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"Ich würde der Nationalmannschaft die Note 1 geben", sagte Sportdirektor Thomas Kurschilgen fast schon euphorisch. Neben dem erst 21 Jahre alten Kugelstoß-Europameister Storl, den seine Disziplinkollegin und Goldmedaillengewinnerin Kleinert als "Jahrtausendtalent" bezeichnet, lieferte der zweifache Weltmeister Harting mit 68,30 Metern im regennassen Diskusring die sportlich wertvollste Leistung ab. Er überließ Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland mit 66,53 Metern nur Silber. "Ich hoffe, dass nun noch ein Titel dazukommt", sagte der Berliner mit Blick auf die Sommerspiele (27. Juli bis 12. August). "Die EM war nur eine Zwischenstation."
Diese bewältigte die 4 x 100-Meter-Staffel mit Vollgas: Das Quartett mit Verena Sailer als Schlussläuferin rannte in 42,51 Sekunden zum Sieg. "Ich hatte Angst, dass ich nicht laufen kann, aber dann war soviel Adrenalin da und ich konnte richtig Gas geben", sagte die Mannheimerin, die für ihre missglückte Titelverteidigung im Einzelrennen entschädigt wurde.
Am Samstag hatte Stabhochspringerin Martina Strutz aus Neubrandenburg Silber hinter der höhengleichen Tschechin Jirina Ptacnikova (4,60 Meter) gewonnen. Antje Möldner-Schmidt mit Bronze über 3000 Meter Hindernis zeigte wie schon zuvor der EM-Zweite über 5000 Meter, Arne Gabius (Tübingen), dass auch auf der Bahn wieder was geht für die DLV-Asse.
"Die EM hat gezeigt, dass wir auf europäischer Ebene im Laufbereich aufgeholt haben. Es gibt eine Reihe von Talenten, die in Richtung Olympische Spiele 2016 auf gutem Weg sind", betonte Prokop. "Wichtiger als alle Medaillen ist die Trendwende im Lauf."
Härtefall Ariane Friedrich
61 Athleten haben die Olympia-Norm erreicht. Ihre letzte Chance, auf sportlichem Weg nach London zu kommen, verpasste Hochsprung-Ass Ariane Friedrich. Die Frankfurterin musste ihre Teilnahme an einem Meeting am Sonntag in Eberstadt wegen der Folgen ihrer Magenprobleme absagen. Friedrich hatte bereits bei der EM nicht antreten können und ist die Norm von 1,95 Metern noch nicht gesprungen. Der DLV wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit noch einen Härtefall-Antrag für die frühere Hallen-Europameisterin beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) stellen.





