Vorbei sind die Zeiten, als Spieler wie Markus Baur, Henning Fritz oder Christian Schwarzer das Gesicht der DHB-Auswahl bildeten und den WM-Titel 2007 gewannen. Es fehlen Typen im deutschen Handball. Nach der Pleite gegen Montenegro droht das Mittelmaß.
Handball zählt zum Breitensport in Deutschland. Gut, das trifft eigentlich auf jede Sportart zu, die hinter Fußball um Aufmerksamkeit buhlt. Breitensport ist eine deutsche Erfindung, bedeutet aber auch, dass um die Gunst der Jugend geworben werden muss. Denn aus den Vereinen kommen die späteren Nationalspieler, der so wichtige Unterbau.
Es ist die ewige Diskussion zwischen der Liga und den Verantwortlichen beim DHB. Die deutsche Liga nennt sich gerne die stärkste Liga der Welt. Zahlreiche Top-Leute spielen in Deutschland, der THW Kiel vereint Spieler wie Filip Jícha, Marcus Ahlm, Thierry Omeyer oder auch Aron Pálmarsson - so kam man zu bisher drei Erfolgen in der Champions League.
Doch bekommen die Jugendspieler kaum Einsatzchancen bei den Top-Clubs, können sich auf internationalem Parkett nicht beweisen. Hat der DHB also ein Nachwuchsproblem? Nicht, wenn man sich die Erfolge in den letzten Jahren ansieht. 2009 sowie 2011 gewann der Nachwuchs den WM-Titel, 2007 reichte es zudem für Silber.
WM 2007 - der große Handball-Boom ist vorbei
Der Unterbau ist trotz des schwachen Abschneidens der A-Nationalmannschaft vorhanden, dennoch bedingen sich Erfolg und Nachwuchs gerade bei einer Sportart, die von Kindesbeinen an viel Konkurrenz hat. Zu groß ist die Vielfalt an Sportarten und deswegen ist eine starke deutsche Nationalmannschaft so wichtig, um den Fokus auf Handball zu lenken.
2007 gab es einen großen Boom, als die DHB-Auswahl die WM gewann. Es war ein perfektes Wintermärchen. Die Mannschaft war ausgewogen: Neben Stars wie Markus Bauer, Christian Schwarzer oder Florian Kehrmann gab es den "Nachwuchs" um Michael Kraus oder auch Lars Kaufmann. Gerade Kraus spielte sich in den Vordergrund, schaffte den Sprung ins Allstar-Team.
Die alte Garde ist lange in Rente, die jungen Spieler haben es nicht geschafft, in deren Fußstapfen zu treten. In den Clubs sind es oft die Stars aus Frankreich, Tschechien oder Schweden, die in engen Situationen den Vorzug erhalten. So stehen die deutschen Spieler selten in der alleinigen Verantwortung und verpassen es, ein Gespür dafür zu bekommen.
Heuberger und der Kampf gegen die Windmühlen
Schon Heiner Brand wurde nicht müde, immer wieder an die Liga zu appellieren, dem Nachwuchs mehr Chancen zu geben. Auch Heuberger steht dem in nichts nach."Das Problem gibt es ja schon länger. Das war auch in Heiner Brands Zeit so, dass uns ein Karabatic, Narcisse oder Mikkel Hansen gut tun würde. Aber über Dinge, die nicht da sind, brauchen wir nicht zu diskutieren."





