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Ist die Unerfahrenheit Ihrer Verteidiger entlarvt worden gegen abgezockte Italiener?
Löw: Im verlorenen WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien war es ein Eckball mit Kopfballtor. Jetzt hat bei den zwei Toren eine Kleinigkeit gefehlt. Unerfahrenheit würde ich das nicht unbedingt nennen. In einem Spiel auf so einem Niveau darf der eine oder andere Fehler nicht passieren. Beim ersten Tor hätten wir anders reagieren können. Nichtsdestotrotz hat Mats Hummels ein hervorragendes Turnier gespielt. Diese Flanke hätte man verhindern können, keine Frage. Aber ich möchte da jetzt keine Schuldzuweisung machen. Er hat seine Sache für sein erstes Turnier überragend gut gemacht.
Haben Sie sich taktisch zu sehr nach den Italienern gerichtet und die eigene rechte Seite dadurch zu brach liegen lassen?
Löw: Das war auch, weil Italien über die linke Seite nur Defensivspieler hatte. Ich wollte, dass Jérome Boateng ein bisschen weiter nach vorne rückt und die Abwehr ein bisschen auflöst. Wir waren schon auch relativ gut im Spiel und hatten mit Mesut Özil und Toni Kroos zwei zentrale offensive Spieler, die auch praktisch als zwei Zehnen agierten. Das war meine Idee. Das ist nicht zu hundert Prozent aufgegangen. Die Tore sind aber aus anderen Gründen entstanden. Die Idee, Pirlo und De Rossi im Mittelfeld so zu stören und selber von dort Akzente zu setzen, war nicht so falsch.
Haben Sie persönlich noch Worte an die Mannschaft gerichtet?
Löw: Nein, gestern Abend hat nur noch Wolfgang Niersbach, unser Präsident, einige Worte gesagt. Mit einzelnen Spielern musste man in der Kabine sprechen, sie aufrichten und trösten.
Werden Sie jetzt persönlich Ruhe suchen und flüchten vor allem?
Löw: Zur Ruhe kommen ist ganz gut. Man braucht einige Tage Abstand, um die Dinge einzuordnen. Ich bin mir nicht sicher, wann die Aufarbeitung stattfindet. Ein bisschen wird es schon brauchen.





