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SEITE 3 VON 3:
3. Es gibt wenig Zeit, mit der kompletten Mannschaft zu trainieren und die Baustellen anzugehen.
Von: Gunnar Beuth
Datum: 08. November 2012, 11:08 Uhr
Format: Artikel
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Es gibt wenig Zeit, mit der kompletten Mannschaft zu trainieren und die Baustellen anzugehen.

(Seite 3 von 3)

Das ist in der Tat schwierig, da wir kaum noch zehn Trainingseinheiten mit dem vermeintlich stärksten Kader zur Verfügung haben. Wir haben aber noch drei Vorbereitungsspiele gegen Schweden und Rumänien. Die werden wir intensiv nutzen, um unser taktisches Konzept für Spanien zu erarbeiten. Vielleicht können wir das unter Wettkampfbedingungen sogar besser umsetzen als im normalen Training. Aber es ist wenig Zeit, und ich muss damit arbeiten. Deswegen nehme ich diese Herausforderung an.

Müssen wir uns denn ob solcher Situationen daran gewöhnen, dass die DHB-Auswahl in Zukunft auch mal das eine oder andere Turnier verpassen wird?

Ich werde alles dran setzen, dass wir - egal welche Rahmenbedingungen herrschen - bei jedem Turnier dabei sein werden. Ich würde es auch gerne sehen, dass wir - wie andere Ligen das auch machen - den Spielbetrieb schon vor Weihnachten pausieren lassen und der Nationalmannschaft mehr Zeit geben. Aber ich muss damit klar kommen und werde zusehen, in der kurzen Zeit das Team optimal vorzubereiten.

Was macht Ihnen als Bundestrainer denn Hoffnung auf eine ordentliche WM und ganz allgemein und eine positive Zukunft des deutschen Handballs?

Ich bin mir absolut sicher, dass in der Mannschaft viel Potenzial steckt. Man darf nicht verkennen, dass wir bisher nie den vermeintlich stärksten Kader zur Verfügung hatten. Ich weiß auch um die Stärke unserer Nachwuchstalente, und da habe ich die Hoffnung, dass wir diese zusammen mit der Liga entwickeln und an das nötige Niveau heranführen können. Dann haben wir in ein paar Jahren wieder eine schlagkräftige Nationalmannschaft. Daran glaube ich, und dafür arbeite ich Tag und Nacht - auch wenn mir jetzt wieder der eine oder andere Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Aber ich kann es nicht ändern und bin keiner, der sich dann permanent beklagt. Nach wie vor bin ich überzeugt, dass wir nur gemeinsam etwas bewegen können.

Lassen Sie die Fantasie einmal spielen: Wenn Sie den Handball reformieren dürften, wo würden Sie die Hebel ansetzen?

Ich würde den Qualifikationsmodus für die Europameisterschaft ändern und die Zahl der Spiele reduzieren. Vielleicht mit einer Vorqualifikation, sodass die Top-Nationen nur Hin- und Rückspiel für die Qualifikation benötigen. Momentan sind es ja sechs Spiele. Dann würde ich die deutsche Bundesliga von 18 auf 16 Klubs reduzieren. Denn ich kenne keine ausländische Liga, die mit 18 Mannschaften spielt. Die spielen mit 14 oder 16 Teams. Dann würde ich die Champions League anpassen. Dort gibt es derzeit vier Gruppen a sechs Teams. Entweder sollte man die Vorrunde mit weniger Spielen absolvieren; d.h. weniger Mannschaften den Gruppen zuordnen oder vielleicht nur zwei Mannschaften pro Gruppe in die Hauptrunde schicken. Die letzte Sache ist der Zeitraum der Turniere. Ich würde es in einem Acht-Jahre-Zyklus betrachten. In diesen acht Jahren würden dann drei Europameisterschaften, drei Weltmeisterschaften und zwei Olympische Spiele gespielt - jedes Jahr also nur ein Großereignis.

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