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Chancenlos war neben Martin und Froome auch Fabian Cancellara, im Zeitfahren eigentlich eine Bank. Doch der Schweizer, der als Titelverteidiger ins Rennen ging, laborierte nach seinem Sturz im Straßenrennen noch an den Nachwirkungen eines Schlüsselbeinbruchs im April. Nach dem Rennen, das Cancellara als Siebter abschloss, krümmte er sich mit großen Schmerzen auf der Straße. Auch Wiggins und Martin mussten sich erstmal auf dem Asphalt niederlassen, danach begann für den neuen Olympiasieger seine nicht enden wollende Gratulationstour.
Arndt: Stiller Jubel statt Stinkefinger
Bei Judith Arndt denkt der gut informierte Olympia-Zuschauer an die Spiele vor acht Jahren zurück, als die damals 28-Jährige nach dem Gewinn der Silbermedaille den Mittelfinger in die Kameras streckte, um gegen die Nicht-Nominierung ihrer damaligen Lebensgefährtin Petra Roßner zu protestieren. "Petra wäre Olympiasiegerin geworden", sagt Arndt noch heute im Brustton der Überzeugung.
In London blieb der Skandal aus, Arndt feierte ihre Silbermedaille im Zeitfahren im Stillen. "Ich bin sehr glücklich, bei meinen letzten Spielen noch mal eine Medaille geholt zu haben. Ich war etwas langsamer gestartet und habe viel Zeit am letzten kleinen Anstieg gutgemacht", sagte Arndt nach ihren fünften Olympischen Spielen.
Zu Gold reichte es nicht, weil die US-Amerikanerin Kristin Armstrong einfach zu stark war. Als vorletzte Starterin ging Arndt auf die Strecke, direkt dahinter folgte die Titelverteidigerin, die im Zeitfahren einfach nicht zu schlagen war. Über die 29 Kilometer holte Armstrong 15 Sekunden auf Arndt heraus, die sich aber immerhin vor der Russin Olga Zabelinskaya platzieren konnte.
Für Arndt sind die Spiele in London trotzdem noch nicht beendet, denn die Allrounderin startet ab Freitag auf der Bahn in der Mannschaftsverfolgung. "Wir sind sehr zufrieden und stolz, dass Judith eine Medaille geholt hat", sagte Radsport-Sportdirektor Patrick Moster, der zufrieden beobachten konnte, wie Arndt mit Armstrong und Zabelinskaya vor der Siegerehrung auf einem goldverzierten Thron vor dem Palast Heinrich des VIII warten durften.





