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Ligue 1Serie APrimera DivisionPremier LeagueErgebnisseLive-Ticker
Datum: 01. Juli 2012, 13:33 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/mk
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Blanc tritt zurück: Deschamps Favorit auf Nachfolge

Blanc, EM 2012, Frankreich, Rücktritt
Laurent Blanc ist nicht mehr Nationaltrainer in Frankreich

Frankreich braucht nach der nur zweijährigen Ära von Laurent Blanc wieder einen neuen Nationaltrainer. Didier Deschamps gilt als Favorit auf den Posten. Wer es aber auch immer wird, in der Equipe Tricolore gibt es mal wieder viele Baustellen.

Das WM-Chaos in Südafrika ist noch in bester Erinnerung und eigentlich dachte man in Frankreich, diese Zeiten gehörten der Vergangenheit an. Doch in der Equipe Tricolore regiert schon wieder das Chaos. Trainer Laurent Blanc will nicht mehr, einige Spieler schrieben wieder negative Schlagzeilen und die Aufarbeitung dauert weiter an. Blanc lehnte ein Angebot zur Verlängerung seines auslaufenden Vertrags ab.

"In unseren Gesprächen ist es uns nicht gelungen, eine gemeinsame Basis für die Leitung des französischen Nationalteams zu finden", schrieb Blanc 48 Stunden nach erfolglosen Verhandlungen mit FFF-Präsident Noël Le Graët in einer Stellungnahme. "Er schließt das Kapitel der vergangenen zwei Jahre mit einem bitteren Geschmack", analysierte die Zeitung Le Dauphiné Libéré.

Platini bedauert Blancs Entscheidung

Bei der Frage des Nachfolger halten viele eine erneute Besetzung aus dem Weltmeister-Team von 1998 für die richtige Lösung. Auch UEFA-Präsident Michel Platini wünscht sich einen Trainer aus dieser Generation, Didier Deschamps gilt als Favorit. "Wenn Blanc geht, wäre Deschamps sicher ein guter Kandidat, wie andere auch. Er kennt den Laden ganz gut", erklärte Platini.

Als "wirklich schade" wertete Frankreichs Legende den Abgang Blancs, "die Mannschaft hat sich unter ihm weiterentwickelt." Im Anschluss an das Vorrundenaus bei der WM 2010 hatte Blanc das Amt von Raymond Domenech übernommen, sein Team blieb zeitweise in 23 Spielen nacheinander ungeschlagen. Während national immer noch Skepsis vorherrschte, wurden die Franzosen in internationalen Medien zum Geheimfavoriten erklärt - die Skeptiker sollten Recht behalten.

Bei der Euro 2012 erfüllten die Spieler durch den Einzug in das Viertelfinale gegen Spanien zwar die sportlichen Verbandsziele, der Rest erinnerte doch eher an Südafrika. Die Journalisten-Beleidigung von Samir Nasri war dabei nur das i-Tüpfelchen, denn auch sonst wirkte die Equipe alles andere als harmonisch. In einer Umfrage des "Journal du Dimanche" bekannte nur noch ein Fünftel der Befragten, dass es das französische Team sympathisch finde, vor der Euro waren es noch 56 Prozent. Er wolle seinen Spielern für ihr Engagement danken, schrieb Blanc trotzdem, "auch wenn nicht immer alles perfekt war".

Eine Liebesbeziehung ohne Happy End

Blanc ließ seine Zukunft offen, zuletzt wurde er immer wieder als neuer Coach bei Tottenham oder Inter Mailand gehandelt. Gerade bei den Spurs soll er nach der Entlassung von Harry Redknapp ganz oben auf der Wunschliste stehen, in Frankreich rechnen aber viele mit einer Auszeit von Blanc.

Chancenreicher erscheinen die Anbahnungen zwischen Deschamps und dem FFF. Deschamps sieht bei seinem derzeitigen Club Olympique Marseille keine Zukunft mehr, der 43-Jährige möchte seinen Vertrag aufgrund der Sparzwänge bei seinem Club nicht erfüllen. "Es ist unmöglich, unter diesen Bedingungen zu arbeiten." Unklar ist allerdings, ob OM seinen angesehenen Trainer freigibt und der französische Verband zur Zahlung einer Ablöse von 3,5 Millionen Euro bereit ist.

Sparmaßnahmen ließen schon die Gräben zwischen Verbandsboss Le Graët und Blanc wachsen, besonders die geforderte Reduzierung des Betreuerstabs verärgerte den "Präsident" genannten früheren Abwehrchef. "Eine große Verschwendung" nannte der ehemalige Bayern-Verteidiger Bixente Lizarazu das Aus Blancs, "keiner hat den ersten Schritt gemacht. Es ist ein wenig wie in einer Liebesbeziehung, in der man als erster "Ich liebe dich" sagen muss. Keiner hat es gesagt, und man sich trennt sich."

Platini unterstützt Nasri

Neben der Trainersuche, in der Omans Coach Paul Le Guen als Außenseiter gilt, stehen auch die weiteren Aufräumarbeiten vor dem Testspiel gegen Uruguay am 15. August und der anschließenden WM-Qualifikation erst noch bevor. Das Exekutivkomitee des Verbands könnte bei einem Treffen zu Beratungen ebenfalls ein Verfahren gegen Nasri und drei weitere Profis einleiten.

Dem Mittelfeldspieler von Manchester City, der seine wüste Beschimpfung eines Reporters inzwischen öffentlich bereut hat, droht nach Medienberichten eine Verbannung von bis zu zwei Jahren. "Wenn ich jedes Mal gesperrt worden wäre, wenn ich einen Journalisten beleidigt habe, hätte ich nicht viele Länderspiele gemacht", meinte Platini mit einem Augenzwinkern, "er muss bestraft werden, aber eine Sperre von zwei Jahren ist lächerlich."