(Seite 2 von 3)
Während Jiracek, bei der EM einer der auffälligsten Spieler im Team Tschechiens, eher ein Kämpfer ist, einer, der den Platz beackert und bei dem man auch nach 90 Minuten noch das Gefühl hat, "der kann bis morgen früh durchrennen", ist Badelj ein kreativer Spielmacher, der in Zagreb Führungsspieler war. Badelj ist jedoch kein klassischer Zehner, sondern steht deutlich tiefer und ist eher ein in der Spieleröffnung begabter Sechser.
Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt zeigte Jiracek, dass er sich durchaus mit der künftigen Konstellation um ihn und Badelj auseinandergesetzt hat und sieht gemeinsamen Auftritten positiv entgegen: "Er ist kein Sprinter, ich bin schnell. Er ist Rechts-, ich bin Linksfuß. Ich glaube, wir könnten uns perfekt ergänzen."
Das Heck ist gesichert - Die Defensive
Beim HSV werden die beiden neuen für einigen Wirbel sorgen und die Besatzung des Schiffes durcheinander bringen, und für mehr Qualität sorgen. Sollten Badelj und Jiracek gemeinsam auf dem Platz stehen, braucht Heiko Westermann nicht mehr im defensiven Mittelfeld aufzulaufen, sondern kann sich seinem Ursprung widmen und die Abwehr verstärken. Mit Dennis Aogo und Namensvetter Diekmeier auf den Außen stehen Westermann zwei ordentliche Spieler im Abwehrverbund zur Seite.
In der Innenverteidigung sind mit dem derzeit verletzten Paul Scharner und den jungen Michael Mancienne und Jeffrey Bruma weitere Alternativen vorhanden, die mit dem erfahrenen Westermann an ihrer Seite vielleicht an Sicherheit gewinnen und das von Arnesen prophezeite Potenzial ausnutzen können. Über die mögliche Veränderung dürfte sich auch Ex-Nationalkeeper René Adler freuen, der nicht mehr ganz auf sich allein gestellt sein dürfte.
Vor der Abwehr sollte im von Coach Thorsten Fink angestrebten 4-1-4-1-System Jiracek seinen Platz finden und nicht nur nach hinten, sondern auch in Richtung Angriff Akzente setzen. Zwar bescheinigte ihm Felix Magath keine Abräumer-Qualitäten, Jiracek selbst schätzt sich aber als Kämpfer ein: "Ich bin ein defensiver Mittelfeldspieler, der Fußball spielt und kämpft. Und wenn sich Räume nach vorn ergeben, dann schalte ich mich in die Offensive ein und versuche auch, Tore zu erzielen."
Das Schiff in Position bringen - Der Spielaufbau
Freuen dürfte vor allem den alten Präsident und HSV-Kritiker Uwe Seeler die neue Aufstellung, denn neben der Abwehr bekommt sein HSV auch ein besseres Mittelfeld. Milan Badelj könnte die Zentrale bilden und der kreative Kopf sein, flankiert z.B. durch Marcell Jansen, Tolgay Arslan oder Ivo Ilicevic, während mit Maximilian Beister und Heung-Min Son zwei junge Spieler über die Flügel flitzen. Auch das sieht nominell gar nicht so schlecht aus.
Van der Vaart zum HSV?
Und ein Transfer Van der Vaarts ist äußerst unwahrscheinlich. Zunächst müsste Michael Kühne wohl im Alleingang die kolportierten 12 Millionen Euro Ablösesumme stemmmen, hinzu käme noch ein üppiges Gehalt. Frank Arnesen schließt seit Tagen zwar nichts aus, dennoch erscheint ein Wechsel schwer vorstellbar.
Hinzu kommt, dass Tottenham Hotspur erst kürzlich Luka Modric an Real Madrid verkauft hat und bisher noch kein Ersatz verpflichtet wurde. Ein zusätzlicher Abgang von Van der Vaart ist vor diesem Hintergrund momentan unwahrscheinlich.





