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Ullrich, der nach seinem Tour-Sieg 1997 zum Darling der deutschen Fans und Medien aufstieg, lebt seit Jahren in Scherzingen auf der Schweizer Seite des Bodensees und hielt bis 2006 die Schweizer Profilizenz. Swiss Cycling hatte 2010 die Ermittlungen vor dem Hintergrund der Doping-Affäre Fuentes eingestellt mit dem Hinweis auf "fehlende Disziplinargewalt". Gegen diese Entscheidung war die UCI vor den CAS gezogen.
Nachdem er 2010 an einem Burnout-Leiden erkrankt war, tastete sich der Olympiasieger von Sydney unter Leitung eines neuen Managements im Vorjahr vorsichtig zurück in die Öffentlichkeit. Im Sommer zeigte er sich als Hobbyfahrer beim Ötztal-Marathon wieder im alten Metier - und wurde von den eingefleischten Fans bejubelt. Zuletzt wagte sich der frühere "Sportler des Jahres" beim Ball des Sports in Wiesbaden auch wieder auf das große Parkett.
Alpecin-Geschäftsführer macht Scherze
Einen Tag vor dem Urteil wirkte der Familienvater auf einem PR-Termin in Bielefeld so gelöst und locker, wie man ihn aus aktiven Zeiten nicht kannte. Bei der Präsentation hatte der Firmen-Geschäftsführer Eduard Dörrenberg die Lacher auf seiner Seite: Der Werbespruch des neuen Ullrich-Partnerunternehmens Alpecin ("Doping für die Haare") stünde in keinem Zusammenhang mit dessen Engagement, ließ er wissen.
"Für mich ist das ein Glückstag. Egal, wie es ausgeht: Ich hoffe auf ein faires Urteil", hatte Ullrich in Bielefeld erklärt. Dort hatte er am Mittwoch angekündigt, nach dem Urteil "noch einmal Stellung zu nehmen und dann hak' ich das Thema ein für alle Mal ab."
Dass er in der Vergangenheit nicht immer alles richtig gemacht hat, weiß Ullrich selbst. "Mit Fehler meine ich, dass ich vielleicht früher hätte etwas sagen müssen", unterstrich er bei dem PR-Termin. "Das wird sich alles aufklären." Er hätte sechs Jahre auf das Urteil warten müssen. "Ich habe sehr viel leiden müssen, bis hin zum Burnout. Das ist eine langwierige Geschichte, die mit dem Urteil für mich abgeschlossen ist. Der Urteilsspruch wird nichts an meiner Zukunft ändern", hatte er gesagt.





