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Nicht nur was die Erfolge anbelangt, sind sich die beiden sehr ähnlich. Auch menschlich und vor allem in der Art, wie sie ihren Job verrichten, ähneln sich die beiden, die zu ihrer jeweiligen Zeit beide als Wunderknaben galten bzw. gelten. Hier hat sich der allerdings etwas extrovertiertere Vettel einiges von seinem fast 20 Jahre älteren Vorbild abschauen können. Beide brennen vor Ehrgeiz, arbeiten akribisch an der eigenen körperlichen Fitness und bis spät in die Nacht auch an Verbesserungen am Auto.
Sie können sich, aber auch ihr Team mit ihrer direkten Art zum Maximum pushen. Hart, aber meistens fair. Davon profitierte einst Ferrari unter Schumacher, Vettel trieb Red Bull damit nach dem Durchhänger zu Saisonbeginn zurück zur Höchstleistung und legte den Grundstein für den dritten Titelgewinn 2012. Erfolg, aber nicht bei der Konkurrenz beliebt zu sein, ist ihr Antrieb. Beide nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, vorhandene Missstände aufzudecken. Schumacher lieferte sich einst legendäre Schlagabtausche mit Damon Hill und anderen Kollegen, Vettel geriet wiederholt mit Narain Karthikeyan aneinander.
Aber diesen gewissen Egoismus braucht es einfach, um in der Formel 1 erfolgreich sein zu können. Freundschaften unter Fahrern sind daher im Profi-Motorsport auch eher selten. Der altersmilde Schumacher und sein junger Nachfolger scheinen da eine positive Ausnahme zu sein. "Wenn man bedenkt, dass er gerade mal über 100 Grand Prix hat und schon die dritte Meisterschaft, kann man nur gratulieren. Es macht mich auch ein bisschen stolz, er ist ja ein Kumpel von mir", meinte Schumi.
Schumacher und Vettel: gemeinsamer Sieg beim Race of Champions?
Aber unter lebenden Legenden ist es natürlich auch leicht, gönnen zu können. Zumal Schumi, der Pionier selbst dann nicht in Vergessenheit geraten wird, sollte Vettel ihn tatsächlich dereinst auch nach WM-Titeln überholen. Sie werden in den Annalen und Ruhmeshallen des Sports gut nebeneinander existieren können, die Anerkennung ohne Probleme teilen können. So wie zum Jahresausklang vielleicht auch noch einmal den Sieg beim Race of Champions. In Bangkok will das deutsche Duo dort den Titel verteidigen. Schumi wird dann vielleicht noch einmal den Daumen zeigen können, Vettel seinen Zeigefinger - Altmeister und legitimer Nachfolger. Seite an Seite





