Es war nicht die große Dirk-Nowitzki-Gala. Doch auch ohne einen überragenden Auftritt des deutschen Basketball-Superstars haben die Dallas Mavericks beim 89:84-Erfolg bei ALBA Berlin eine Blamage vermieden. Die Berliner können sich über das gute Ergebnis freuen.
Im ersten Duell eines NBA-Teams mit einer deutschen Mannschaft kam der vielumjubelte Nowitzki in 34 Minuten auf insgesamt acht Punkte. ''Wir haben am Anfang sehr, sehr viele Fehler gemacht. Daran müssen wir noch arbeiten. Ich will ALBA aber gar nichts wegnehmen, sie haben gut gespielt und gekämpft'', sagte der Würzburger im Internetstream von sport1.de.
Schon beim Warmmachen feierten die 14504 Zuschauer die Dunk-Show der Texaner und beklatschten Nowitzki frenetisch. ''Ich möchte mich für euer Kommen bedanken'', sagte er über das Hallenmikrofon, ''die letzten drei Tage waren unvergesslich.''
Alba in Führung - nach 12 Minuten
Nach dem ersten Sprungwurf waren jedoch alle Ehrungen und Huldigungen seit seiner Ankunft in der Hauptstadt abgehakt. Häufig nahmen die ALBA-Verteidiger den 34-Jährigen in Doppeldeckung und erlaubten Nowitzki so im ersten Viertel nur einen Wurfversuch, den er gewohnt sicher im Zurückfallen zum 4:3 abschloss.
Im zweiten Abschnitt nahm Nowitzki nach zwei Fehlwürfen neben Kaman auf der Bank Platz und verfolgte mit einem weißen Handtuch über den Schultern das selten hochklassige, aber lange Zeit enge Spiel. Besonders der blendend aufgelegte Neuzugang Thompson glänzte für ALBA und sorgte mit zwei Dunks in Serie für die Höhepunkte der ersten Hälfte.
Sein Gegenspieler Nowitzki nahm es auf der anderen Seite mit einem Lächeln, dass er die Chance auf einen einfachen Korbleger völlig frei stehend vergab. ''Ich war ein bisschen zu schnell, das Knie hat nicht so mitgespielt. Ich muss aber natürlich auch noch Arbeit reinstecken, habe seit sechs Monaten kein richtiges Basketballspiel mehr bestritten'', meinte er.
Beaubois leicht angeschlagen - Kaman in guter Frühform
Nach der Pause spielte der große Favorit zunächst seine Klasse aus, konnte sich jedoch auch trotz zwei erfolgreicher Sprungwürfe von Nowitzki nicht entscheidend absetzen und ging nur mit vier Punkten Vorsprung in den Schlussabschnitt. Zudem musste Dallas, das am Dienstag beim FC Barcelona antritt, auch noch einen Schreckmoment verkraften, als der Franzose Rodrigue Beaubois mit dem linken Fuß umknickte und gestützt vom Feld humpelte.
Obwohl sich vor allem der eingebürgerte deutsche Olympia-Teilnehmer Kaman steigerte, verpasste Dallas die standesgemäße frühe Entscheidung. 40 Sekunden vor dem Ende hatte ALBA sogar noch die Chance, gleichzuziehen, aber ein unnötiger Ballverlust beim Passspiel machte diese Chance schnell zunichte. Shawn Marion brachte dann mit dem folgenden Angriff den Sieg unter Dach und Fach - auch wenn dieser sicher knapper ausgefallen war als sich die Mavericks vorher erhofft haben dürften.
Beste Werfer für die Texaner waren Chris Kaman, Dunk-Altmeister Vince Carter und Darren Collison mit jeweils 14 Zählern. Vor allem der überragende Deon Thompson hielt ALBA in der ausverkauften o2 World mit seinen 20 Punkten bis zum Schluss im Spiel.
Immerhin hat man nach der Niederlage der Boston Celtics in Istanbul verhindert, dass bereits nach zwei Spielen der NBA Europa die leidige Diskussion über die Klasse der NBA-Teams im Gegensatz zu der der guten europäischen Teams ausbricht - eine Diskussion, die aufgrund einiger knapper Spiele in der Vergangenheit schon des öfteren angeklungen war. Und die natürlich völlig unnütz ist, schließlich befinden sich die europäischen Teams bereits am Ende der Vorbereitung oder gar schon mitten in der Saison, während die NBA-Teams, die jedes Jahr zu Gast in Europa sind, ihre Vorbereitungen gerade erst begonnen haben.
