Mit einem hart erkämpften, am Ende umstrittenen 3:2-Heimsieg gegen Helsingborg hat sich Hannover 96 bereits am vierten Spieltag der Europa League für die KO-Runde qualifiziert. Ein Doppelpack von Diouf war der Grundstein zum Sieg.
Hannover bereitet seinen Fans in der Europa League immer wieder herzinfarktnahe Momente. Hatte man im bisherigen Verlauf der Saison schon zwei Spiele nach Rückständen umdrehen können, ging das Verteidigen eines Vorsprungs heute fast nach hinten los. Nach einer toll herausgespielten 2:0-Führung durch den Doppelpack von Diouf sorgten 20 unachtsame Minuten für ein packendes Ende, bei dem Huszti mit einem verwandelten Elfmeter in der Schlussminute zum Matchwinner avancierte.
Hannover mit Problemen in der Defensive
Die Ausgangslagen waren für beide Clubs klar. Hannover hatte die Chance, sich mit einem Sieg bereits vorzeitig für die KO-Runde zu qualifizieren, während Helsingborg mit nur einem Punkt aus drei Spielen dringendst einen Sieg brauchte, um die Hoffnungen auf ein Weiterkommen nicht schon am heutigen Abend ad acta legen zu müssen. Und das wäre gleichbedeutend mit dem Ende der Saison, denn da in Schweden von April bis November gespielt wird, hat Helsingborg die heimische Saison bereits abgeschlossen - mit einem für die Fans kaum akzeptablen sechsten Platz.
Doch Mirko Slomka, Hannovers Coach, hatte es vor allem bei der Aufstellung seiner Defensive nicht leicht. Pinto und Andreasen waren sowieso schon verletzt, Felipe musste unter der Woche ebenfalls angeschlagen aus dem Training aussteigen - und so wurde wieder einmal ein Platz für den Defensivallrounder bei 96, Christian Schulz, frei.
Hannover mit Esprit und Diouf
Doch die Defensive der 96'er rückte in Halbzeit eins kaum in den Blickpunkt, denn der Sturm übernahm diese Aufgabe von Beginn an. Kaum 3 Minuten waren gespielt, da musste Helsingborgs Keeper Hansson zum ersten Mal hinter sich greifen. Eine Flanke von links von Szabolcs Huszti landete in der Mitte genau auf der Stirn des freistehenden Mame Diouf, der aus 10 Metern ungehindert zur Führung einnicken konnte.
Während die Gäste nun anstatt nach vorn zu spielen noch mehr versuchten, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und Hannover einzulullen, spielten die 96'er weiter munter nach vorne. Diouf (19. Minute), Ya Konan (24., 34.) und Stindl (38.) scheiterten vor der Pause mit guten Möglichkeiten, während die Schweden weiterhin auf ihren ersten Torschuss warteten.
Und so blieb es auch nach der Pause. Hannover dominierte, Helsingborg war ratlos - und musste den Ball zum zweiten Mal aus dem eigenen Tor holen. Nach einem Doppelpass mit Schmiedebach kam Stindl rechts an der Grundlinie zum Flanken, in der Mitte lauerte Diouf - und weil der Senegalese völlig frei stand, konnte er sich die Ecke beim Kopfball zum 2:0 aussuchen (50.). Helsingborg kam zwar vom Anstoß weg zur ersten richtigen Chance, doch der bisher komplett beschäftigungslosen Ron-Robert Zieler konnte gegen Djurdic im 1-gegen-1 stark parieren (51.).
Djurdic leitet das Comeback ein
Wenige Minuten später rächte sich die leichte Zurückhaltung der 96'er dann aber doch. Eine lange Flanke von links gab Lindström am langen Pfosten volley zurück in die Mitte, und am linken Fünfereck lauerte besagter Djordic, um den Ball zum Anschlusstreffer in die Maschen zu köpfen (59.). Und plötzlich fanden die Schweden besser ins Spiel - vielleicht auch, weil einige 96'er in der Folge so erschienen, als wären sie gedanklich schon in der nächsten Runde.
So war es dann auch schon keine wirkliche Überraschung mehr, als Helsingborg nach zwei Schnitzern in der Abwehr der Hannoveraner durch einen strammen Schuss von Bedoya den Ausgleich erzielen konnte (67.). Vor allem Mario Eggimann stand während dieser Szene und auch in der Folge des Öfteren im Mittelpunkt unglücklicher Hannoveraner Abwehraktionen - wie auch in Minute 82, als er den Ball mit der Brust zu Zieler weiterleiten wollte, damit aber fast den dritten Treffer für Helsingborg einleitete.
Zwei Mal Rot und ein glücklicher Siegtreffer
Doch die Schlussphase toppte alles, was vorher da gewesen war. Der eingewechselte Sobiech bekam ein Anspiel am Strafraum und wurde von Peter Larsson von den Beinen geholt. Doch anstatt auf Freistoß entschied der Schiedsrichter sofort auf Elfmeter - sehr zum Frust der Spieler von Helsingborg. Im folgenden Trubel gab es dann sowohl für Atta als auch für Larsson die Platzverweise - für Larsson wegen der vermeintlichen Notbremse, für Atta wegen Meckerns.
Den folgenden Elfmeter schoss Huszti zwar gut, doch auch der Siegtreffer ging nicht ohne Drama vonstatten, denn Helsingborgs Keeper Hansson bekam noch eine Hand an den Ball und hätte fast abgewehrt, nur der Spin des Balles rotierte das Spielgerät über die Torlinie. Unter dem Strich stand für Hannover zwar ein denkbar glücklicher Sieg, aber eben auch die vorzeitige Qualifikation für die KO-Runde, die deshalb schon feststeht, weil sich Twente Enschede und Levante unentschieden trennten.
