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Datum: 19. Mai 2012, 13:34 Uhr
Format: Artikel
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Champions League: ''Traum''-Finale Bayern München gegen FC Chelsea

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Toni Kroos und die anderen bejubeln ihre Leistung

Der eine ist Öl-Milliardär mit flüssigem Gold und üppiger Portokasse, der andere Wurst-Millionär mit Hüftgold und stattlichem Festgeldkonto – gemein haben Roman Abramovich und Uli Hoeneß den Traum vom Champions League-Sieg. Den hatte auch der Autor dieser Zeilen, als er vor wenigen Nächten das entscheidende Tor träumte.

Es war eine Art Vision, die den Autor dieser Zeilen vor einigen Nächten aus dem Schlaf hochschrecken ließ. So eben hatte er den entscheidenden Spielzug des Champions League-Finales zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea geträumt. Gut, die Spieler im Traum hatten ihren realen Ebenbildern nicht wirklich ähnlich gesehen, aber prophetische Erscheinungen haben nun schließlich selten die überragende Bildqualität einer TV-Übertragung in nativem HD oder gar 3D.

Trotzdem war alles ziemlich real und deutlich zu erkennen, wie ein Bayern-Spieler mit der Nummer 39 im Getümmel des gegnerischen Strafraums an den Ball kam, schnell abzog und mit seinem 1:0-Siegtreffer den Champions League-Sieg des FC Bayern in der heimischen Allianz Arena unter Dach und Fach brachte.

Wird Toni Kroos also der Matchwinner im Finale dahoam, der Mann, den Jupp Heynckes wohl anstelle des gesperrten Luiz Gustavo auf der Sechserposition neben Bastian Schweinsteiger einsetzen wird? Chelseas Frank Lampard kürte Kroos immerhin kürzlich zu einem "der besten Mittelfeldspieler in dieser Saison in der Welt".

"Jaja, ihr träumt doch auch eure Noten", werden jetzt wieder einige kritische User angesichts unserer Vision unter diesem Artikel posten, die FDP-Politikerin Birgit Homburger sowieso nur genervt "Ich hasse Bayern München" knurren. Eine große Zahl an Bayern-Anhängern würde dieses "Traum-Resultat" aber sicher sofort unterschreiben. Allen voran Bayern-Präsident Uli Hoeneß, dessen Lebenswerk damit einen neuen Höhepunkt fände.

Titel im eigenen Stadion: Bayern könnte Geschichte schreiben

"Vergesst nicht, im Jahre 2012 findet das Champions-League-Finale in München statt, in der Allianz Arena - und da müssen wir dabei sein!", hatte er seiner Truppe immer wieder eingeimpft und noch bei der Feier zu seinem 60. Geburtstag das Finale als schönstes Geschenk bezeichnet. Das Champions League-Finale im eigenen Stadion zu erreichen, ist bereits ein Novum in der Geschichte des Wettbewerbs, sie dann auch zu gewinnen wäre damit erst recht einzigartig.

"Es ist das Highlight in der Geschichte des FC Bayern", so Hoeneß, der mit Sicherheit nicht noch einmal erleben will, wie eine andere Mannschaft in "seinem" Stadion die begehrte Trophäe entgegennehmen wird. Die bitteren Erinnerungen an Borussia Dortmunds Titelgewinn 1997 im Olympiastadion dürften sich tief in Hoeneß' Gehirn eingegraben haben. Genauso wie die Finalniederlage im Elfmeterschießen 2008 gegen Manchester United in das Gedächtnis von Chelsea-Besitzer Roman Abramovich. Eine Trauma, das ihn genau wie den Siegtraum 2012 mit Hoeneß verbindet.

Hoeneß und Abramovich trennen Welten

Ansonsten trennen die beiden Welten, denn dem Geschäftsgebaren des Öl-Milliardärs mit dem flüssigen Gold bei Chelsea kann der Wurst-Millionär mit dem Hüftgold nur sehr wenig abgewinnen. "Ein Abramowitsch, der 1,1 Milliarden Euro in diesen Verein gesteckt hat, wenn der den Stecker zieht, dann kannst du die als Puzzle am Kiosk kaufen", betonte Hoeneß erst kürzlich erneut und veranlasste den Guardian zu dem Schluss: "Das Aufeinandertreffen von Bayern und Chelsea könnte kaum mehr die beiden extremen Enden von Konzepten eines Fußballvereins darstellen."

Trotz enormen Kapitaleinsatzes in den letzten zehn Jahren war es dem russischen Milliardär bisher nicht vergönnt, den begehrten Titel einzufahren. Vier Jahre nach dem verlorenen Finale von Moskau bietet sich Chelsea nun die nächste Chance, den alten Hasen im Team wie Frank Lampard, dem gesperrten John Terry und Topstürmer Didier Drogba vielleicht die letzte. "Sie würden für diesen Pokal töten", ist sich Ex-Blues-Coach Gianluca Vialli daher sicher.

Bayern kein zweites Vizekusen

Doch Todesängste wird in der Allianz Arena keiner ausstehen müssen, Blutbäder kamen schließlich in der prophetisch-nächtlichen Vision nicht vor – einzig rot-weißer Jubel über den Champions League-Sieg dahoam und grenzenlose Erleichterung darüber, dass München das Leverkusener Schicksal von drei Vize-Titeln erspart bleiben wird.

Aber an alle die, die jetzt aufgrund unserer Prophezeiung mit 1:0-Tipps die Wettbüros stürmen und Hab und Gut darauf setzen: Diese Angaben sind, genau wie unsere Noten, natürlich ohne Gewähr, der Rechtsweg wie immer ausgeschlossen. Und obendrein sei darauf hingewiesen, dass Träume viel zu oft leider Schäume sind oder reinem Wunschdenken entspringen – der deutsche Kommentar im Traum kam schließlich auch weder von Marcel Reif noch von Wolf Fuß...

Malte Asmus