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Halle und Wimbledon sind zwei komplette unterschiedliche Welten
Denn: Halle ist das bestbesetzte Vorbereitungsturnier auf Wimbledon, keine Frage. Aber es ist für die Top-Stars dann doch nur eine willkommene Gelegenheit, um sich ein wenig an den Rasenbelag zu gewöhnen. Hätten sie ernsthafte Ambitionen auf den Titelgewinn gehabt, hätte sich Nadal nicht im Viertelfinale von Philipp Kohlschreiber rauswerfen lassen. Und dann hätte Federer im Endspiel nicht drei Doppelfehler und für seine Verhältnisse eine fast nicht zu erklärende Anzahl von vermeidbaren Fehlern geschlagen.
Zumal ein Turniersieg in Halle 250 Weltranglistenpunkte bringt. Für einen wie Haas ist das enorm viel, für Federer und Co. sind es Peanuts. So spielt der Weltranglistenerste Djokovic deshalb in der Vorbereitung auch erst gar kein ATP-Turnier. Er tritt mit Andy Murray und anderen Profis bei der Boodles Challenge an, einem Einladungsturnier in Buckinghamshire an, gut eine Autostunde von London entfernt. Auch so kann man sich an den Rasen gewöhnen, wird in einem exklusiven Tennisclub hofiert und kann die Anzahl der Spiele nahezu selbst bestimmen. Die perfekte Vorbereitung für Wimbledon, wo die Stars wirklich triumphieren wollen. Denn dafür gibt es 2000 Weltranglistenpunkte.
Haas Titelgewinn wurde auch dadurch ermöglicht, dass in Halle zwei Gewinnsätze reichen. Bei den Grand Slams wie Wimbledon muss man jedoch drei Durchgänge für sich entscheiden, um zu siegen. Gerade für Haas und seinen verschlissenen Körper kein Vorteil. Denn in einer optimalen Verfassung, ganz ohne Wehwehchen, war Haas in seiner Karriere fast nie. 2003 beispielsweise konnte er nicht ein Spiel absolvieren, musste stattdessen zweimal operiert werden. Die folgenden Jahre verliefen ähnlich, so auch 2010. Haas musste sich an der Hüfte operieren lassen, konnte 15 Monate kein Spiel machen. Lange war fraglich, ob er sich die Qualen eines Comebacks antun würde. Doch Haas, der Besessene, wollte. Mittlerweile versteht man warum.





