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Fair-Play-Spieler Klose? Nicht immer
Nach der folgenden Ecke sollte es dennoch 3:0 stehen, da Müller per Kopf für Per Mertesacker ablegte, der aus neun Metern per Rechtsschuss vollendete. Dass der vor dem Spiel mit der Fair-Play-Medaille des DFB ausgezeichnete Klose dabei seinen Arm am Ball hatte, übersah Schiedsrichter Proenca. Da Klose, der zum zweiten Mal mit diesem Preis versehen wurde, trotz heftiger Proteste der Schweden schwieg, fand der Treffer Anerkennung.
Das 3:0 zur Pause war hoch verdient. Hamren reagierte mit einem Doppelwechsel auf die ausweglose Situation. Seine Mannen kamen motivierter aus der Kabine und hatten nach Wiederbeginn für fünf Minuten ihre beste Phase, ohne aber gefährlich zu werden.
Danach nahm das deutsche Team das Heft wieder in die Hand und kam in der 55. Minute auch zum vierten Treffer. Müller flankte von links in den Strafraum. Dort hatte Özil Zeit und Raum den Ball anzunehmen und aus acht Metern trocken zu verwerten. Sein Flachschuss traf das rechte Eck, wo Kroos im Abseits stand, aber nicht mehr eingriff.
Schwere deutsche Abwehrfehler helfen den Schweden
Die Party ging also weiter. Doch plötzlich trafen auch die Schweden in der 62. Minute. Eine weite Flanke des eingewechselten Kim Källströms köpfte Ibrahimovic gegen den Lauf von Manuel Neuer zum Ehrentreffer ein. Doch dabei sollte es nicht bleiben.
Nur zwei Minuten später war es wieder Källström, der einen Ball rechts in den Strafraum spielte. Dort verschätzte sich Holger Badstuber, sodass hinter ihm Mikael Lustig fast an der Grundlinie an den Ball kam und aufs Tor schoss. Dort war Neuer am kurzen Pfosten eigentlich gut platziert, doch er ließ das Leder passieren.
Nur weitere zwei Minuten später hatte Lustig gar die Chance zum Anschlusstreffer, doch er verpasste eine Kopfballverlängerung von Ibrahimovic bei einem Eckstoß frei am linken Pfosten knapp. Die deutsche Abwehr wackelte bedenklich.
Das schwedische Wunder
Löw reagierte und nahm Müller für Mario Götze aus dem Spiel. Das deutsche Team stabilisierte sich auch etwas und kam durch einen Schuss von Kroos auch wieder zu einer Torchance. Doch die Schweden hatten Blut geleckt und stürmten weiter. Als dann eine Viertelstunde vor Schluss Alexander Kacaniklic von einem Stellungsfehler Boatengs profitierte, auf links bis zur Grundlinie marschierte und Johan Elmander bediente, war der Weg zum dritten schwedischen Tor frei.
Niemals einen sicheren Eindruck hinterließ Manuel Neuer. Als er dann auch noch gegen Elmander das Leder im Strafraum verlor und dieser auf den gerade erst eingewechselten Tobias Sana an der Strafraumgrenze passte, schien das 4:4 fällig, da das Tor leer war. Doch der 23-Jährige traf bei seinem Länderspieldebüt nicht den Kasten.
Das 4:4 fiel dennoch: Nach einer Linksflanke verlängerte der von Ibrahimovic zu hart attackierte Mertesacker den Ball unglücklich in die Mitte des Strafraums. Dort schlug Rasmus Elm eiskalt zu und beförderte die Kugel aus vierzehn Metern in die Maschen des deutschen Tores.
Die Schweden verhinderten ihre erste Niederlage in Berlin, die deutsche Auswahl gab ein 4:0 her. Die Fans erlebten wahrlich einen historischen Abend im Olympiastadion.





