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Datum: 17. Dezember 2012, 16:44 Uhr
Format: Artikel
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Bundesliga, 17. Spieltag: Fünf Noten des Wochenendes

Vedad Ibisevic
Vedad Ibisevic lamentierte in Mainz oft

Letzte Woche war Vedad Ibisevic gegen Schalke 04 aufgrund dreier Treffer eine Bank in Sachen Noten. Eine Woche später sieht das ganz anders aus. Am vergangenen Wochenende trumpften andere Stars auf. sportal.de erklärt das Warum.

Die Comunio-Manager haben Wort gehalten und wie schon in der vergangenen Woche fünf Spieler des Wochendes ausgewählt. sportal.de stellt sich dem Urteil und kommt ohne große Umschweife zum letzten Mal in 2012 innerhalb der beliebten Rubrik 'Fünf Noten des Wochenendes' zu Wort. Doch lesen Sie selbst!

Marc-Andre ter Stegen (Borussia Mönchengladbach) Note 1

Eine schwierige Vorrunde hat Marc-Andre ter Stegen hinter sich. Erstmals in seiner Bundesligakarriere musste er durch ein Leistungsloch. Insbesondere der graue November war ein ganz schwieriger Monat für den Torhüter, der nach schwachen Leistungen in die Kritik kam, weil er seinen Vordermännern keinen Halt geben konnte, diese beispielsweise in der Europa League gegen AEL Limassol sogar stark  mit zahlreichen Fehlpässen verunsicherte. Er versprach aus diesen Fehlern zu lernen und das tat er offensichtlich. Bei den Bayern war er nie aus der Ruhe zu bringen.

Bastian Schweinsteiger und Co verzweifelten regelmäßig, da sie am starken Gladbacher Schlussmann scheiterten. Dieser wehrte gefährliche und hart geschossene Distanzschüsse nicht nur ab, sondern ließ sie auch nie gefährlich nach vorne abprallen und schnappte sie sich spätestens im Nachfassen. Zwei kleinere Schwächen offenbarte er bei hohen Bällen. Einmal brauchte er etwas Glück, den Ball doch noch zu sichern, ein weiteres Mal geriet seine Abwehr etwas zu kurz, Franck Ribery schoss aus gut zwanzig Metern deutlich vorbei. Das waren aber nur Nebensächlichkeiten in einem ansonsten perfekten Spiel Ter Stegens, weshalb sportal.de meint: Note 1. 

Dante (Bayern München) Note 1,5

Welch großen Verlust Mönchengladbach mit dem Abgang von Dante erlitten hat, bekamen die Fohlen beim ersten Aufeinandertreffen mit ihrem Ex-Abwehrchef eindrucksvoll vorgeführt. Hinten mit extrem klugem Stellungsspiel und praktisch keinem Fehler, vorne mit unzähligen gewonnenen Kopfballduellen, die gut und gerne ein Tor hätten bedeuten können. Praktisch jede Bayern-Ecke wurde auf Dante geschlagen. Und praktisch jede endete in einem von ihm gewonnenen Kopfballduell, obwohl man nicht einmal mit ihm zusammengespielt haben musste, um voraussagen zu können, wie Bayern die Ecke schlagen würde. Das liegt am rundum hervorragenden Kopfballspiel Dantes, der vom Timing der Sprünge, der Technik der Abschlüsse und der Durchsetzungsfähigkeit her zu den besten Kopfballspielern der Bundesliga gezählt werden muss. Hinten noch dazu mit einem ganz wichtigen Laufduell gegen Juan Arango nach einem der wenigen Gladbacher Konter, als er auch in der Schlussphase des Spiels noch starke Kondition demonstrierte.

Einziger Wermutstropfen vielleicht sein Verhalten vor dem Elfmeter, der zum 0:1 führte. Aber ein Ballverlust, der in einer mäßigen Flanke mündet, die keinen Adressaten gefunden hätte, bevor Jerome Boateng sie mit der Hand blockte? Das kann kein Argument dafür sein, eine wirklich tolle Verteidigerleistung in einem sehr guten Bundesligaspiel deutlich abzuwerten, wie wir finden. 

Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) Note 1

Der beste Feldspieler des Wochenendes kam aus Leverkusen. Es kann niemanden verwundern, dass dieser Stefan Kießling heißt. 25 Tore hat der Stürmer in diesem Kalenderjahr erzielt, zwölf davon in dieser Saison. Kaum ein Spieler war für ein Managerspiel wertvoller als der technisch versierte Kießling. Für ihn spricht, dass er von den zwölf Saisontoren, vier mit dem Kopf, vier mit dem rechten und vier mit dem linken Fuß erzielt hat. Das macht ihn für die Verteidiger unberrechbar. Gegen den HSV glänzte er auch noch mit einem herrlichen Zuspiel auf Andre Schürrle.

Doch für das Team hat der zudem laufstarke Kießling eine noch darüber hinaus gehende Bedeutung. Er beschäftigt stets die Verteidiger, hält Bälle in den eigenen Reihen, legt für die Mitspieler ab und sorgt auch defensiv für Druck, geht er doch die ballführenden Spieler an und stört so frühzeitig den Aufbau des Gegners. Dies alles zeigte er gegen den Hamburger SV in Pefektion, so dass der Schlussmann der Hanseaten Rene Adler danach nur eine Analyse blieb, die zugleich eine Empfehlung für Bundestrainer Jogi Löw war. Dieser Mann muss in die Nationalmannschaft.

Vedad Ibisevic (VfB Stuttgart) Note 5,5

Gegen Schalke noch Weltklasse, sieben Tage später gegen Mainz fast die Höchststrafe für Vedad Ibisevic. Der mit drei Toren herausragende Stürmer, der die Knappen im Alleingang abschoss, erlebte in Mainz einen seiner ganz schwachen Tage. An seinen Gegenspielern Jan Kirchhoff und Bo Svensson biss er sich meist die Zähne aus. Eigentlich begann das Unglück nach etwas mehr als einer halben Stunde. Ibisevic eilte nach feinem Pass von Martin Harnik Richtung 0:1, scheiterte aber im Alleingang an Heinz Müller. Das kann einem Stürmer passieren – keine Frage.

Doch danach ging nichts mehr beim Stürmer. Frustriert fiel er vor allem durch Meckerei und Beschwerden beim Unparteiischen Felix Brych auf. Dieser war offenbar gut gelaunt, denn ansonsten hätte er den schon verwarnten Ibisevic eine Viertelstunde vor Schluss vom Platz stellen müssen. Am Fünfer fiel der Stürmer ohne Fremdverschulden und ohne Grund, um einen Strafstoß zu produzieren. Diese Unsportlichkeit war nicht zu übersehen und eindeutig und führte zu einem weiteren Abzug.

Franck Ribery (Bayern München) Note 2,5

Als fünften Spieler haben die comunio-Manager Franck Ribery ausgesucht. Der beste und konstanteste Bayern-Spieler in dieser Vorrunde war auch gegen Mönchengladbach ein belebender Faktor im Spiel des Rekordmeisters. Nie sah sportal.de den Franzosen in der Hinserie schlechter als Durchschnitt, ganze zweimal schlechter als 2,5 bei insgesamt zwölf Einsätzen. Da wirft uns manch einer vor: Na klar, dass ist einer von euren Lieblingsspielern. Das mag sein, wenn man wirklich meint, dass der sportal.de-Schnitt von 2,04 zu gut sei. Die Differenz zum kicker beträgt übrigens den Wimpernschlag von 0.04. Es kann also keinen Zweifel geben, dass Ribery eine herausragende Vorrunde gespielt hat.

Gegen die Gladbacher lieferte Ribery also eine seiner schwächeren Partien ab, da er über dem eigenen Schnitt blieb? Das lag an der fehlenden Effizienz seiner Vorstöße. Zwar war er der übliche und stetige Unruheherd, der gleich mehrere Verteidiger auf sich zog. Doch der finale Dolchstoß klappte gegen die Borussia nicht. Wir meinen daher, die Leistung des Franzosen war sicherlich immer noch gut, aber eben nicht so gut wie in vielen anderen Partien zuvor.