrichter. "Ich glaube nicht mehr an die Unparteilichkeit der Schiedsrichter", hatte Präsident Massimo Moratti vor einigen Wochen kritisiert und eine bewusste Benachteiligung seiner Mannschaft gewittert. 20.000 Euro Strafe wurden Moratti und weitere 20.000 Euro dem Club für die Äußerung aufgebrummt.

"Typisch Italiener" werden jetzt wieder alle diejenigen sagen, die das WM-Aus 2006 der deutschen Nationalmannschaft noch immer nicht verdaut haben. Doch Jammern ist weder eine typisch italienische Tugend, noch sind die Vorwürfe von Moratti völlig von der Hand zu weisen. Bis zum Napoli-Spiel waren in 23 Serie A-Partien keine Elfmeter für Inter gepfiffen wurden. "Statistisch gesehen ist es eigentlich unmöglich, dass in dieser Zeit keiner unserer Spieler im Strafraum gefoult worden ist", grummelte Moratti laut football-italia.net.

Inters Gegner erhielten dagegen zahlreiche und durchaus auch unberechtigte oder zumindest strittige Strafstöße. Beim 0:2 in Cagliari hatte solch einer nach Schwalbe von Mauricio Pinilla die Sarden in Führung gebracht, bei der 3:4-Heimniederlage gegen Atalanta leitete ein Elfmetergeschenk des Unparteiischen nach einem angeblichen Handspiel von Walter Samuel die Aufholjagd Bergamos ein. Inter dagegen wurde ein klarer Strafstoß nach Foul an Andrea Ranocchia verwehrt. Zumindest geholfen wurde Inter von den Schiedsrichtern in dieser Saison also nicht unbedingt.

Doch die Referees als alleinigen Grund für den Absturz Inter Mailands vom Quadruple-Sieger 2010 in die Mittelklasse der Serie A heranzuziehen, würde den Ernst der Lage verkennen. Denn die Hauptprobleme existieren nicht erst seit dieser Saison und sind bei den Nerazzurri tatsächlich sogar hausgemacht. Das trifft möglicherweise sogar auf die Verletzungsmisere zu.

Verletzungen bringen Inters medizinische Abteilung in Erklärungsnot

Natürlich könnte man diese zahlreichen Ausfälle mit der höheren Belastung und der kürzeren Sommerpause wegen der Teilnahme an der Europa League-Qualifikation erklären oder als großes Pech abtun. So wie im Fall Nagatomo, der sechs Wochen wegen einer Knieverletzung auf Eis lag, sich bei seinem Comeback acht Minuten nach der Einwechslung einen Rückfall erlitt und für den Rest der Saison ausfällt.

Es ist allerdings schon sehr auffällig, dass sich bei Inter seit Jahren gerade Verletzungen im muskulären Bereich extrem häufen. Nicht erst Andrea Stramaccioni, sondern auch seine Vorgänger Claudio Ranieri, Gan Piero Gasperini, Leonardo, Rafa Benitez, José Mourinho und Roberto Mancini hatten darunter zu leiden gehabt. Auf falsches Training dürften sie daher eher nicht zurückzuführen sein. Sondern vielleicht eher auf mangelnde Sorgfalt in der medizinischen Abteilung?

Das legt zumindest ein Statement nahe, das der mittlerweile nach Liverpool verkaufte Philippe Coutinho gegenüber mondopallone.it abgab. "Bei Inter hatte ich ständig physische Probleme. Ich erinnere mich noch, dass ich ein Problem am Fuß und zwei oder drei Muskelverletzungen hatte. Hier in Liverpool wird viel Wert auf Vorsorgemaßnahmen gelegt. Hier sind sie immer aufmerksam, schauen auch, ob ein Spieler seinen physischen Einsatz nicht auch übertreibt", beschrieb Coutinho die unterschiedlichen Ansätze der Mediziner in beiden Clubs.

Inters Fehler in der Transferpolitik

Die vielen Verletzungsprobleme lassen aber auch die Fehler der Inter-Führung um Sportdirektor Marco Branca in den letzten Transferperioden noch deutlicher werden. Schon 2010 hätte nach den großen Erfolgen eigentlich ein Umbruch eingeläutet werden müssen, die Mannschaft vor allem auf Schlüsselpositionen verjüngt werden müssen. Das Durchschnittsalter des aktuellen Kaders liegt zwar bei 26,1 Jahren. Inter ist damit zwar immerhin das siebtjüngste Team der Serie A, die Schlüsselpositionen werden aber immer noch Senatori eingenommen, den erfahrenen Mit- und Enddreißigern Zanetti, Milito, Esteban Cambiasso, Palacio oder Cassano.

Natürlich kann man die Verpflichtung der beiden letztgenannten, Palacio voll und Cassano mit einigen Abstrichen, durchaus als geglückt verbuchen. Neu-Keeper Samir Handanovic ist sogar ein absoluter Volltreffer Allerdings schaffte es Inter nicht, die ebenfalls umworbenen Mattia Destro, Lucas Moura oder Ezequiel Lavezzi nach Mailand zu lotsen - allesamt Kandidaten, die Inter den nötigen Push gegeben hätten.

Stattdessen kamen Spieler wie der noch zu unerfahrene, aber immerhin als große Zukunftshoffnung geltende Mateo Kovacic oder mittelmäßige Ergänzungsspieler wie Zdravko Kuzmanovic oder Ezequiel Schelotto, der die in ihn gesetzten Erwartungen bisher bei weitem nicht erfüllen konnte. Inter fehlt eine ordnende Hand im Mittelfeld, die Bälle verteilt, aber das Spiel auch an sich zu reißen vermag und auch mal einen Rhythmuswechsel anordnet. Wesley Sneijder in Bestform wäre so einer gewesen. Doch den vergraulte Inter mit einer angedrohten Gehaltsreduzierung zu Galatsaray.

Angesichts seiner nach unten zeigenden Leistungskurve war der Abgang des Niederländers zwar kein großer Verlust. Bitter und kaum nachzuvollziehen war dagegen der Verkauf des zweiten Kreativspielers Coutinho. Zwar spülte er Inter 10,2 Millionen Euro in die Kasse, doch in der Form, die er aktuell in Premier League zeigt (zwei Tore, fünf Assists) hätte er auch Inter gut zu Gesicht gestanden. Zumal sich die Hoffnung mit Paulinho (Corinthians), einen Box-to-Box-Spieler zu verpflichten, der die kreative Lücke im Mittelfeld geschlossen hätte, im Winter nicht erfüllte. Derzeit buhlt man für die nächste Saison angeblich un Luka Modric von Real Madrid.

Letztlich drückt der Schuh bei Inter aber auf allen Positionen. Auch in der Abwehr hätte durchaus Renovierungsbedarf bestanden, wie satte 27 Gegentore in 16 Rückrundenpartien zeigen. Für den Sturm wurde zudem der in die Jahre gekommene und selbst bei Lazio längst nicht mehr erste Wahl-Stürmer Tommaso Rocchi verpflichtet. Kein Königstransfer, wie sich wenig überraschend herausstellte, als das Saisonaus des Torjägers vom Dienst Milito feststand und auch Palacio und Cassano mittelfristig ausfielen.

Die Taktikexperimente von Inter-Trainer Stramaccioni

Das Sturmproblem konnte der 35-Jährige nicht beheben. Er kam in 13 teilweise nur Kurzeinsätzen gerade einmal auf zwei Tore. Daher mussten zuletzt sogar die gelernten Innenverteidiger Walter Samuel und Andrea Ranocchia mit noch überschaubarerem Erfolg als Sturmspitzen aushelfen. Kein Ruhmesblatt für einen Club wie Inter, aber auch nicht für Trainer Andrea Stramaccioni, der insgesamt mit seinen Taktik und Systemexperimenten die durch die Verletzungen ohnehin schon arg geschwächte Mannschaft noch weiter destabilisierte.

Natürlich hatten die widrigen Umstände den jungen und noch unerfahrenen Coach in seiner ersten vollen Serie A-Saison immer wieder zum Improvisieren und zu Experimentieren gezwungen. Doch gerade angesichts der verletzungen von wichtigen Leistungsträgern hätte er es zumindest schaffen können, seinem Restteam ein festes System und eine klare taktische Ausrichtung zu verpassen. Jedoch änderte er nicht nur ständig die Formation, sondern auch die Grundordnung, wechselte munter in der Abwehr von einer Dreier- zur Viererkette und wieder zurück.

Mit etablierten Stars kann man das vielleicht machen, aber nicht, wenn man gezwungen ist, unerfahrene Spieler der Reservemannschaft aufzubieten. Die nötige Zeit, Abläufe zu automatisieren, gab er diesen ins kalte Wasser geworfenen Spielern nicht. Kein Wunder, dass sich Inter aktuell vor allem dann schwer tut, wenn die Mannschaft selbst das Spiel machen muss. Die zu Recht damals hochgelobte am Spiel des jeweiligen Gegners ausgerichtete Kontertaktik aus einer defensiven Grundordnung heraus, die zu den Erfolgen der ersten Saisonhälfte geführt hatten, haben die Gegner mittlerweile allerdings durchschaut.

Mehr und mehr sind die anderen Teams dazu übergegangen, Inter die Initiative aufzudrücken, um dann ihrerseits gnadenlos von den Fehlern der Nerazzurri zu profitieren. Etwas, worauf Stramaccioni taktisch keine geeignete Antwort fand oder auch wegen der vielen Verletzten und der dünn besetzten Bank nicht konnte. Auf jeden Fall konnte Inter so in der Rückrunde weniger Punkte einfahren als beispielsweise Siena, Catania oder Bologna.

Kommt Inter stärker als zuvor zurück?

Der Absturz von Inter Mailand liegt also nicht an höheren Mächten, sondern hat durchaus handfeste Gründe, die mittlerweile auch der Führungsetage des Clubs endlich bewusst geworden sein sollten. Es muss sich in der neuen Saison einiges ändern bei den Nerazzurri. Für den Club gilt im Prinzip das gleiche wie für Kapitän Zanetti. Aufgeben gilt nicht. Der Argentinier arbeitet trotz seiner mittlerweile 40 Jahren bereits an seinem Comeback und erklärte laut mediaset.it lachend: "Es ist noch lange nicht vorbei. Aber nach der langen Zeit brauchte ich einen Reifenwechsel. Und ich komme stärker zurück als zuvor."