Während Manchester United den Saisonstart retten konnte, erlebte der Fußball des FC Chelsea gar eine Revolution. Vor allem der Belgier Eden Hazard zauberte in der ersten Hälfte einige flotte Spielzüge auf das Grün und wurde zum Matchwinner beim Sieg gegen Newcastle.
Das neue Chelsea
Chelsea hat sich verändert. Chelsea ist kein Team mehr, das den "Fußball zerstört", sondern bietet seit dieser noch jungen Saison ansatzweise attraktiven Offensivfußball und zwar vor allem wegen eines Neuzugangs: Eden Hazard. Der Belgier wirbelte auch im Spiel gegen Newcastle United in der ersten Hälfte herum wie kein Zweiter und erzielte den Führungstreffer per Elfmeter selbst, bevor er das 2:0 durch Fernando Torres einleitete und vorbereitete. Hazard, the wizard, könnte man fast meinen, denn der Ballzauberer hat dem Team der Blues ein neues Flair verschafft.
Bei Chelsea blieb Frank Lampard zunächst auf der Bank und wurde durch Ryan Bertrand vertreten. Dieser Wechsel änderte nichts daran, dass Chelsea von Beginn an dominierte. Die Gäste von Necastle United hatten in der Defensive immer wieder Probleme, wenn der Champions League-Sieger über die Flügel kombinierte. Es schien fast, als sei Chelsea nun die perfekte Mischung aus Beton anrühren und Kombinationsfußball geglückt. Newcastle kam durch Papiss Demba Cissé kurz vor der Halbzeit zur größten Chance im Spiel, doch Petr Cech parierte den Schuss aus kurzer Distanz und verhinderte so den Ausgleich.
Hazard und Torres treffen
Denn in der 22. Minute waren die Blues durch Eden Hazard in Führung gegangen. Fernando Torres kam im Strafraum zu Fall, wurde jedoch von Vurnon Anita kaum berührt, was zur strittigen Elfmeter-Entscheidung führte. Hazard verwandelte, schoss links unten ein. Auch kurz nach Cissés Gelegenheit zum Ausgleich war es wieder Hazard, der zunächst auf Ivanovic gespielt hatte und anschließend vor dem Tor von Tim Krul noch einen Doppelpass mit Torres spielte, bevor dieser den Ball ins hohe Eck hämmerte (45.). Hazard kommt damit auf sechs Vorlagen und ein Tor in drei Partien und war somit an sieben der bisherigen acht Saisontreffer beteiligt.
Zu Beginn der zweiten Hälfte kamen die Gäste besser ins Spiel, doch die Bemühungen verblassten recht schnell wieder. Erst sechs Minuten vor Schluss musste Cech erneut auf dem Posten sein und gegen den Ex-Hoffenheimer Demba Ba retten. Chelsea kam auch im Laufe der zweiten Halbzeit zu einigen Gelegenheiten, verringerte aber die Anstrengungen sichtlich und brachte die 2:0-Führung aus der Halbzeit sicher über die Zeit. In der 88. Minute wurde Frank Lampard noch für Raul Meireles eingewechselt, erlebte jedoch recht ruhige Schlussminuten auf dem Grün. Chelsea steht in der Tabelle nun auf Platz eins mit neun Punkten aus drei Spielen.
Manchester United rettet den Saisonstart
Manchester United hat seine Anhänger für die Auftaktniederlage gegen Everton entschädigt und gewann im Old Trafford mit 3:2 (3:1) gegen den FC Fulham. Die Red Devils gerieten früh in Rückstand, konnten das Spiel in der ersten Halbzeit drehen und mussten nach einem Eigentor von Nemanja Vidic doch noch zittern.
Sir Alex Ferguson setzte auf Neuzugang Robin van Persie im Sturm und Wayne Rooney zunächst nur auf die Bank. Im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Everton begannen außerdem Rafael, Anderson und Young für Nani, Scholes und Welbeck.
Martin Jol stellte mit Sascha Riether und dem Doppeltorschützen vom letzten Spieltag, Mladen Petric, gleich zwei Spieler auf, die in der letzten Saison noch ihr Geld in der Bundesliga verdient hatten. Der wechselwillige Clint Dempsey wurde vom Niederländer erneut nicht berücksichtigt.
Vier Tore in Halbzeit eins
Die Cottagers, die in den letzten fünf Spielen bei United nicht getroffen hatten, erwischten einen Blitzstart. Nach einer flachen Freistoß-Hereingabe von Brian Ruiz brachte Damien Duff Fulham bereits in der dritten Minute in Führung.
Sieben Minuten später rechtfertigte der letztjährige Torschützenkönig seine Aufstellung. Van Persie war nach einer scharfen Flanke von links mit einem anspruchsvollen Volleyschuss zur Stelle und egalisierte das Ergebnis. Für das 2:1 zeichnete sich ein weiterer Neuzugang verantwortlich. Shinji Kagawa staubte nach einem Fernschuss von Cleverley ab, nachdem Mark Schwarzer das Spielgerät nicht festgehalten hatte (35.).
Und es kam noch besser für United, noch vor der Halbzeit trug sich auch Rechtsverteidiger Rafael in die Torschützenliste ein. Nachdem er bereits wenige Minuten zuvor aus einer Abseitsposition getroffen hatte, war er in der 41. Minute nach einer Young-Flanke mit dem Kopf erfolgreich.
Fulham setzt United unter Druck
Dass der kleingewachsene Brasilianer den Ball am langen Pfosten einfach so einnicken konnte, spricht nicht für das Abwehrverhalten von Fulham in dieser Phase des Spiels. Allerdings hatte auch der Gast noch einen Hochkaräter in Durchgang eins: Mladen Petrics Versuch aus sechs Metern lenkte David de Gea an den Querbalken.
Petric war dann auch am Anschlusstreffer der Cottagers beteiligt. Im Luftduell zwischen dem Kroaten und Nemanja Vidic prallte die Kugel vom Bein des United-Verteidigers ins eigene Tor (64.). In der Folge drehte Fulham auf und brachte das Team von Sir Alex Ferguson gleich mehrmals in Bedrängnis, doch David de Gea war immer zu Stelle und rettete seiner Mannschaft die knappe Führung.
Letztlich war es ihm zu verdanken, dass der Saisonstart der Red Devils nicht komplett missglückte. Mit drei Punkten schob sich United zunächst auf den achten Rang der Tabelle. Wayne Rooney wurde in der 68. Spielminute für Kagawa eingewechselt und sorgte für eine Schrecksekunde, als er in der Nachspielzeit wegen einer Schnittwunde am Oberschenkel lange behandelt und schließlich ausgewechselt werden musste.
Everton bestätigt Form, Tottenham kassiert späten Ausgleich
Everton, die den Red Devils im ersten Saisonspiel eine Niederlage beigebracht hatten, bewiesen ihre gute Frühform auch gegen Aston Villa und kamen zu einem ungefährdeten 3:1-Sieg. Dabei machten die Toffees ähnlich wie United bereits im ersten Durchgang alles klar. Steven Pienaar (4.), Marouane Fellaini (31.) und Nikica Jelavic waren erfolgreich.
Spätestens nachdem Aston Villas Ciaran Clark in der 57. Spielminute mit der Roten Karte vom Feld musste, war der Augang des Spiels klar. Allerdings gelang Karim El Ahmadi noch der Anschlusstreffer für Villa (74.). Everton setzt sich somit vorerst oben in der Tabelle fest und hat wie auch Swansea City sechs Punkte auf dem Konto. Beide Teams residieren hinter Chelsea, die ein Spiel mehr haben.
Tottenham Hotspur konnte währenddessen den Fehlstart nicht verhndern. Beim 1:1 gegen West Bromwich an der White Hart Lane sorgte zunächste Benoit Assou-Ekotto für die Führung aus Tottenham-Sicht. Nach einem Eckball wuchtete der Kameruner eine Direktabnahme in die Maschen. In der Nachspielzeit traf dann James Morrison zum Ausgleich für die Baggies.
