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Von: Gunnar Beuth
Datum: 05. Januar 2013, 11:27 Uhr
Format: Artikel
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FC Bayern München: Uli Hoeneß feiert seinen 61. Geburtstag

Uli Hoeneß,FC Bayern München
Uli Hoeneß feiert seinen 61. Geburtstag

Der FC Bayern München ist der erfolgreichste Verein in Deutschland. Eng mit diesem Erfolg verbunden ist Uli Hoeneß. Schon als Spieler schloss er Verträge mit Sponsoren ab, schrieb als Manager der Bayern mit an der Erfolgsgeschichte des Vereins. Zum 61. Geburtstag ein Porträt von sportal.de.

Am 5. Januar 1952 geboren, wechselte der junge Hoeneß mit 18 Jahren zum großen FC Bayern. Ein Ziel, das er seit seiner frühen Jugend verfolgte und für das er hart arbeitete. Waldläufe vor der Schule, Sprinttraining im Leichtathletikverein und der Verzicht auf ein ausschweifendes Jugendleben waren seine Methoden.

Zwar schaffte er den Sprung und gab am 15. August 1970 sein Bundesliga-Debüt, doch eine erfüllte Spielerkarriere sollte ihm verwehrt bleiben. An Erfolgen sollte es nicht mangeln, denn Hoeneß wurde Welt- und Europameister, gewann dreimal in Folge den Cup der Landesmeister, stemmte ebenso den DFB-Pokal wie auch die Meisterschale und war ebenfalls im Weltpokal erfolgreich.

Uli Hoeneß: Karriereende nach Knieverletzung

Titel, nach denen andere Fußballer sich die Finger so lange lecken würden, bis man dies vielleicht zu einem Fetisch erklären könnte. Doch de facto dauerte seine wirkliche aktive Laufbahn gerade einmal fünf Jahre. Es war das Europapokalfinale 1975 gegen Leeds United, als Hoeneß sich am Knie verletzte und in der 42. Minute das Feld verlassen musste.

Er zog sich einen Meniskusschaden zu, der damals aber nicht diagnostiziert wurde. So stand eine Operation nicht zur Debatte, schlichtes Auskurieren über die Sommerpause sollte den schnellsten lebenden Stürmer Europas - so wurde Hoeneß seinerzeit genannt - wieder auf die Beine bringen. Doch im ersten Training nach der Pause brach die Verletzung sofort wieder auf, der Außenmeniskus musste entfernt werden - und das Karriereende nahm seinen Lauf.

"Ich hatte immer ein dickes Knie. Jeden Abend lag ich auf der Couch und habe Umschläge gemacht, Retterspitz, Eis oder Alkohol", erklärte er gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Unter Schmerzen spielte Hoeneß noch einige Jahre weiter, bevor er mit 27 als Spieler des 1. FC Nürnberg die Stiefel an den Nagel hängte.

Noch heute schaut er mit ein wenig Wehmut aus dem Büro auf den grünen Rasen und sagte im Magazin der Süddeutschen: "Wenn mir in der Anfangszeit als Manager ein Arzt bestätigt hätte: Dein Knie hält noch zwei, drei Jahre - fünf Minuten später hätte ich im Trikot und Schuhen wieder auf dem Platz gestanden."

Adidas fragte bei Uli Hoeneß an

Für seine Bayern war dieses Ende aber gleichzeitig ein Neubeginn und ein damals nicht abzusehender Glücksfall. Fußballer werden gern als leicht intellektuell beschränkt wahrgenommen. Etwas, das in keiner Weise auf Uli Hoeneß zutrifft. Schon mit 23 heftete er sich an die Fersen von Bayerns damaligem Manager Robert Schwan, da er schon zu der Zeit nicht mehr in der Lage war, täglich auf dem Rasen zu stehen.

Er lernte schnell und schloss den ersten Trikotsponsor-Vertrag (als Spieler) für die Münchner ab (Magirus). Auch wurde ihm bewusst, dass die Proficlubs zu sehr von Eintrittsgeldern abhänging waren. Es sollte allerdings noch einige Zeit dauern, bis er den FC Bayern übernahm. Denn zuvor wechselte er, nach einem Zerwürfnis mit Trainer Gyula Lorant, zum Club aus Nürnberg und wäre fast als Manager bei adidas eingestiegen. Hoeneß erklärte einst, dass Adolf Dassler in Dynastien dachte und dazu versuchte, ihm neben eines Managerpostens auch die Tochter schmackhaft zu machen.

Es sollte anders kommen, und nachdem sich der FCB 1979 von Robert Schwan getrennt und Geschäftsführer Walter Fembeck - der den Löwen seinerzeit Gerd Müller vor der Nase wegschnappte - ein kurzes Intermezzo gegeben hatte, sollte Hoeneß nun dessen Posten als Manager übernehmen. Und da ihm kein Arzt eine Garantie für sein Knie geben konnten, sagte er nach einer kurzen Bedenkzeit zu. Doch es war ein Scherbenhaufen, den er vorfand. Zudem trat Präsident Wilhelm Neudecker keinen Monat nach Beginn seiner Managertätigkeit zurück. Sportlich und auch wirtschaftlich lag der FC Bayern am Boden. Laut Hoeneß hatte der FC Bayern Schulden in Höhe von sieben Millionen Mark - und das bei einem Jahresumsatz von zwölf Millionen Mark.

Der FC Bayern München und das zugige Olympiastadion

Nationale Ehre gab es letztmalig nach der Saison 1973/74, als die Bayern den Meistertitel holten. Mit Ablauf der Saison 1975/76 gewann der heutige Rekordmeister zum dritten Mal in Folge den Pokal der Landesmeister. So saß Hoeneß also ab 1979 am Ruder und schaute auf eine Saison zurück, in der sein Verein nur Rang zwölf erreicht hatte. Franz Beckenbauer weilte längst in den USA, und Sepp Maier musste wegen eines Autounfalls seine Karriere ebenso beenden wie Katsche Schwarzenbeck, den es an der Achillessehne erwischte hatte.

Doch andere Spieler rückten in den Vordergrund. Karl-Heinz Rummenigge, Klaus Augenthaler und Paul Breitner waren die bestimmenden Figuren und auch der neuverpflichtete Dieter Hoeneß wurde zu einer Institution. Ihn bekamen die Bayern für eine Ablöse von 175.000 Mark vom VfB Stuttgart. Diese feste Ablöse hatte Uli Hoeneß für seinen Bruder ausgehandelt, als dieser beim VfB anheuerte. Es war einer der ersten Verträge mit einer solchen Option, wie er im kicker erklärte. Der Umbruch war abgeschlossen und unter der Führung von Hoeneß ging es dazu auch wirtschaftlich bergauf.

Denn nach einem Besuch in den USA erkannte er, dass die Zuschauereinnahmen nicht die einzig tragende Säule des FC Bayern sein durften. Denn das Olympiastadion eignete sich für einen netten Fußballnachmittag vor allem im Winter in etwa so gut wie ein Diver auf einem Scherbenhaufen von Christoph Daum. Neben den Eintrittsgeldern verteilte Hoeneß die Einnahmenpolitik auf Sponsoring, TV-Gelder und Merchandising.

Gerade die Fanprodukte waren bis dato in Deutschland in der Fülle kaum erhältlich. Dazu ging es um ein neues Stadion, das mehr Komfort bieten sollte - ein Traum, der später in Erfüllung ging und auf Lebzeiten mit dem Namen Hoeneß in Verbindung gebracht werden wird. Insgesamt steigerte Hoeneß den Umsatz um das Fünfzigfache auf etwa 300 Millionen Euro.

Intimfeind von Uli Hoeneß: Nie mehr Willi Lemke

Der Rest ist Geschichte. Uli Hoeneß wurde zu einer Art Mr. FC Bayern und sollte die Geschicke der Süddeutschen für stolze 30 Jahre lenken. Was ihn sicherlich auch so einzigartig macht ist die Art, mit der er sich bei gegnerischen Fans in den Jahren immer wieder so unbeliebt gemacht hat - jedoch nicht, ohne auch eine gewisse Anerkennung zu ernten. Denn er verteidigte seinen Verein mit jedem nur erdenklichen Mittel, auch wenn er dafür in der Öffentlichkeit kräftig Prügel bezog.

Viele Geschichten kommen einem spontan in den Sinn, wenn man sich mit dem heutigen Präsidenten auseinander setzt. Da war die Entlassung von Otto Rehhagel kurz vor dem ersten Finalspiel im UEFA-Cup 1996, die Geschichte mit Christoph Daum und der Kokain-Affäre, seine legendäre Wutrede gegen die eigenen Fans, der Flugzeugabsturz, bei dem er als einziger Reisender überlebte oder der Privatkrieg mit Bremens Willi Lemke - der einzige aus einer langen Reihe von "Feinden", mit dem er sich nie wieder an einen Tisch setzen wird.

Er prägte die Abteilung Attacke, wobei Hoeneß einmal erklärte, dass kaum ein Wort unbedacht aus seinem Munde kommen würde - vieles sei Bedacht, um Schaden von der Mannschaft abzuwenden und den Spot auf sich selber zu ziehen. Grundsätzlich ist Hoeneß ein Familienmensch, der den FC Bayern auch als solche sieht. Ein Angriff auf den Verein ist eine persönliche Angelegenheit. Auf der anderen Seite versuchte er den Verein auch familiär zu führen und bekennt sich zu jedem seiner Angestellten.

FC Bayern München: Hoeneß, Nerlinger, Sammer

Ob er nun für Samuel Kuffour ein Flugzeug bereitstellte, damit dieser nach dem Tod seiner Tochter schnell nach Ghana reisen konnte, Gerd Müller bei der Bekämpfung seiner Alkoholsucht unterstützte, dem FC St. Pauli in finanzieller Not half oder die Schulden eines Angestellten seiner Wurstfabrik bei der Bank beglich - der harte und unnachgiebige Manager war er nur in erster Instanz, wenn es um die Belange des Vereins ging.

So war es auch Hoeneß, der den Bayern das Sieger-Gen einpflanzte und stets von den Spielern erwartete, so mit dem Verein umzugehen, wie er es mit den Spielern tat. Sein Nachfolger Christian Nerlinger ist mittlerweile schon wieder Geschichte, Matthias Sammer inzwischen als Sportvorstand integriert und Uli Hoeneß auch mit 61 Jahren noch so umtriebig wie zu seiner Anfangszeit.

Der FC Bayern ist nach wie vor sein Lebenswerk und der Verein wird sich auch in Zukunft auf seinen besten Angestellten verlassen können. Wie lange Hoeneß letztendlich noch seine Finger im Spiel haben wird, ist schwer zu beantworten. Doch hoffentlich bleibt dieses Original den Bayern und auch der Liga noch lange erhalten.