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Seine 18. Medaille sollte ein Doppel-Rekord werden. Seit 2001 wurde er auf der 200-Meter-Schmetterling-Strecke nicht mehr geschagen, hatte die Chance zum dritten Mal in Folge Gold auf einer Strecke zu gewinnen und gleichzeitig Latyninas Rekord zu egalisieren und vergab die Chance beim Anschlag. Silber blieb ihm trotzdem und Gold folgte wenig später mit der US-Staffel, wodurch er die 19. Medaille bei Olympia einheimste.
Epilog - Neue Erfahrung nach 19. Medaille
Nach so einer grandiosen Karriere erscheinen die zwei Silber- und die eine Goldmedaille schon fast nicht mehr erwähnenswert, doch Michael Phelps lernte trotzdem etwas hinzu. "Ich fing schon 20 Meter vor dem Ziel an zu lächeln, das ist mir noch nie passiert", erklärte Phelps mit einem Dauerlächeln im Gesicht unmittelbar nach dem Gewinn der 15. Goldmedaille.
Dabei war ihm das Lächeln zunächst entschwunden. Nach den 200-Meter-Schmetterling mit dem verpatzten Anschlag stand er erstmal bedröppelt auf dem Podest, konnte sich dann aber fangen und hatte sichtlich Freude daran, dem überwältigten Sieger Le Clos beim Posieren vor den Kameras zu helfen. Das Gegenteil erlebte der erfolgreichste Olympionike der Neuzeit bei der Siegerehrung der Staffel. "Es war zu emotional. Meine Augen wurden wässrig", so Phelps, der das Singen der US-Hymne seinen Teamkollegen überlassen musste.
In London hat Phelps definitiv Fans hinzugewonnen durch sein nicht mehr unnahbares, sondern eher sympathisches Verhalten. Zuvor wirkte er ob seiner Leistungen nahezu unmenschlich, was er selbst aber verneint: "Ich war die ganze Zeit ein Mensch." Der Nimbus seiner Unbesiegbarkeit ist jedoch verschwunden.
Nachwort - Stimmen zum Rekord-Olympioniken
Während Phelps die restlichen Tage der Spiele entspannt verfolgen wird, trifft er vielleicht auch auf Larissa Latynina und kann sich mit ihr über den Rekord unterhalten. Sie war unter den Zuschauern, als Phelps Medaille Nummer 18 und 19 sammelte und sah das Ende ihrer Bestmarke entspannt: "Ich sehe das ganz gelassen. Der Rekord hat immerhin seit 48 Jahren bestanden. Es war wohl an der Zeit, dass er gebrochen wird."
Nun ist Phelps also der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten, doch nicht jeder gönnt ihm auch den Titel des "Größten Olympioniken aller Zeiten". Olympia Organisationschef Sebastian Coe, seinerseits selbst zweimaliger Goldmedaillengewinner, sieht aus nationaler Sicht eher seine Landsmänner Steve Redgrave oder Daley Thompson vorn. Historisch gesehen könne man aber auch auf den US-Läufer Jesse Owens oder die rumänische Turnerin Nadia Comaneci kommen, so Coe.
Ob man es ihm nun gönnt oder nicht, die Geschichte des Michael Phelps wird lange Zeit in Erinnerung bleiben, denn er hat Geschichte geschrieben - und wir durften es miterleben.





