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Von: Gunnar Beuth
Datum: 08. Juli 2012, 15:25 Uhr
Format: Artikel
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Formel 1: Mark Webber gewinnt den Großen Preis von Großbritannien

Mark Webber, Red Bull, Formel 1
Mark Webber setzte sich in Silverstone durch

Der erwartete Regen blieb in Silverstone aus und so entwickelte sich ein Rennen, in dem am Ende die bessere Reifenstrategie den Ausschlag für Mark Webber im Red Bull gab. Er gewann den GP von Großbritannien vor Fernando Alonso und Sebastian Vettel.

Mark Webber hat den Großen Preis von Großbritannien gewonnen und den Abstand in der Fahrerwertung auf Fernando Alonso, der auf Platz zwei fuhr, verkürzt. Es wurde mit Regen gerechnet, doch es blieb trocken. So entschied am Ende die Strategie bei der Reifenwahl.

Alonso musste auf weichem Gummi fahren und hatte Webber nichts mehr entgegen zu setzen. Sebastian Vettel schob sich dank des dritten Platzes an Lokalmatador Lewis Hamilton vorbei, der einen enttäuschenden achten Platz belegte. Felipe Massa wurde Vierter vor Kimi Räikkönen und Romain Grosjean.

Michael Schumacher landete am Ende auf Platz sieben, Nico Hülkenberg fuhr auf Rang zwölf und Namensvetter Rosberg positionierte sich auf der 15. Einmal mehr ohne Chance blieb Timo Glock, der als 18. über die Linie fuhr, dabei immerhin das teaminterne Duell gegen Charles Pic gewann und vor den HRTs blieb.

Regen oder nicht Regen? Der Poker begann

Was für Reifen sollten die Fahrer wählen? Das war die große Frage beim GP von Großbritannien. Das Qualifying war geprägt von sintflutartigen Regenfällen und den daraus resultierenden Unterbrechungen. Das Feld wurde kräftig durcheinander gewirbelt und Lokalmatador Lewis Hamilton fand sich urplötzlich auf Startplatz acht wieder - Jenson Button gar nur auf der 18.

Während sich die Teams also um die Reifenfrage und Einstellungen kümmerten und lediglich Pole-Inhaber Fernando Alonso sowie Hamilton sich für die harten Reifen entschieden, startete der Rest der Top Ten zunächst mit weichem Gummi. Für Vitaly Petrov war das Rennen schon vor Beginn gelaufen, denn sein Caterham hatte Probleme am Heck, die nicht mehr rechtzeitig behoben werden konnten.

Guter Start - nur nicht für Paul di Resta

Der Start lief dann für fast alle Fahrer ohne Probleme. Alonso konnte die Pole behaupten, Webber folgte vor Michael Schumacher und Felipe Massa. Einzig Paul di Resta in seinem Force India wagte einen Ausflug ins trockene Kiesbett und fand sich kurze Zeit später in Zivil in der Box wieder – das Rennen war ob eines beschädigten Unterbodens gelaufen.

Und auch Romain Grosjean musste bereits in der dritten Runde in die Box, fiel auf Platz 22 zurück. Während Alonso und Webber ihre Runden drehten, entpuppte sich Schumacher als Puffer, denn er konnte das Tempo nicht mitgehen, hielt dabei das komplette Feld hinter sich auf. Massa probierte es mit verzweifelten Überholmanövern, Sebastian Vettel fuhr da lieber in die Box.

Und dieser Schachzug hatte sich gelohnt, denn kurze Zeit später, in Runde 14, zog auch der Rekordweltmeister neue Reifen auf und Vettel hatte freie Bahn. Aus der Spitzengruppe hatte einzig Hamilton den Gang in die Box noch gescheut, fuhr damit zur Freude der Zuschauer an der Spitze – zumindest bis zur Runde 20, als Alonso mit frischen Reifen problemlos vorbeizog.

Alonso nun auf weichen Reifen

Als fast letzter Fahrer bekam dann auch Hamilton frische Reifen, sein Boxenstopp dauerte schlappe 2,8 Sekunden. Bei McLaren setzte man auf weiche Reifen, wie auch bei Button – ein weiterer Stopp wurde damit eingeplant. Nach der Hälfte des Rennens sah es klar nach einem Sieg von Alonso aus, der gute fünf Sekunden vor Webber lag, dahinter folgte Vettel mit knapp neun Sekunden Abstand.

Schumacher, der auf harten Reifen fuhr und Probleme mit dem Abrieb hatte, brach derweil komplett ein, wurde von Kimi Räikkönen und Hamilton überholt, fiel auf Platz sieben zurück. Anders der Franzose Grosjean, der zu Beginn früh in die Box musste. In der 27. Runde schien die Strategie zu lauten, mit nun harten Reifen durchzufahren und prompt folgte die schnellste Runde.

Spannend wurde nun die Frage, wie der Ferrari von Alonso mit weichen Reifen zurecht kommen würde. Mit seinem zweiten harten Satz fuhr der Spanier immer noch starke Runden, bei Red Bull konnte man nur noch darauf hoffen, den Abstand später verkürzen zu können. Mit frischen und nun harten Reifen konnte Webber dem Spitzenreiter in Runde 35 immerhin sechs Zehntel abnehmen.

Kobayashi ramponiert die Box - Webber holt den Sieg

Das Verfolgerfeld wurde durch einen völlig verunglückten Stopp von Kamui Kobayashi indes um einen Fahrer ausgedünnt. Der Japaner fuhr gleich sieben Mechaniker seiner Crew über den Haufen und büßte wertvolle Sekunden im Kampf um die Punkte ein. So reduzierte sich die Spannung einzig auf das Spitzenduell, in dem Webber vier Sekunden hinter Alonso lag.

Acht Runden vor dem Ende schob sich Webber gar auf 2,2 Sekunden heran und der Vorsprung schmolz bedenklich. Mit nun weichen Reifen schien Alonso chancenlos und bei einem Blick nach hinten wurde es bitter für Hamilton – immerhin auf Platz drei der Fahrerwertung. Der Engländer musste in Runde 48 Schumacher ziehen lassen.

In gleicher Runde schaffte es dann auch Webber, sich die Führung zu holen. Mit den harten Reifen war er dem Ferrari komplett überlegen und sicherte sich ohne Probleme den Sieg in Silverstone. Alonso schaffte es gerade noch, Sebastian Vettel auf Rang drei zu halten und immerhin noch 18 Punkte mitzunehmen.