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"Er entschied sich nicht auf dem eigentlichen Kurs zu spielen, sondern wählte seinen eigenen, der aus Heufeldern, Parkplätzen, der Tribüne, Drop Zones und sogar Frauenklamotten bestand", erklärte der damalige Chairman des Championship-Kommitees, Colin Maclaine, bei der Siegerehrung. Was es mit den "Frauenklamotten" auf sich hatte, ist leider nicht gesichert überliefert, dafür aber Ballesteros Schlag, mit dem er vom Parkplatz aus doch noch das 16. Grün traf und den Grundstein für den Sieg legte.
Bobby Jones musste zahlen, dann durfte er gewinnen
Es war ein ebensolcher Wunderschlag, wie er dem legendären Bobby Jones gelungen war, als er sich 1926 vom bisher dahin mit ihm an der Spitze liegenden Al Watrous hatte absetzen können. Aus einer ungünstigen Lage auf sehr sandiger Fläche, von der aus er die Fahne überhaupt nicht hatte sehen können, hatte Jones den Ball mit traumwandlerischer Sicherheit auf das Grün gespielt und rettete das Par, während sein entnervter Flightpartner drei Putts brauchte und entscheidenden Boden verlor.
Kurios war aber nicht nur der Schlag von Jones, sondern auch die Vorgeschichte, die sich unmittelbar vor der Schlussrunde zugetragen hatte. Da Jones seine Spieler-Akkreditierung im Hotel vergessen hatte, hatten ihm die überkorrekten Ordner nämlich den Zutritt zur Anlage verwehrt und ließen ihn erst durch, nachdem er den korrekten Eintrittspreis für den Tag bezahlt hatte. Jones ist damit bis heute der einzige Major-Sieger, der für seine Siegrunde bezahlen musste. Zumindest davor sollte Tiger Woods gefeit sein.
Trotzdem muss er im Royal Lytham and St. Annes mit allem rechnen. Ein vierter The Open-Titel, der gleichzeitig der 15. Majorerfolg seiner Karriere wäre, ist ebenso möglich wie die Rückkehr an Weltranglistenposition Nummer eins. Durch bereits drei Turniersiege in dieser Saison hat sich Woods dafür in eine glänzende Ausgangsposition gebracht. Er müsste die British Open gewinnen, Luke Donald dürfte maximal Vierter werden.
Wenn es so käme, würde es ihn "nicht überraschen", erklärte Woods selbstbewusst. Aber überraschen lassen, sollte man sich im Royal Lytham and St. Annes ohnehin von gar nichts.





