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Afrika Cup: Eine Herzensangelegenheit
Dieser traditionsreiche Pokal mag kein Zuschauermagnet in den Stadien sein, viel mehr aber vor den Fernsehgeräten in den Teilnehmer-Ländern, doch noch immer ist es für viele Spieler eine Herzensangelegenheit, für das eigene Land bei einem Turnier auflaufen zu können. Dass die Chancen bei einer Weltmeisterschaft mitzumischen durchaus geringer sind, steht außer Frage. 40 Länder kämpfen in zehn Gruppen um den ersten Platz. Die jeweils zehn erstplatzierten Teams spielen dann in Play-Offs gegeneinander, sodass am Ende lediglich fünf afrikanische Teams bei der WM dabei sein können.
Dass Petrus auch in Zukunft nicht mit "Scheich-und-FIFA-Millionen zu bestechen sein wird, scheint mehr als sicher. Der Afrika Cup wird auch in den kommenden Jahren in die europäische Wintervorbereitung fallen. Und auch in Zukunft wird es die ewig gleiche Diskussion um Spieler geben, denen es verwehrt werden soll, für das Land ihrer Eltern einen Pokal gewinnen zu dürfen und ein ganzes Land stolz machen zu können. Oder glaubt wirklich jemand, dass Jonathan Pitroipa (Stades Rennes) jemals den WM-Pokal mit Burkina Faso in den Himmel stemmen wird?
Zusammen ist man stärker
Anstatt dem afrikanischen Fußball immer wieder zurechtrücken zu wollen, wäre eine Zusammenarbeit und Unterstützung durchaus wünschenswerter. Das Turnier alle vier Jahre stattfinden zu lassen wäre eine Option, würde aber auch für eine lange fußballfreie Zeit auf dem Kontinent sorgen.
Eine Vorstellung, die für die großen Fußballnationen nicht akzeptabel ist. Ein Turnier im Zwei-Jahres-Modus hilft dem afrikanischen Fußball, seine Strukturen und Jugendförderung weiter voranzutreiben und die vielen Talente besser ausbilden zu können. Außerdem ist es noch immer eine Bühne für Spieler, die einen Transfer ins gut bezahlte Ausland suchen. Der Afrika Cup kann nicht als gleichwertiges Pendant zur Europameisterschaft gesehen werden, die Qualität ist natürlich nicht die Gleiche, aber auch Rom wurde bekanntlich nicht in an einem Tag erbaut.
Botswana zeigt Nigeria, wie es geht
Kleine Länder wie Niger oder Botswana haben 2012 gezeigt, dass Afrika aufholt. Botswanas Fußballverband hat beispielsweise neben vier Nationalligen ein Nachwuchssystem eingerichtet, in dessen Zentrum eine landesweit funktionierende Jugendliga ausgetragen wird. Im Gegensatz zu Nigeria, dass mit knapp 170 Millionen Menschen in der Talentförderung meilenweit hinterherhängt. Der Afrika Cup sollte nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als eigenständiges Turnier mit gleichem Stellenwert wie die EM oder Copa America gesehen werden.
Dass die WM 2022 in Katar nun vielleicht ausgerechnet im Winter ausgetragen werden soll, zeigt nur eines: Die FIFA ist in der Lage, so etwas strukturell umzusetzen, am Kleingeld mangelt es sowieso nicht. Dem zu heißen Sommer nun doch ausweichen zu wollen, setzt der ganzen Diskussion jedoch die "Ironiekrone" auf.





