Nach seinem Formel 1-Comeback fährt Michael Schumacher bereits seine dritte Saison für Mercedes, ob es eine Fortsetzung gibt, ist derzeit völlig offen. Das wird sich bald ändern, denn Mercedes drängt auf eine Entscheidung binnen sechs Wochen.
Fährt Michael Schumacher auch in der kommenden Saison in der Formel 1 oder nicht? Der Rekordweltmeister umkurvte eine Antwort bisher so geschickt wie die Rennstrecken dieser Welt zu seinen besten Zeiten.
Doch die Phase des Schweigens nähert sich dem Ende, denn sein Arbeitgeber Mercedes möchte die Personalie spätestens in der Sommerpause klären. "In den nächsten sechs Wochen müssen wir darüber nachdenken, was wir im kommenden Jahr machen wollen. Wenn diese Entscheidung gefallen ist, wissen wir, ob wir uns umschauen müssen oder die Fahrer behalten, die wir haben", sagte Teamchef Ross Brawn bei einem Fanforum im englischen Grove.
Es darf jedoch bezweifelt werden, ob Mercedes die Fäden bei dieser Frage tatsächlich in der Hand hat. Angeblich besitzt Michael Schumacher eine einseitige Option für die Fortsetzung seines Engagements.
Sein Kontrakt läuft am Saisonende aus. Zuletzt hatte der 43-Jährige noch um weitere Bedenkzeit gebeten, Brawn will aber nicht mehr lange warten. "Wir werden im Sommer eine Entscheidung treffen", sagte er. Ein Entschluss müsse "bald" fallen, fügte Brawn hinzu.
Schumacher glaubt noch nicht an Trendwende
Schumacher war 2010 nach dreijähriger Pause in die Formel 1 zurückgekehrt. Mit Mercedes wollte er nach einer Aufbauphase nach seinem achten Titel greifen. Dabei hatte er immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen.
Erst in Valencia war er zuletzt als Dritter erstmals nach 2093 Tagen wieder auf einen Podiumsplatz gefahren. Schumacher selbst wollte vor dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone deshalb aber nicht in Euphorie ausbrechen, zu oft wurde er in dieser Saison von Problemen an seinem Boliden überrascht. "Wir haben zu viele Rennen gesehen, die anders liefen als gedacht."
Di Resta statt Schumacher?
Schumachers Teamkollege Nico Rosberg hatte seinen Vertrag bereits vor der Saison langfristig verlängert. Ihm gelang danach in China sein erster Sieg. Dagegen hatte Schumacher immer wieder Pech mit technischen Problemen am Silberpfeil und fiel in der Gesamtwertung früh weit zurück. Vor dem neunten Saisonrennen am Sonntag in Silverstone rangiert er auf WM-Platz 13, Rosberg ist Fünfter.
Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry hatte die Diskussion um Schumachers Zukunft vor wenigen Wochen befeuert und Paul di Resta als möglichen Nachfolger ins Gespräch gebracht. Der Brite startet in der Formel 1 für Force India, davor fuhr er im Deutschen Tourenwagen Masters für Mercedes.
