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Datum: 24. Juli 2012, 15:50 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Bayern Münchens Suche: Lars Bender, Nigel de Jong oder doch Javi Martinez?

Fußball,Sammer,Heynckes
Jupp Heyckes und Matthias Sammer diskutieren Verstärkungen

Bayern muss investieren: Im defensiven Mittelfeld herrscht Handlungsbedarf, genau wie auf der rechten Abwehrseite. Lars Bender wird aber nicht nach München wechseln, dafür erhöhten die Bayern das Angebot für Javi Martinez und buhlen um Nigel de Jong.

Dass Jupp Heynckes lernfähig ist und sich trotz fortgeschrittenen Alters auch noch in der modernen Fußball-Welt bestens zurechtfindet, bescheinigen ihm Beobachter spätestens seit er vor drei Jahren aus dem Ruhestand in die Bundesliga zurückkehrte, zuerst dem FC Bayern München die Champions League rettete und dann mit Bayer Leverkusen in der Bundesliga-Spitze mitmischte.

Die Arbeit mit jungen Leuten halte eben jung, wird gemeinhin gerne behauptet. Der Elan der Jugend färbt ab, im Fall von Heynckes betrifft das offenbar auch die modernen Kommunikationsmethoden. Jedenfalls entdeckte Bayer Leverkusen Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser vor einigen Tagen eine neue Fähigkeit seines ehemaligen Angestellten, die ihm in gemeinsamen Zeiten verborgen geblieben war und die jetzt für Ärger in der Bundesliga sorgte.

Rummenigge: Unverkäuflich? Gibt es nicht

"Ich bin erstaunt, dass Jupp Heynckes SMS schreiben kann", merkte Holzhäuser im Interview mit der BamS süffisant an, als er seiner Wut darüber Luft machte, dass Heynckes mit einem launigen Spruch über eine Kurznachricht an Bender nach dessen EM-Tor (laut welt.de: "Prima Leistung. Guter Einstand. Glückwunsch.") das Interesse der Bayern an einer Verpflichtung des noch bis 2017 bei Leverkusen unter Vertrag stehenden Bender entgegen aller Absprachen öffentlich machte.

Und, obwohl es von Seiten Leverkusens schon längst eine klare Absage gegeben hatte. Bender sei schließlich "unverkäuflich". Unverkäuflich? Das gibt es aber für Bayern München nicht. "Es gibt immer einen Preis", verkündete Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge laut kicker.de. Daher entscheide auch nicht der abgebende Verein über einen Transfer, sondern einzig und allein die Frage, "ob der FC Bayern bereit ist, diesen zu bezahlen".

Bender selbst hat sich aber mittlerweile ebenfalls klar positioniert. "Bayer 04 hat mir ganz deutlich gesagt, dass ich ein Eckpfeiler des Teams bin und man mich nicht abgeben wird", erklärte Bender auf der Bayer-Homepage. "Ich habe erst kürzlich meinen Vertrag in Leverkusen verlängert und will jetzt den nächsten Schritt mit Bayer 04 gehen. Damit ist absolut alles gesagt, ich möchte und werde mich an weiteren Spekulationen nicht beteiligen", betonte der EM-Teilnehmer.

Bayern muss auf Sechser-Position investieren

Aber die Bayern müssen investieren. Die letzte Saison hatte überdeutlich gemacht, dass gerade im defensiven Mittelfeld neben Bastian Schweinsteiger ein zweiter Leader fehlt, der zudem auch in der Lage ist, den "Emotional Leader" zu ersetzen, wenn dieser wie zuletzt verletzt fehlt bzw. schwächelt. Luiz Gustavo und Anatoliy Tymoshchuk waren dazu nicht in der Lage gewesen.

Nachdem das Buhlen um Javi Martinez zunächst an der Ablösesumme zu scheitern drohte, kommt nun auch in diese Personalie neue Bewegung. Nach Informationen der Sport Bild sollen die Bayern das Angebot für Athletic Bilbao mittlerweile auf 26 Millionen Euro erhöht haben, immer noch 14 Millionen unter der Forderung der Basken.

Bender war zwischenzeitlich besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Verletztenlage zum Favoriten erklärt worden, die für ein Vakkuum auf der rechten Abwehrseite der Münchner gesorgt hat. Rechtsverteidiger-Backup Rafinha wird den Saisonstart ebenso verletzt verpassen wie Linksverteidiger David Alaba.

Für den Bundesliga-Auftakt könnte das bedeuten, dass Philipp Lahm wieder auf links rücken könnte. Doch wer ersetzt ihn dann auf rechts? Da Jerome Boateng seine Stärken nicht unbedingt auf dieser Position hat, wäre auch hier Bender die passende Antwort, für den seine vielseitige Verwendbarkeit sprechen würde. Nun folgte aber die Absage aus Leverkusen, die auch Sportdirektor Rudi Völler gegenüber Sky Sport News HD bekräftigte.

Bayern auch an Nigel de Jong dran?

Deshalb sollen sich die Bayern auch nach weiteren Alternativen umsehen und sich laut telegraaf.nl bei Manchester City nach den Ablösemodalitäten für Sechser Nigel de Jong erkundigt haben. Der Niederländer hat beim Premier League-Meister noch einen Vertrag bis 2013. Will City noch Geld für de Jong bekommen, müssten sie ihn jetzt verkaufen. Sein Preis läge im Gegensatz zu Benders 25 Millionen Euro Gerüchten zufolge gerade einmal bei zehn Millionen.

Der 27-Jährige, der zwischen 2006 und 2009 bereits für den HSV in der Bundesliga spielte, wäre damit ein Schnäppchen. Allerdings auch weitaus weniger variabel einsetzbar, aber dank seiner, freundlich ausgedrückt, eher robusten Spielweise ein Typ von der Sorte Jens Jeremies, die Präsident Uli Hoeneß am Ende der vergangenen Saison so schmerzlich bei Bayern vermisst hatte. Ob Heynckes auch ihm schon gesimst hat? Die kommenden Tage bleiben also spannend.