So richtig gelegen kommt den Bundesligisten der Liga total Cup nicht. Besonders beim HSV will man sich lieber auf die Liga vorbereiten. Im Vorfeld nutzte Paul Breitner die Möglichkeit, um gegen die Dortmunder zu sticheln und die Causa Robert Lewandowski kocht erneut hoch.
Dabei sind die Hamburger zu ihrem 125-jährigen Bestehen Ausrichter des Wettbewerbs, bei dem der FC Bayern München, Werder Bremen und Borussia Dortmund zusammen mit den Rothosen auf dem Platz stehen, um vielleicht eine letzte Standortbestimmung vor dem DFB-Pokal sowie der Bundesliga-Saison 2012/13 zu erhalten.
Doch so richtig werden sich die Teams kaum in die Karten schauen lassen. "Ich denke nicht, dass wir mit der ersten Elf auflaufen. Auch die anderen werden noch durchwechseln", sagt Borussia Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller. Verzichten muss der amtierende Meister so oder so auf Mario Götze, der immer noch an einer Bindehautentzündung laboriert.
Beim Halbfinal-Gegner und Ausrichter HSV kümmert man sich nicht um diese Testspiele. Nach der abgelaufenen Spielzeit, in der nur knapp die Erstklassigkeit gehalten werden konnte, möchte man sich gut auf die kommende Saison vorbereiten und Thorsten Fink will sein Spielsystem in aller Ruhe und mit den dafür nötigen Trainingseinheiten einstudieren.
Fink: Keine Rücksicht auf den Liga total Cup
"Ich kann keine Rücksicht auf den Wettbewerb nehmen. Wichtig ist, was in der Saison läuft - nicht davor", so Fink. Dabei wird er zwar keine B-Elf auf den Rasen schicken, allerdings lässt der Coach an beiden Tagen auch noch je zwei Mal trainieren. Spritzig werden die Norddeutschen kaum daherkommen.
Während einzig aus Bremen kaum Statements zu hören sind und man sich bei den Grün-Weißen auf eine "erste Standortbestimmung" freut, wie Manager Klaus Allofs erklärte, ist Eljero Elia heiß auf die Rückkehr nach Hamburg. "Wenn sie pfeifen, gibt mir das nur noch mehr Power. Das ist doch klar", so der Flügelspieler.
Somit sind es einmal mehr die Bayern, die für mediale Aufmerksamkeit sorgten und den BVB sozusagen mit hineinziehen. Zunächst ließ Paul Breitner via bild.de kein gutes Haar am BVB. "Wer zweimal vorm FC Bayern Meister wird, der muss aufhören, solchen Unsinn zu erzählen. Das ist nur kindisch und lächerlich", erklärte Breitner zur Tiefstapelei der Westfalen.
Paul Breitner legt nach
Einmal angefangen, legte Breitner im Hinblick auf die Champions League natürlich nach. "Wenn beide Teams das gleiche Programm vor der Brust haben, dann wird nur der FC Bayern Meister." BVB-Boss Hans-Joachim Watzke meinte dazu: "Paul Breitner soll sich lieber um die Bayern Gedanken machen. Wir gehen unseren Weg - der FC Bayern geht seinen Weg. Unser Ziel bleibt die Qualifikation für die Champions League."
Bei den Bayern baut man indes wieder auf Bastian Schweinsteiger, der beim Cup Spielpraxis sammeln und seine Form überprüfen soll. "Bastian ist in guter Verfassung, er wird auf alle Fälle zum Einsatz kommen", so Bayern-Trainer Jupp Heynckes einen Tag vor dem Spiel am Samstag (18.30 Uhr) gegen Werder Bremen.
Möglich, dass die Bayern und der BVB sich treffen, vielleicht sogar im Finale um den Sieg spielen. Dann gibt es ein Wiedersehen mit Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski, den die Münchner im Frühjahr verpflichten wollten. Der Pole wird die kommende Saison wohl noch in Schwarz-Gelb absolvieren, seine Berater pokern allerdings im Hintergrund kräftig.
Gehaltsangebot als Messlatte
Und da hat auch der FC Bayern seine Finger im Spiel, wie der kicker berichtet. Denn angeblich machten sie Lewandowski ein Angebot über insgesamt 7,5 Millionen Euro und diese Summe soll nun Grundlage der Verhandlung des bis zum Sommer 2014 laufenden Vertrags sein. Die Berater Cesary Kucharski und Maik Barthel sollen sich an diesem Angebot orientieren.
Bisher gelten Mario Götze, Mats Hummels und Marko Reus als Spitzenverdiener, bei einem geschätzten Gehalt von etwa vier Millionen Euro. Ob Lewandowski ein Paket von über 7,5 Millionen Euro verdient hätte, kann er vielleicht schon beim Liga Cup zeigen - dann auch eventuell im Finale gegen die Bayern.
