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Von: Michel Massing
Datum: 11. September 2012, 11:49 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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David Haye fordert Vitali Klitschko - Ein Kampf wie David gegen Goliath

Boxen,David Haye,Schwergewicht,Vitali Klischko
David Haye stichelt gegen Vitali Klitschko und will den Mega-Fight provozieren.

Vitalis letzter großer Kampf sei gegen Lennox Lewis gewesen - "und den hat er verloren", stichelte David Haye nach dem Sieg von WBC-Weltmeister Klitschko gegen Charr. Der verbale Brandstifter David Haye fordert Goliath Klitschko. Derweil legte Manuel Charr Protest ein.

Vitali Klitschko hat seit seinem Comeback 2008 Boxer wie Samuel Peter, Chris Arreola und Kevin Johnson besiegt. Am Samstag setzte er sich auch gegen den unbekannten Manuel Charr in Moskau durch. Der Kampf wurde allerdings aufgrund einer Cut-Verletzung Charrs in der vierten Runde abgebrochen. Da der Cut offensichtlich auf direkte Schlagwirkung zurückzuführen war, wurde der Kampf als TKO-Sieg für Klitschko gewertet.

Charrs Protest so schwach wie sein Punch

Ringarzt Dr. Holthusen führte an: "Die freie Sicht war durch das einlaufende Blut nicht mehr gewährleistet, außerdem war das Augenlid gefährdet." Nun hat der Boxstall des Wahlkölners offiziell Protest bei der WBC gegen das Urteil eingelegt. Das Argument der Charr-Vertreter: Der 27-jährige Herausforderer sei zur Begutachtung seines Cuts durch einen Ringarzt nicht in seine blaue, sondern in Klitschkos rote Ecke geschickt worden.

"Der Protest ist durch einen eindeutigen und unstrittigen Regelverstoß begründet. Im offiziellen Rules-Meeting am Tag vor dem Kampf wurde im Beisein beider Teams verabschiedet, dass der Ringrichter im Falle einer Verletzung den betreffenden Boxer in die nächstgelegene Ecke zu einem der beiden Ringärzte zu führen hat", sagte Pit Gleim, Geschäftsführer der Diamondboy Promotion.

BDB-Präsident Pütz rudert zurück

"Auf den TV-Aufzeichnungen ist deutlich zu sehen, dass Manuel im Moment der Unterbrechung viel näher an der eigenen Ecke war." Direkt nach dem Kampf hatte der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), Thomas Pütz, erklärt, dass dies keine Regelverletzung gewesen sei. Er relativierte seine Aussage aber anschließend.

"Ich habe den Supervisor und den Präsidenten der WBC darauf hingewiesen, dass es zwei Ringärzte gibt und dass bei einer Verletzung der Arzt der jeweiligen Ringecke zuständig ist. In diesem konkreten Fall hätte der Arzt aus der anderen Ecke Manuels Verletzung einschätzen müssen. Die Verantwortlichen der WBC haben darauf nicht reagiert", sagte Pütz laut sport.de.

Im Boxen bestimmt der Ringrichter

Die WBC muss nun auf den Protest reagieren, allerdings ist nicht zu erwarten, dass der Verband das Urteil revidiert. Grundsätzlich gilt beim Boxen, dass der Ringrichter entscheidet, was im Ring passiert. Nur der Ringrichter kann den Kampf unterbrechen oder sogar abbrechen, wie in diesem Fall auf Anraten eines Arztes.

Somit entscheidet auch der Ringrichter, welchen der beiden am Ring positionierten Ärzte er um Rat fragt. Rein formal sind beide Ärzte, die am Ring anwesend waren vom Verband (in diesem Fall vom BDB) eingesetzt. Hinter dem Protest steckt also wenig Zündstoff, die Reaktion der WBC muss nicht mit Spannung erwartet werden.

David Haye hüpfte vor Freude

Große Spannung bot der Kampf von Vitali Klitschko gegen Manuel Charr allerdings auch nicht. Der Herausforderer hatte dem WBC-Champion zu wenig entgegenzusetzen, der Titel war nicht in Gefahr. Einer freute sich besonders über diesen Kampfausgang.

"Vitalis Sieg über Charr war genau das, was ich mir gewünscht habe. Ich bin vor Freude aufgesprungen", sagte David Haye laut Sky Sport News. Der britische Boxer freut sich darüber, dass Klitschko weder verlor, noch glänzen konnte und das es, wie erwartet, kein großer Boxabend für den Ukrainer wurde.

Klitschko vs. Haye ist wie Pacquiao vs. Mayweather

Einen großen Boxabend und einen letzten Karrierehöhepunkt bietet wohl nur ein Kampf gegen David Haye. "Die gesamte Boxwelt will den nächsten großen Kampf sehen - und das ist David Haye gegen Vitali Klitschko", sagte der "Hayemaker". Neben dem seit langem erwarteten Mega-Kampf zwischen Manny Pacquiao und Floyd Mayweather Jr. ist das Schwergewichtsduell Klitschko-Haye der größtmögliche Zahltag im Boxen unserer Zeit.

"Ein Termin für einen Kampf könnte festgelegt werden nach seiner verlorenen Kampagne zur Wahl des Bürgermeisters von Kiew im Oktober", tönte der Brite. "Diesen Fight wollen die Boxfans sehen. Vitalis letzter großer Kampf gegen einen großen Gegner war gegen Lennox Lewis - und den hat er verloren", stichelte Haye in Moskau.

David Haye: "Gegner, von denen ich noch nie gehört habe" 

"Auch wenn er (Vitali) eine lange Siegesserie vorweisen kann, keiner dieser Siege hat Spannung und Entertainment geboten. Samstag hat er gegen einen Gegner geboxt, von dem ich noch nie gehört habe, es gab keine Schlagzeilen und keine Hoffnung. Jemand der in den Ruhestand gehen will, der will das doch mit einem großen Kampf", so Haye laut Sky Sports News.

David Haye machte das, was er besonders gut kann. Er ist ein Meister der Promotion, ein verbaler Brandstifter und Trashtalk-König. Aber er kann auch Boxen. Er stieg als WBA, WBO und WBC-Champion aus dem Cruisergewicht auf und holte sich den WBA-Titel im Schwergewicht gegen Nikolai Valuev. Gegen Wladimir Klitschko verlor er seinen Titel in einem Kampf, indem er nur weglief.

David gegen Goliath

Danach musste er in Großbritannien und überall auf der Welt viel Häme über sich ergehen lassen. Jetzt will er diese Scharte gegen den großen Bruder von Wladimir auswetzen. "Er ist ein starker Kerl und viel größer als ich, und so wäre es für mich ein Kampf wie David gegen Goliath. Aber ich bin mir sicher, dass ich gewinnen kann - und das werde ich", sagte David Haye. Nun ist Vitali Klitschko am Zug.