Klose mit zwei Toren, Reus mit zwei tollen Vorlagen. Das deutsche Team spielte die Schweden eine Stunde an die Wand, brach dann sensationell ein. sportal.de hat genau hingeschaut, analysiert und präsentiert die Einzelkritiken der Spieler beider Mannschaften.
Manuel Neuer: 5
Er hatte in der ersten Hälfte kaum etwas zu tun, es schien sich für ihn ein ruhiger Abend anzukündigen, auch wenn er einmal beim Herauslaufen leicht patzte. In der zweiten Hälfte landete dann praktisch jeder Schuss der Schweden auf seinem Kasten auch im Netz. Sah nicht gut aus beim Treffer von Lustig zum 2:4, macht beim Herauslaufen einen Fehler, als er den bereits gesicherten Ball noch einmal fallen ließ und so Sana zu einer guten Torchance kam.
Jerome Boateng: 4
Mit einer sehr starken ersten Hälfte, in der er über seine Seite für einigen Druck sorgte, defensiv nichts anbrennen ließ. In der letzten halben Stunde allerdings verlor er seine Linie. Mitbeteiligt am 3:4, als er in seinem Rücken Kacaniklic ziehen ließ.
Per Mertesacker: 5
Mit einer soliden ersten Hälfte, die er sogar mit einem Treffer krönen konnte. Aber nach 90 Minuten war wohl Mats Hummels der große Gewinner des Spiels, als die deutsche Mannschaft in der Defensive völlig die Linie verlor. Unglücklich, dass das Foul von Ibrahimovic vor dem Ausgleichstreffer nicht gepfiffen wurde.
Holger Badstuber: 5,5
Einer der Verlierer des Abends, reagierte er beim ersten Treffer der Schweden noch zu spät, vielleicht entschuldbar, da der Treffer nach einem schnellen Umschaltspiel entstand, als Müller im Mittelfeld den Ball verlor, stand er beim Treffer von Lustig schlecht und kam gegen Elmander beim 3:4 zu spät.
Philipp Lahm: 3
Die Gegentreffer erlebte der Kapitän eigentlich eher aus der Ferne. Zwei Treffer fielen über die linke schwedische Seite. Zwei wurden aus dem zentralen Mittelfeld vorbereitet. Sorgte in der ersten Hälfte für Schwung auf der linken Seite, als die deutsche Mannschaft das Spiel nach Belieben beherrschte. Aber in der letzten halben Stunde nicht mehr so viel zu sehen.
Thomas Müller: 2
Mit viel Spiellaune und an drei Treffern direkt beteiligt, hätte er sogar zwei Treffer noch selbst erzielen können. Aber in so einer Partie hätte wahrscheinlich nicht einmal das gereicht. Scheiterte früh in der ersten Hälfte und dann auch kurz nach Wiederbeginn an zwei großartigen Paraden von Isaksson.
Bastian Schweinsteiger: 4
Auch er war in der letzten halben Stunde nicht dazu in der Lage, die schwedische Elf auszubremsen. Im Mittelfeld hatte Källström inzwischen die Kontrolle übernommen.
Mesut Özil: 2,5
Neben Reus auffälligster Mann der deutschen Offensive, mit vielen klugen Pässen, einer der schönsten war das kurze Zuspiel auf Müller, der alleine vor Isaksson jedoch scheiterte.
Toni Kroos: 3,5
Etwas besser als Nebenmann Schweinsteiger auf der Doppelsechs, mit sicherem Passspiel, versäumte es wie sein Mannschaftskollege aus München, in der entscheidenden Phase der Partie, das Spiel zu beruhigen.
Marco Reus: 2
In der ersten Hälfte der überragende Mann auf dem Platz, als er mit Gegenspieler Lustig und dem aus dem Mittelfeld nachgerückten Wernbloom Katz und Maus spielte. Zwei glänzende Assists für Klose.
Miroslav Klose: 2
Nach der ersten Hälfte sah es noch so aus, als würde er den Rekord von Gerd Müller bereits in dieser Partie einstellen können. In einer starken ersten Hälfte mit zwei Abschlüssen, die zu Treffern führten.
Götze: 4
Sein Pech: Als er in die Partie kam, war sie gerade im Begriff zu kippen. So hatte er kaum Aktionen, die für Entlastung sorgen konnten.
Schweden
Andreas Isaksson: 2,5
Ohne ihn wäre es eine deutliche Niederlage geworden. Parierte zweimal glänzend gegen Müller, hielt, war zu halten war und hielt - hinterher kann man das getrost behaupten - seine Mannschaft im Spiel.
Mikael Lustig: 3,5
Das sah nach den ersten 45 Minuten nicht unbedingt nach einer Durchschnittsnote aus, als er, als rechter Außenverteidiger ohne viel Unterstützung, für Ordnung gegen die spielstarke linke deutsche Seite oft das Nachsehen hatte. In der zweiten Hälfte mit einer deutlichen Steigerung und dem 2:4-Anschlusstreffer, der das schwedische Feuer neu entfachte.
Andreas Granqvist: 5,5
Wie Nebenmann Jonas Olsson vor allem in der ersten Hälfte völlig überfordert. Kam immer wieder zu spät, ließ der deutschen Elf mit schwachem Stellungsspiel zu viele Räume.
Jonas Olsson: 5,5
Als er seinen schlechten Tag bereits hinter sich hatte, stand der für Mertesacker und Badstuber erst noch bevor.
Behrang Safari: 4,5
In der Viererkette auf der linken Seite, hatte er in der ersten Hälfte ernorme Probleme mit dem sehr offensiv orientierten Boateng. Zu seinen Gunsten spricht der kluge Pass vor dem 3:4 auf Kacaniklic.
Sebastian Larssen: 4
Mit zu wenig Unterstützung für den Hintermann Safari, der viel zu oft alleine in die Zweikämpfe gehen musste.
Pontus Wernbloom: 5,5
Bildete in der ersten Hälfte zusammen mit Samuel Holmen die Doppelsechs. Eine Halbzeit, in der die schwedische Elf praktisch, bis auf wenige Ausnahmeminuten, an die Wand gespielt wurde.
Zlatan Ibrahimovic: 2
Die erste Hälfte lief praktisch komplett an ihm vorbei. Doch sein Treffer zum 1:4 leitete die Aufholjagd der schwedischen Mannschaft ein, war ein ständiger Unruheherd mit seiner enormen Präsenz, die in der Schlussphase die deutsche Hintermannschaft zeitweise wie einen Hühnerhaufen aussehen ließ.
Samuel Holmen: 5,5
Bis auf seinen Distanzschuss in der 23. Minute mit einer ganz schwachen Partie. Aus dem Mittelfeld kam in der ersten Hälfte kein Widerstand durch die Schweden. Das änderte sich erst mit dem Doppelwechsel nach der Pause. Als er zusammen mit Wernbloom Platz für Källström und Kacaniklic machen musste.
Rasmus Elm: 3
Erhält einen Sonderbonus für das Tor, mit dem er Schweden den verdienten Punkt rettete. Kämpferisch und aktiv, mit wenig Fehlpässen.
Johan Elmander: 3
In der ersten Hälfte praktisch unsichtbar, welcher Schwede war das eigentlich nicht, änderte sich das im Verlauf der zweiten 45 Minuten, mit seinem Treffer war das Spiel wieder völlig offen.
Kim Källström: 1
Der Mann, der aus Sicht der Schweden nach seiner Einwechslung nach der Pause das Spiel drehte. Drei seiner Hereingaben führten zu Treffern. Nach kurzer Akklimatisierung übernahm er die Regie im schwedischen Mittelfeld und veranstaltete all das, was weder Wernbloom noch Holmen zuvor gelungen war.
Alexander Kacaniklic: 2
Mit für den Umschwung im schwedischen Spiel verantwortlich, verstärkte das Flügelspiel, wie Boateng spätestens beim 3:4 entsetzt konstatieren musste.
