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Von: Philip Dehnbostel
Datum: 08. Juli 2012, 19:42 Uhr
Format: Artikel
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Federer siegt im Wimbledon-Finale gegen Andy Murray

Roger Federer,Tennis,Wimbledon
Roger Federer holte sich seinen siebten Titel in Wimbledon

Roger Federer ist zurück. Der 30-Jährige triumphierte erneut in Wimbledon und kehrt an die Spitze der Weltrangliste zurück. Gegen Andy Murray siegte der Schweizer in vier Sätzen und setzte sich selbst ein Denkmal beim wichtigsten Tennisturnier der Welt.

Roger Federer hat Historisches geschafft und durch einen 4:6, 7:5, 6:3, 6:4-Sieg über Lokalmatador Andy Murray zum siebten Mal in Wimbledon gewonnen. Damit zieht der Schweizer mit Pete Sampras und William Renshaw gleich, die ebenfalls sieben Titel an der Church Road holen konnten. Außerdem wird Federer seinen Halbfinalgegner Novak Djokovic von der Spitze der Weltrangliste verdrängen. "Das ist ein magischer Moment für mich. Ich habe niemals aufgehört, an mich zu glauben", sagte der Champion nach dem Spiel.

Für Andy Murray, der nach seinem Halbfinal-Sieg über Jo-Wilfreid Tsonga noch Freudentränen verdrückt hatte, ist die Niederlage gleich doppelt bitter. Neben seinem ersten Grand-Slam-Titel verpasste der Weltranglisten-Vierte es auch, als erster Brite seit 1936 in Wimbledon zu siegen.

Wieder stört der Regen

Schon sein Finaleinzug war ein geschichtsträchtiger Triumph, er erreichte das Endspiel als erster Brite seit 74 Jahren. Die Zuschauer auf dem Centre Court feuerten ihren Hoffnungsträger wie schon während des gesamten Turniers frenetisch an. Beim Public Viewing auf dem nahegelegenen Murray Mound konnte auch erneuter Regen die Fans nicht abschrecken, sie verweilten unter ihren Regenschirmen kauernd über die gesamte Spieldauer.

Aufgrund des teilweise heftigen Regens musste das Spiel, das wieder einmal bei offenem Dach gestartet war, für knapp 40 Minuten unterbrochen werden. Zu diesem Zeitpunkt stand es noch 1:1 nach Sätzen. Zwei Sätze später war der Traum der Murray-Anhänger ausgeträumt. Federer nutzte nach vier Stunden und zwei Minuten seinen zweiten Championship Point und setzt sich sein eigenes Wimbledon-Denkmal.

Allerdings hatte zu Beginn des Matches Murray den besseren Eindruck hinterlassen. Durch sein konzentriertes Auftreten, aber auch weil Rasenkönig Federer nervös wirkte und ungewöhnlich viele Fehler machte, ging der erste Durchgang mit 6:4 an den Schotten. Im neunten Spiel, das zwölf Minuten dauerte, wehrte der 25-Jährige zwei Breakbälle ab, entschied seinen Aufschlag für sich und breakte Federer bei dessem darauffolgenden Service. Es sah gut aus für Murray.

Federer wird besser

Dann aber fand Federer immer mehr zu seinem Spiel. Im zweiten Satz ging er häufig aggressiv ans Netz und konnte im erneut knappen neunten Spiel zwei Breakbälle abwehren. Dann servierte Murray bei 6:5 gegen den Satzverlust und Federer zeigte seine ganze Routine, als er den Ball gefühlvoll über das Netz stoppt und nach Sätzen ausglich.

Trotzdem war die Fehlerquote des ersten Ü30-Wimbledon-Finalisten seit Jimmy Connors 1984 weiterhin erschreckend hoch. Zur Regenpause Anfang des dritten Satzes hatte er bereits 25 Unforced Errors auf dem Konto. Der Schweizer profitierte jedoch immer wieder davon, dass Murray in den entscheidenden Augenblicken seine Chancen vergab, die Big Points gingen an Federer.

Die Routine siegt

Bestes Beispiel: Beim Stand von 3:2 und Aufschlag Murray gingen die Kontrahenten unglaubliche zehn Male über Einstand, nach einer Spieldauer von über 18 Minuten hatte dann aber Federer das bessere Ende für sich. Auch im Vierten hielt Murray tapfer dagegen, aber inzwischen zeigte Federer sein bestes Tennis und war auf dem Weg zu seinem siebten Triumph nicht aufzuhalten.

Das Interview bei der Siegerehrung wurde für beide Finalisten emotional. Bevor Federer seinen historischen Sieg sichtlich gerührt genoss, musste auch Murray, ob der Standing Ovations, mehrmals um Fassung ringen. Wieder hatte der Lokalmatador Tränen in den Augen, es waren keine Tränen der Trauer und das wird in Wimbledon womöglich genauso lange in Erinnerung bleiben, wie Federers Rekordsieg.