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3. 4) Der neue "Sportschau-Club" ist eine Verbesserung - nun gut, das war nicht schwer
Von: Daniel Raecke
Datum: 12. September 2012, 07:30 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
Diskussion:
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4) Der neue "Sportschau-Club" ist eine Verbesserung - nun gut, das war nicht schwer

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Das aber ist natürlich spekulativ, was lernen wir aus dem 2:1 in Österreich? Vor allem, dass es nicht nur darauf ankommt, "sein eigenes Spiel zu machen", wie landauf, landab als Lehre aus dem Italien-Aus bei der EM zu hören war. Löw habe sich zu sehr auf den Gegner eingelassen. Ohne detailliertere Beschreibung ist das aber fast so unsinnig wie die These, es habe am Nichtmitsingen der Hymne gelegen. Pauschal muss natürlich nicht jede Mannschaft immer "ihr Spiel machen", sondern ein Trainer muss die richtige Balance zwischen eigenen Stärken und der Reaktion auf die Stärken des Gegners finden, je stärker der Kontrahent ist, desto wichtiger ist es, diese ernst zu nehmen.

Nach den Problemen gegen Österreich müsste es darum gehen, warum Deutschland gegen das Pressing selten die richtigen Antworten fand - und nicht, warum Deutschland nicht einfach genauso gespielt hat wie immer. Im Ansatz waren die hohen, langen Bälle hinter die Viererkette gar nicht falsch gewesen, die immer mal wieder probiert wurden. Toni Kroos kann solche Bälle eigentlich spielen. Diagonalbälle in die Schnittstellen in die Laufwege von Marco Reus und Thomas Müller hätten angesichts von deren Schnelligkeit auch Sinn ergeben. Reus und Müller tauschten zwischenzeitlich die Seiten, aber selten nur bekamen sie aus dem Mittelfeld genau die Bälle, die sie brauchten. Die größten Chancen resultierten aus zwei Fehlpässen der Österreicher und einem auf plumpe Weise verschuldeten Foulelfmeter.

4) Der neue "Sportschau-Club" ist eine Verbesserung - nun gut, das war nicht schwer

Deutsche würden erst eine Bahnsteigkarte lösen, bevor sie einen Bahnhof stürmen, war Lenins Erklärung dafür, warum es in Deutschland nie eine Revolution geben werde. Die Tatsache, dass die Subventionierung von "Waldis WM-Club" und dessen Metastasen ohne eine echte Staatskrise über Jahre hinweg in aller Öffentlichkeit fortgesetzt werden konnte, gibt ihm im Nachhinein Recht.

Nachdem Waldemar Hartmann sich mit der ARD überworfen hat, gibt es nun nach Länderspielen ein neues Format mit dem nicht unbedingt unverwechselbaren Namen "Sportschau-Club", das von Mathias Opdenhövel moderiert wird. In der ersten Sendung waren Oliver Bierhoff, Ralf Rangnick und Franz Wohlfahrt zu Gast, und ich muss zugeben, minutenlang zugehört zu haben, worüber diskutiert wurde.

Natürlich ist es bitter, dass die bloße Tatsache, dass Sportler über Fußball reden, und nicht Comedians, Schauspieler und Hansi Müller, schon als Errungenschaft erscheint. Auch macht sich die Abwesenheit von plumpen nationalen Ressentiments (Holländer fahren alle Wohnwagen, Engländer haben schlechte Torhüter, Griechen können nicht mit Geld umgehen) im Gegensatz zu Hartmanns Machwerk auf erholsame Weise bemerkbar.

Tatsächlich gibt es, wenn man über die erste Freude hinaus ist, nüchtern betrachtet schon eine schlechtere Fußballtalkshow im deutschen Fernsehen - den Doppelpass. Und eine bessere - Sky 90. Dass die ARD nun nicht jenseits der Skala versucht, Humor und Fußball in einer Sendung zu verbinden, die weder lustig ist, noch etwas mit Fußball zu tun hat, sondern schon einmal mit ihresgleichen verglichen werden kann; dass man die Aussagen von Ralf Rangnick über die Schlüsselfiguren des deutschen Spiels debattiert anstatt Ede Geyers Analysen über Mesut Özils Körpersprache bei der Auswechslung - das ist schon mal ein guter erster Schritt.

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