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Von: Malte Asmus
Datum: 30. August 2012, 20:17 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Bundesliga-Vorschau: Javi Martinez, Bayern München, BVB, Werder, HSV am zweiten Spieltag

Fußball,Bayern,Heynckes,Martinez
Jupp Heynckes und Javi Martinez: Auf gute Zusammenarbeit bei Bayern München

Wie kommen wir in den ersten Fünf Fragen der neuen Bundesliga-Saison bloß an Javi Martinez und den Bayern vorbei? Richtig, gar nicht. Dazu spekulieren wir, ob Borussia Dortmund eine Schraube locker hat und wer eigentlich die wahre Nummer eins im Norden ist.

Klopft Bayern München gegen den VfB Stuttgart ordentlich auf den Busch?

Zwei Dreier in Folge zum Saisonauftakt - eigentlich lächerlich. Barney Stinson würde jedenfalls in schallendes Gelächter ausbrechen. Solche Ausbeuten erzielt der schließlich an einem einzigen Wochenende. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet der FC Bayern München, der sich selbst sicher nicht für einen Ted Mosby-Typ hält - bereits seit der Saison 2007/08 auf so eine Serie wartet.

Während die Bayern seitdem maximal drei Punkte zum Auftakt einfahren konnten, schafften Hoffenheim, Hannover (je zwei Mal), Kaiserslautern, der HSV, Schalke und Wolfsburg schon die Maximalausbeute nach zwei Spieltagen. Nicht zu vergessen der FSV Mainz 05, dem das Kunststück ebenfalls zweimal gelang, und der zum Auftakt der Saison 2010/11 sogar sieben Spiele in Folge gewinnen konnte. Aber warum diese ganzen Loser und nicht der große FC Bayern?

Großen Worten müssen eben auch Taten folgen. Nur so kommt man schließlich auch zum erfolgreichen (Tor)-Schuss. "Vielleicht waren wir vergangene Saison auch mehrfach zu brav", zog Thomas Müller in Bild seine Lehren und da brav und nett ja bekanntlich die kleinen Brüder von Stoffwechselendprodukten sind, forderte er die Abkehr vom Blümchen-Fußball: "Weniger kuscheln, sondern mehr klopfen!"

Zur neuen Devise passt Neuzugang Javi Martinez, der kann laut Jupp Heynckes schließlich "auf dem Platz schon mal rustikal dazwischen hauen". Vielleicht wird er das für Bayern München schon gegen den VfB Stuttgart unter Beweis stellen dürfen. Ein Sieg an seinem 24. Geburtstag, der Heynckes die 100. Tabellenführung als Bundesligatrainer und Bayern das Ende der schwarzen Auftaktserie brächte. Was lange gärt, wird endlich gut! Das weiß man doch in Bayern.

Hat der BVB etwa eine Schraube locker?

Davon ist man in Dortmund relativ unbeeindruckt - von Bayern München im Allgemeinen und Javi Martinez im Speziellen. "Angst und bange wird uns nicht", kommentierte BVB-Coach Jürgen Klopp wie immer mega-cool und seinem Image angemessen super-locker. Aber dazu hat er natürlich auch allen Grund. Schließlich steht als nächster Gegner nur der 1. FC Nürnberg an.

Die haben zwar immerhin am ersten Spieltag den HSV geschlagen... aber gut, das kann ja sogar der Karlsruher SC. Von daher: Der Club ist wenig Respekt einflößend. Dazu trägt auch die persönliche Bilanz von Dieter Hecking als Club-Trainer in Bundesliga-Spielen gegen den BVB bei: Fünfmal angetreten, fünfmal abgefertigt. Aber nicht nur der Trainer, auch seine aktiven Spieler kennen Erfolge gegen den BVB aus Dortmund im Dress des 1. FC Nürnberg höchstens von der Playstation.

Gut, in der Vorbereitung gab es beim Abschiedsspiel für Marek Mintal einen 4:2-Sieg. Doch der zählt nicht viel, schließlich war Borussia Dortmund dort mit einer Reservetruppe angereist. Raphael Schäfer holte in der Bundesliga immerhin drei Remis bei neun Niederlagen, Javier Pinola spielte dreimal unentschieden bei vier Pleiten. Bleibt nur die Hoffnung, dass wie im Saisoneröffnungsspiel gegen Werder Bremen beim "BVB noch nicht alle Rädchen greifen", wie Hecking laut focus.de erklärte oder dass die Borussia gleich ganze Schrauben locker hat wie 2007 bei der 0:2-Pleite in Franken.

Ist Hyypiä der einzige coole Leverkusener?

Rädchen, die noch nicht ineinander greifen, kennt man auch bei Bayer Leverkusen. In der letzten Saison hatte die Werkself das Problem unter Robin Dutt und jetzt auch aufgrund der Systemumstellung des neuen Trainer-Gespanns Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski. Da hakt und klemmt es noch gewaltig, wie die 1:2-Niederlage zum Auftakt gegen Eintracht Frankfurt bewiesen hatte.

"Wir waren im Eifer zu übereifrig", versuchte Lewandowski laut bundesliga.de zu beschönigen, was man gnadenlos auch mit Fehlpässen, harmlosen Abschlüssen in der Offensive und letztlich fehlender Kompaktheit in der Defensive beschreiben könnte. Wäre die Mannschaft doch bloß so cool gewesen wie Hyypiä kurz vor dem Spiel gegen den SC Freiburg. "Es war eine ganz normale Woche", erklärte der Teamchef rp-online ganz gelassen. Dabei steht Bayer im Falle einer Niederlage gegen den SC Freiburg vor dem schlechtesten Saisonstart seit 18 Jahren.

Und zumindest statistisch liegen die Breisgauer derzeit auf Augenhöhe zu Bayer. Denn beide Clubs haben im bisherigen Kalenderjahr 2012 in 18 gespielten Bundesligapartien 28 Punkte geholt. Für Freiburg ist das eine tolle Bilanz, für Bayer allerdings deutlich zu wenig. Stellt man die Fehler aus dem Frankfurt-Spiel nicht ab, könnte sich das gegen den SC Freiburg rächen. Denn der trifft gegen Bayer immer (in bisher allen 13 Duellen) und vor allem in Leverkusen. Mehr als die 22 bisher dort erzielten Treffer schossen die Breisgauer gegen kein anderes Bundesligateam. Und wenn man dann noch die negative Heimbilanz Leverkusens aus der letzten Saison dazunimmt... Nicht viel Anlass für Gelassenheit.

Fink und Adler - Crashlandung im Hühnerstall?

Gelassenheit erbitte ich auch von Ihnen, liebe User. Etwas Blöderes als die Federvieh-Metapher ist mir leider zum Nordderby nicht eingefallen. Aber für den HSV könnte es im Weserstadion schon die nächste Pleite geben, die den Fehlstart in die Saison komplett machen würde. Zwar verlor auch Werder Bremen den Auftakt, stellte sich gegen Borussia Dortmund aber weitaus besser an als der HSV gegen Nürnberg.

Ob mit oder ohne Rafael van der Vaart, Werder dürfte favorisiert in die Partie gehen. Dafür sprechen die jüngsten Eindrücke, aber noch mehr die Statistik. Als Spieler und Trainer verlor Thorsten Fink seine letzten sechs Duelle mit Werder, das die beiden Duelle der Vorsaison jeweils klar für sich entscheiden konnte. Doch im Nordderby geht es letztlich natürlich um viel mehr als einen direkten Vergleich. "Es geht um die Vorherrschaft im Norden", wies Klaus Allofs laut abendblatt.de auf die eigentliche Bedeutung der Partie hin.

Wenn der Werder-Boss sich da mal nicht irrt. Dieser Titel wird angesichts der Ergebnisse der letzten Jahre eher einen Tag später und ein paar Kilometer weiter südöstlich ausgetragen. Bei Werder gegen den HSV geht es wohl vielmehr auch um einen Fingerzeig für die Beantwortung der Frage: Überlebt Thomas Schaaf im Amt als Bremen-Coach auch den 14. HSV-Trainer?

Wer wird denn nun die wahre Nummer eins im Norden?

Warum sollte man am Wochenende nach Wolfsburg fahren? Gut, man könnte sich die Gratis-Vorstellung des dortigen Planetariums zum Tode von Neil Armstrong anschauen... Quatsch, man fährt natürlich zum Derby zwischen dem VfL Wolfsburg und Hannover 96. Hier geht es schließlich um den Titel Nummer eins im Norden.

Und in dieser "Konstellation", wie Matthias Sammer sagen würde, spricht derzeit viel für Wolfsburg. Nicht nur, weil die 96er noch die Europa League-Quali in den Knochen haben. Der VfL hat gegen keinen anderen Bundesliga-Konkurrenten eine ähnlich gute Bilanz wie gegen Hannover. 12 der bisher 20 Vergleiche konnten die Wölfe gewinnen, in der Volkswagenarena verloren sie dabei nur einmal.

Besonders Diego freut sich auf seinen Lieblingsgegner. Vier Tore hat er noch gegen keinen anderen Bundesliga-Club geschossen. Keine guten Aussichten für Mirko Slomkas ersten Sieg als Trainer in Wolfsburg.