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3a. Deron Williams - Brooklyn Nets
Die New Jersey Nets hatten sich die Sache gut überlegt. Zunächst musste ein Star her, dann sollte der Umzug nach Brooklyn folgen, dann vielleicht noch ein zweiter Star - und schließlich sollte schleunigst der Erfolg zu den Nets zurückkehren. Der erste Star wurde dann aber nicht Carmelo Anthony, sondern Deron Williams - und im Nachhinein könnte sich das als großer Glücksgriff für die Nets erwiesen haben.
Denn während Anthony in New York bei den Knicks keinen leichten Stand hat und seiner besten Form nun seit einem Jahr hinterher läuft, läuft es für Williams in den Momenten, in denen die Gesundheit mitspielt, prächtig. Immer wieder ließ der Point Guard trotz einer teilweise unterdurchschnittlichen Mannschaft sein Talent aufblitzen, wie bei seinen 57 Punkten im Spiel gegen Charlotte. Doch natürlich geht es genauso um das orchestrieren einer Offensive - und das Williams das mit vernünftigen Mitspielern kann, hat er jahrelang bei den Utah Jazz bewiesen, wo er zusammen mit Carlos Boozer ein schlagfertiges Duo bildete.
Auch defensiv ist Williams für einen Point Guard stark, sein Passspiel ist bei einem Karriereschnitt von 9.2 Assists pro Spiel mehr als gut und von der Freiwurflinie sowie in entscheidenden Schlussphasen gehört Williams zu den Besten der Liga. Einzig an seiner Trefferquote sowie seiner Wurfauswahl sollte er weiter arbeiten, doch der Druck, in jedem Spiel Topscorer sein und vor allem viele Würfe nehmen zu müssen, ist nun weg wie es auch in Utah war, wo er immer etwa 47 Prozent aus dem Feld getroffen hatte.
Und mit seinen neuen Spielgefährten in Brooklyn sollte das auch wieder so aussehen. Joe Johnson als Shooter, Humphries und Lopez unter dem Korb für Williams sicher ein großer Schritt in die Richtung, die er dachte mit den Nets eingeschlagen zu haben.
3b. Derrick Rose - Chicago Bulls
Eigentlich sollte es in dieser Kolumne ja um die besten Spieler der kommenden Saison gehen. Und da niemand weiß, wann und vor allem in welcher Verfassung Derrick Rose von seinem Kreuzbandriss wiederkehren wird, gibt es für den MVP von 2011 eben Rang 3b. Denn ohne Rose würde dieses Ranking natürlich unvollständig ausfallen.
Der erste Pick im Draft von 2008 hat die wohl steilste Karriere in der Liga gemacht. 2009 noch Rookie des Jahres, war er zwei Jahre später schon MVP der NBA. Seinen Club, die Bulls, führte er in jedem Jahr in die Playoffs und 2011 sogar bis ins Finale der Eastern Conference. Die Fans lieben ihn vor allem für sein Tempo, aber auch seine Coolness und sein Auge für die Mitspieler haben Rose zu einem der besten Guards der Liga werden lassen.
Doch seine Spielweise, die sich vor allem durch jede Menge Crossdribblings sowie Zick-Zack-Läufe durch die Zone auszeichnet, fordert immer wieder körperlichen Tribut. Vor allem, weil Rose sich und seinen Körper besonders in der Offensive niemals schonen würde. Waren es in den ersten Jahren die Fußgelenke, die immer wieder Probleme bereiteten, traf der Kreuzbandriss Rose besonders hart. Zumal viele die Bulls als härtesten Konkurrenten der Miami Heat im Osten der Liga sahen. Und so wird Rose sicherlich vor Motivation brennen, wenn er im Frühjahr wieder auf das Parkett darf - doch zu viel zutrauen sollte er sich vielleicht doch lieber nicht sofort.
Auf den Plätzen folgen dann Rajon Rondo (Boston Celtics) und Tony Parker von den San Antonio Spurs. Für Rondo sprechen vor allem seine exzellente Defense, sicher die beste aller Point Guards, sowie sein völlig uneigennütziges Passspiel, das ihn zum besten Assistgeber der Liga hat werden lassen. Doch eines vergisst er eben immer wieder - selber zu punkten. Selbst aus völlig freien Positionen lässt Rondo immer wieder einfache Würfe aus, und daran muss er arbeiten, will er in diesem Ranking eines Tages besser dastehen. Parker hingegen kann sowohl punkten als auch assistieren, hat die Erfahrung eines dreimaligen Champions - und ist vielleicht genau deshalb manchmal nicht mehr hungrig genug.
Das war es für diese Woche vom Basket Case, aber natürlich werden wir uns vor dem Beginn der Saison auch noch einem richtigen Team-Preview widmen. Denn die Vorfreude ist sicher bei allen Fans ähnlich groß - und in sieben Tagen geht es ja endlich wieder los!





