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"Es ist eine Kuschel-Welt, in der unsere Nationalspieler beim DFB leben", heißt das Fazit der Rechercheleistung. Auf der einen Seite das peinliche Versagen der DFB-Kicker gegen Italien, auf der anderen Seite diese Luxus-Kuschelwelt. "Ein Fall", so hört man schon die Henri-Nannen-Preis-Jury im nächsten Jahr loben, "von größtmöglicher Fallhöhe." Die Reporter der Bild bleiben am Ball und so sind die Lettern der nächsten Titel schon in den virtuellen Druckmaschinen gesetzt. "Luxusurlaub statt Streckbank", oder "Wein und Hummer statt Wasser und Brot - EM-Versager schlemmen sich die Bäuche rund" und das während der normale Arbeitnehmer... arbeitet. Skandal!
Erst die Zähne verloren, dann Einsatz im EM-Finale gewonnen
Toni Schumacher wollte dereinst den von ihm rüde gefoulten Patrick Battiston "die Jackettkronen" zahlen, ob dazu ein Benfica-Fan nach einer Attacke auf den Final-Schiedsrichter Pedro Proença bereit war, ist nicht überliefert. Für den derzeitigen Lieblings-Unparteiischen der UEFA - schließlich durfte er bereit das Champions League-Finale pfeifen - begann das Fußballjahr 2011/12 wenig verheißungsvoll.
Im August des letzten Jahres hatte der bekennend Benfica-Fan in einem Einkaufszentrum eine unschöne Begegnung mit einem Anhänger der Lissaboner, der ihm mit einer Kopfnuss zwei abgebrochene Zähne bescherte. Den lang gehegten Groll des Angreifers hatte er sich anderthalb Jahre zuvor zugezogen, als er in einer Partie zwischen Benfica und Porto trotz einer später nachgewiesenen Schwalbe von Lisandro Lopez auf Elfmeter gegen Benfica entschied. Proenças Eingeständnis eines Fehlers wurde zumindest von diesem einem Anhänger nicht gutgeheißen.
Seine Anfälligkeit für Schwalben hat der neue Stern am Schiri-Himmel nun aber abgelegt, in den drei bisherigen Gruppenspielen der EM, eines mit italienischer, eines mit spanischer Beteiligung, stellten ihm alle ein tadelloses Zeugnis aus. Damit dürften dem persönlichen Happy-End des Unparteiischen nur noch höchstens 120 Finalminuten im Weg stehen - ganz ohne Schwalben und mit allen noch vorhandenen Zähnen mag man ihm wünschen.
Michel Massing und Sven Kittelmann





