Matthias Sammer wird in den Medien als harter Hund gefeiert, vor dem die Spieler Angst haben. Droht diese Fortsetzung des EM-Wahns, zur Sollbruchstelle der Bayern zu werden? Oder steht Sammer nur für gute Jugendarbeit? Und muss man mit den Neuen 4-4-2 spielen?
Der FC Bayern ist seit der ersten Juli-Woche wieder im Training. Wenn wir "der FC Bayern" sagen, dann meinen wir aber nicht Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez. Die haben natürlich noch Urlaub.
Als Lückenfüller des Sommerlochs haben die Verantwortlichen mit untrüglichem Timing Matthias Sammer präsentiert. Der neue Lizenzspielervorstand stellt dann auch eine unserer drei Baustellen dar. Also: Welche Fragen müssen beim FC Bayern in den kommenden Monaten noch beantwortet werden?
1) Matthias Sammer: Waren wirklich die "Alibis" das Problem des FC Bayern?
Wenn es darum geht, maximalen medialen Effekt zu erzielen, dann macht den Bayern keiner was vor. Pünktlich am ersten Tag nach der EM sickerte durch, dass Matthias Sammer vom DFB an die Säbener Straße wechselt, am Dienstag wurde er offiziell vorgestellt. Christian Nerlingers alles in allem glücklose Ära ist damit beendet, aber die neue Nominierung wirft Fragen auf.
Am Sportdirektor lag es ja nicht primär, dass Bayern drei Titelchancen in der vergangenen Saison vergab. Offensichtlich war der Kader im Prinzip gut genug, um um alle Titel mitzuspielen, nicht aber, die entscheidenden Schlüsselspiele zu gewinnen. Jupp Heynckes selbst sagte (vielleicht auch aus verständlicher Loyalität), dass es an Nerlinger am Wenigsten gelegen habe.
Gleichwohl ist die Verpflichtung Sammers das Eingeständnis, dass nicht alles passte am sportlichen Setup des Rekordmeisters. Was aber kann der neue Vorstand kurzfristig und was mittel- bis langfristig bewirken? Nach der guten Bilanz der DFB-Jugendarbeit in den letzten zehn Jahren, die zumindest teilweise Sammer zu verdanken ist, spricht einiges dafür, ihm das perspektivische Management des Clubs anzuvertrauen.
Warum seine Verpflichtung aber den Erfolg der Ligamannschaft beeinflussen sollte, ist uns nicht klar. Anderen Medien auch nicht, deshalb wird wieder voll auf die "Alles Kopfsache"-Schiene gesetzt. "Die Stars wissen nun sofort, dass sie in Sammer einen kompromisslosen Vorgesetzten haben", freute sich Karlheinz Wild im Kicker, und auf bild.de bestanden nur vier Profis den "Sammer-Check", der sich ausschließlich mit der "Einstellung" der Spieler beschäftigte (Gomez: "Keine Gier in den Augen"; Tymoshchuk: "Gilt als Weichling").





