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SEITE 3 VON 5:
3. Hinrich, Harris - und ein Comeback-Kid
Von: Oliver Stein
Datum: 09. Juli 2012, 08:16 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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Hinrich, Harris - und ein Comeback-Kid

(Seite 3 von 3)

Für Odom verließ Mo Williams den Club in Richtung Utah, die ihrerseits Rookie Tadija Dragicevic an die Mavericks abgaben und Dallas neun Millionen Dollar Gehalt einsparen ließen. Doch dazu später mehr. Denn In Los Angeles schaute dieser Tage alles gebannt auf Chris Paul, dem ein Angebot zur vorzeitigen Vertragsverlängerung vorlag. Knapp 60 Millionen Dollar für vier Jahre - eigentlich kein schlechter Deal.

Doch da Paul erst im nächsten Jahr als Free Agent und nach mehr als einem Jahr beim Club ein Maximum-Angebot bekommen könnte (Fünf Jahre, etwa 100 Millionen Dollar), schlug er das Angebot aus. Was laut eigener Aussage nicht heißen soll, er würde nicht in Los Angeles bleiben wollen, doch sich seine Optionen offen zu halten ist in heutigen Zeiten natürlich mehr als normal. Zumal auch Blake Griffin die ihm angebotene Vertragsverlängerung noch nicht unterschrieben hat und im nächsten Jahr als Restricted Free Agent wechseln könnte.

Die Verlierer im Transfer-Spektakel

Doch wo es Gewinner gibt, gibt es natürlich auch Verlierer. Einer davon sind sicherlich die Boston Celtics, bei denen der Abschied von Ray Allen eine herbe Lücke reißt. Sicher, Allen war sich mit Point Guard Rajon Rondo schon länger nicht mehr grün und hatte im letzten Jahr immer wieder verletzungsbedingte Schwächephasen. Doch ein gleichwertiger Ersatz für den Scharfschützen wird Courtney Lee, der aus Houston kommen soll, wohl kaum werden.

Vielleicht schon eher Jason Terry, der sich mit den Celtics auf einen Drei-Jahres-Vertrag geeinigt haben soll. Terry, der den Dallas Mavericks nach eigenem Bekunden noch die Chance gab, mit dem 15-Millionen-Dollar-Angebot gleichzuziehen, musste enttäuscht feststellen, dass die Mavericks lieber Geld sparen als ihn halten wollen. In Anbetracht des Aderlasses des Clubs von Dirk Nowitzki eine völlig unverständliche Entscheidung. Und so wird Terry im nächsten Jahr wohl im Celtics-Grün zu sehen sein. Ob allerdings die Verpflichtung von Terry reicht, um gegen Miami und Chicago um die Krone im Osten mitzuspielen, ist mehr als fraglich.

Katastrophenalarm in Dallas

Und somit sind wir beim wohl größten Verlierer der Transferperiode angekommen: den Dallas Mavericks. Was war nicht alles angekündigt worden. Man wolle mit Deron Williams und Dwight Howard die ultimative Doppelverpflichtung angehen. Geld spiele dabei keine Rolle. Steve Nash sollte aus Phoenix zurück geholt werden, um mit Dirk Nowitzki ein Altmeister-Dream Team zu bilden. Jason Terry und Jason Kidd sollten als Backups gehalten werden, um den Mavs die stärkste Bank des Westens zu geben. Und nebenbei sollte noch ein defensiv starker Forward verpflichtet werden.

Und was ist geblieben? Jason Kidd geht nach New York, Jason Terry nach Boston, Steve Nash nach Los Angeles, und von D-Will und Dwight Howard ist weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen stehen die Mavericks momentan mit nur zehn Spielern da, darunter drei Rookies, sowie neben Dirk Nowitzki niemandem, der in der Lage ist, im Schnitt mehr als zehn Punkte zu erzielen. Als Verstärkungen auf dem bereits sehr ausgedünnten Markt sind nun Namen wie Aaron Brooks, Ramon Sessions, Raymond Felton oder Randy Foye im Gespräch, allesamt keine Spieler, die den Mavericks wirklich weiterhelfen können.

Unter der Salary Cap liegt man - zumindest wenn man Brendan Haywood mit der Amnestie-Klausel in die Wüste schicken würde und könnte so per Trade noch jemanden holen. Doch wer will schon einen der verbleibenden Mavs-Spieler haben? Rodrigue Beaubois, den unbeständigen Jungspund? Shawn Marion, das alternde Defensiv-Mammut? Oder Brandan Wright, die große unbekannte im Frontcourt der Mavs? Eben, nämlich niemand.

Was wird aus Nowitzki?

Mavs-Besitzer Mark Cuban kann sich glücklich schätzen, mit Nowitzki den wohl pflegeleichtesten Superstar der letzten 20 Jahre in seinen Reihen zu habe. Denn eigentlich müsste für den Deutschen alles auf eine laute Forderung nach einem Trade hinauslaufen. Mit dieser Mannschaft wird Nowitzki nämlich sicherlich nicht mehr um den Titel, geschweige denn einen weiten Run in den Playoffs, mitspielen.

Und so stellt sich die Frage: Wird Nowitzki loyal bleiben und seinem ersten und einzigen Club der Liga die Treue halten, auch wenn es mit dem derzeitigen Spielermaterial niemals für einen weiteren Titel oder auch nur ein Finale reichen wird? Oder bittet der Deutsche Teambesitzer Cuban - mittlerweile auch ein persönlicher Freund des Finals-MVPs von 2011 - um einen Trade, um bei einem anderen Club sein Glück zu versuchen? Bis März 2013 hat er dafür noch Zeit, doch es ist fraglich, ob die Mavericks tatsächlich genügend gute Spieler angeboten bekommen würden, um ihnen einen Trade ihres Aushängeschildes schmackhaft zu machen.

Der Sommer wird also noch spannend, und der Basket Case bleibt natürlich weiter dran. Trades, Verpflichtungen, erste Eindrücke aus den Trainingslagern, die nach den Olympischen Spielen beginnen - wir halten Sie auf dem laufenden.

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