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Fünf Rennen: Die Vorteile liegen bei Vettel
Vieles spricht vor dem Großen Preis von Südkorea am Sonntag und vier weiteren Rennen bis zum Saisonfinale am 25. November in Sao Paulo jetzt für den Titelverteidiger, dazwischen liegen noch die Rennen in Indien und Abu Dhabi sowie die Premiere in Austin (USA). Vettel konnte auf den folgenden Kursen bereits fünf Siege feiern, Alonso gewann bisher nur die Premiere in Südkorea 2010.
"Ferrari kommt nicht voran und Red Bull flößt jetzt richtig Angst ein", erkannte La Gazzetta dello Sport nach einem "bestialischen Sonntag". Auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh fand die beeindruckende Red-Bull-Vorstellung zum Fürchten: "Von ihm geht nun eine ernsthafte Gefahr aus."
Für Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo war es deshalb an der Zeit für einen flammenden Appell an die Scuderia-Mannschaft: "In Zeiten wie diesen will ich Ferrari sehen, wie ich es kenne. Ein Team, das fokussiert ist und die Nerven behält", wurde di Montezemolo auf der Homepage des italienischen Rennstalls zitiert.
Er kündigte auch ein Telefonat mit Alonso an. Er wolle Alonso noch mehr für die letzten fünf Saisonrennen motivieren, meinte di Montezemolo. Er erwarte auch eine immense Anstrengung der Ingenieure, die schon gezeigt hätten, dass sie dazu in der Lage seien. "Wir sind uns absolut darüber im Klaren, dass die WM immer noch in unseren Händen ist", betonte der Ferrari-Präsident, während Teamchef Stefano Domenicali sich auf der Rückreise nach Maranello befand.
Trauer im Ferrari-Land
Vettels Red Bull sieht für den Saisonendspurt trotzdem deutlich stärker aus, als die Dienstwagen der Konkurrenz. "Sechs Rennen lang ist bei uns nichts gekommen", nölte Alonso. Nach seinem Japan-Nuller klingen die Sprüche des Spaniers schon wie Durchhalteparolen. "Es bleiben noch fünf fabelhafte Rennen. Wenn der Feind an die Berge denkt, kommt die Attacke vom Meer. Denkt er ans Meer, läuft sie aus den Bergen", meinte Alonso etwas nebulös.
In der Ferrari-Heimat Italien ist die Stimmung dagegen auf dem Tiefpunkt. "Dieser Tag war für Fernando zum Vergessen. Jetzt ist der WM-Titel in Gefahr", schrieb die Zeitung Corriere dello Sport. Der Corriere della Sera klagte: "Was für ein Rückschlag!" Alonso rief die restlichen Rennen zu einer "Mini-WM" aus: "Da müssen wir einen Punkt mehr als der Zweite holen."
Vettels Motto dagegen lautet: "Nicht so viel von der Meisterschaft quatschen, sondern auf das konzentrieren, was direkt vor einem liegt." In Südkorea peilt der Heppenheimer die nächste souveräne Vorstellung an. Sein überarbeiteter Red Bull erinnert plötzlich wieder stark an das dominante Auto aus dem Vorjahr, als er in Suzuka vorzeitig und überlegen zum zweiten WM-Titel fuhr.





