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Von: Gunnar Beuth
Datum: 23. Januar 2013, 20:33 Uhr
Format: Artikel
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Handball-WM: Deutschland unterliegt Spanien im Viertelfinale

Silvio Heinevetter,DHB,Handball
Silvio Heinevetter konnte die Niederlage nicht abwenden

Erneut hatte die DHB-Auswahl einen großen Kampf geliefert und Gastgeber Spanien am Rande einer Niederlage. Am Ende reichte es nicht und das neuformierte Team von Bundestrainer Heuberger musste das einkalkulierte Lehrgeld zahlen.

"Wir bleiben so lange im Fleisch des Gegners, bis es eitrig wird", hieß es im Vorfeld bei der DHB-Auswahl und diesem Statement ließ das Team von Martin Heuberger Taten folgen. Lange Zeit lieferte man Spanien einen harten Kampf, verlor am Ende unglücklich mit 24:28.

DHB-Auswahl konsequent - Arpad Sterbik ohne Chance

Silvio Heinevetter war von Beginn an im Spiel und die Abwehr um Oliver Roggisch im Mittelblock hatte den monströs anmutenden Kreisläufer Julen Aguinagalde zumindest in Halbzeit eins im Griff. Die deutschen Handballer erarbeiteten sich durch Treffer von Steffen Weinhold, Sven-Sören Christophersen, Patrick Wiencek und Michael Haaß eine 7:5-Führung.

Spanien agierte durchaus mit Respekt, spielte wie immer eine sehr offensive Abwehr, die in den ersten Minuten durch das Einlaufen über die Außen anfällig war. Zudem bekam Arpad Sterbik keine Hand an den Ball. Somit erhielt José Manuel Sierra das Vertrauen seines Trainers und sorgte mit einigen Paraden gleich für die Möglichkeiten zum 7:7.

Es blieb eine enge und sehr intensive Partie, in der der spanische Mittelblock um Viran Morros und Joan Canellas die schwer zu überwindende Mauer darstellte, die im Vorfeld erwartet worden war. Viele Zeitstrafen und Unterbrechungen verhinderten zudem eine flüssige Partie.

Deutsche Handballer mit nur zwölf Gegentoren

Doch die war auch nicht erwartet worden, da die Spanier ein physisch enorm starkes Team sind und einzig bei Gegenstößen über die Außen mit Tempo agieren. So kam Rechtsaußen Víctor Tomás auch in Halbzeit eins schon zu fünf Treffern. Doch das DHB-Team spielte aufmerksam und machte den Kreis dicht. Zudem leistete sich der Gastgeber der Handball-WM gleich fünf Turnover.

Aber erneut machte sich bei den Deutschen die fehlende Qualität im Rückraum bemerkbar - gerade gegen die starke Abwehr der Spanier -, dennoch zeigte das Team einmal mehr ein intensives Laufspiel und viele Varianten. Und während Spanien in den letzten viereinhalb Minuten der ersten Hälfte nur noch zu zwei Treffern kam, setzte sich Deutschland auf 14:12 zur Pause ab.

DHB-Auswahl mit doppelter Unterzahl

Nur zwölf Gegentreffer in einer Halbzeit gegen Spanien sprachen für eine starke Abwehrleistung und Roggisch erklärte dem ARD Field-Reporter in der Halbzeit, dass er eine Menge Spaß habe. In doppelter Unterzahl musste die DHB-Auswahl beginnen und kassierte schnell den 15:17-Rückstand und eine Zeitstrafe gegen Kneer (35.). Es war die erste kritische Phase für Deutschland.

Das Team ließ sich in der Defensive ein wenig aus der Ruhe bringen und nahm im Angriff zu viele schnelle Würfe, mit denen Sierra keine Probleme hatte. Doch das Team kämpfte, biss sich zurück ins Match und kam durch Christophersen sowie Theuerkauf zum 19:18 (42.) - Heinevetter hatte indes bereits zehn Paraden auf dem Konto.

Weiterhin lieferten sich beide Teams ein packendes Duell, in dem auch den Spaniern keine Tore aus zehn Metern geschenkt wurden. Mit einem Tor Rückstand ging die deutsche Auswahl in die letzten zehn Minuten (21:22), zuvor hatte sich Roggisch die zweite Zeitstrafe geleistet. Aguinagalde bestrafte dies mit dem 23:21 und ließ das 24:21 folgen.

Verpasste Chancen plus zu viele Zeitstrafen

In dieser Phase verspielte Deutschland das mögliche Halbfinale. Julen Aguinagalde traf zum 25:21 und ein Stürmerfoul der Deutschen später war das Match praktisch entschieden (55.). Heuberger hatte von einem Lernprozess gesprochen und gerade die letzten Minuten, in denen der Sieg deutlich wurde, werden dem neu aufgestellten Team einige wichtige Erfahrungen bringen.

Heuberger probierte in der Schlussphase zwar alles, brachte den siebten Feldspieler. Doch Spanien agierte zu abgekocht, um sich in eigener Halle noch um den Sieg bringen zu lassen. Eine zu schwache Wurfquote gab am Ende den Ausschlag, zudem leistete sich das Team zu viele Zeitstrafen.