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Von: Oliver Stein
Datum: 29. Juni 2012, 12:34 Uhr
Format: Artikel
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Barnes, Rivers und Drummond – der Rest

(Seite 4 von 5)

In seinem ersten Jahr bei den Kansas Jayhawks noch ein Ersatzspieler der dritten Reihe gewesen, machte Robinson in den letzten beiden Jahren riesige Sprünge und avancierte zum besten Mann des Teams. Nicht nur sind fast 18 Punkte und 12 Rebounds im Schnitt imposante Statistiken, vor allem seine Trefferquote, über das ganze Jahr bei knapp über 50 Prozent, ist ein sehr guter Wert. Darunter leidet jedoch oft seine Bereitschaft, auch in der Defensive 100 Prozent zu geben - was bei den Kings bereits in dieser Saison ein großes Problem für die Ansammlung an Jungstars zu sein schien.

Der junge Frontcourt der Kings mit Robinson, dem in der letzten Saison aus einem Tiefschlaf erwachten DeMarcus ''Boogie'' Cousins sowie Tyreke Evans gehört zu dem Aufregendsten, was die Liga unter 25 Jahren zu bieten hat – doch ob die Youngster endlich mal wieder für Erfolg in Kaliforniens Hauptstadt stehen können, vermag niemand zu sagen.

Barnes, Rivers und Drummond – der Rest

Und dann gibt es natürlich jedes Jahr noch die Fälle, in denen ein Spieler dachte, er wäre ein Top-5-Pick – nur um dann doch enttäuscht später gehen zu müssen. Ein solcher Fall ist sicher der oben erwähnte Harrison Barnes. Mit großen Vorschusslorbeeren von der Highschool gekommen, zeigte er in seinem Jahr am College einfach viel zu wenig und machte sich auch einen Ruf als unangenehmer, weil arroganter Mitspieler.

Um so besser sah er dann allerdings bei der Combine, einem für alle Clubs offenem Trainingscamp für College-Spieler, aus, so dass sich am Ende die Golden State Warriors freuen dürften, Barnes an Position sieben sozusagen als Schnäppchen bekommen zu haben. In die Vollgasoffensive der Warriors dürfte sich Barnes schnell einfinden – fraglich nur, wie lange der Frieden mit dem auf absolute Professionalität bedachten Coach Mark Jackson anhält.

Ein weiterer Fall von klar verschätzt findet sich jetzt bei den New Orleans Hornets wieder. Die hatten dank eines Trades auch den zehnten Pick in ihrem Besitz und entschieden sich für einen Spieler, an dem sich seit 12 Monaten die Geister scheiden. Nicht nur ist Austin Rivers der Sohn von Celtics-Coach Doc Rivers – er dürfte auch die gravierendsten Formschwankungen aller Top-Ten-Spieler durchgemacht haben.

Dachte man zwischenzeitlich nach Leistungen wie seinen 29 Punkten gegen North Carolina noch, Rivers könnte sogar unter den ersten fünf gewählt werden, machte ihm eine unterdurchschnittliche Leistung im ersten Spiel des Finalturniers einen Strich durch die Rechnung. Zu offensichtlich die Schwächen bei der oft überhasteten Schussauswahl, zu lasch seine Einstellung zur Defensive.

Und so wunderten sich doch einige Experten, als er als zehnter Spieler ausgewählt wurde. Doch eins ist klar: Sollte Rivers auch nur annähernd das Potenzial ausschöpfen können, was er andeutet, dürften sich die Hornets über ein Schnäppchen freuen. Ob Rivers seine Motivation dafür bei einem der schlechtesten Teams der letzten Saison findet, bleibt allerdings fraglich.

Und dann wäre da noch Andre Drummond. Von den Maßen her ein richtiger Center, sind alle seine Fähigkeiten, sowohl offensiv als auch defensiv, noch sehr verbesserungswürdig. 2,13 Meter groß, 2,30 Meter Armspannweite sowie imposante 127 Kilo auf der Waage – wären da nicht die diversen technischen Mängel sowie die Tatsache, dass sich Drummond nur extrem ungern korrigieren lässt, der 18-Jährige wäre sicher als einer der ersten drei gezogen worden. So dürfen sich die Detroit Pistons mit dem neunten Pick über ein Projekt freuen, dass entweder zu einem der besten Center der Liga werden kann – oder aber nach 3 Jahren wieder in der Versenkung verschwindet.

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