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Von: Daniel Raecke
Datum: 16. Mai 2012, 06:00 Uhr
Format: Artikel
Diskussion:
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2) Kehrt der Rassismus zurück?

(Seite 2 von 5)

Paradoxerweise erreichten die beiden Clubs aus Manchester nicht einmal das Achtelfinale, bei all ihrer Offensivstärke, während der Sechstplatzierte aus Chelsea nun im Finale steht - das immerhin als achter Premier League-Club der letzten acht Jahre, so dass sportliche Abgesänge noch voreilig erscheinen.

Aber es lässt sich nicht leugnen, dass den englischen Mannschaften in der vergangenen Saison eine gewisse taktische Raffinesse abging und sie zu naiv auftraten, wenn es auf den Kontinent ging. Beispiele dafür mögen Manchester Citys Niederlage in München sein, als die Engländer zunächst stark begannen, dann aber auch durch falsche Wechsel Roberto Mancinis ins Hintertreffen gerieten und am Ende verdient verloren. Oder Uniteds unfassbare und unentschuldbare Niederlage in Basel. Oder Arsenals Offenbarungseid in Mailand.

Ob diese mangelnde Konkurrenzfähigkeit der Beginn eines Trends ist oder eine kleine Delle in der jahrelangen englischen Dominanz, wird die kommende Saison zeigen. Inzwischen haben wir Zeit, einige weitere Fragen zu diskutieren, die die abgelaufene Spielzeit aufgeworfen hat.

2) Kehrt der Rassismus zurück?

Lange glaubte England, in Sachen Rassismusbekämpfung zu den Vorreitern in Europa zu zählen. Zu Recht. Nirgendwo war es früher selbstverständlich, dass Schwarze in der Nationalelf spielten, nirgendwo wurden rassistische Schmähungen in den Stadien konsequenter verfolgt. Die Empörung, wenn englische Profis etwa in Osteuropa Opfer rassistischer Beleidigungen wurden, war entsprechend groß.

In der abgelaufenen Saison gab es aber zwei besorgniserregende Gegenbeispiele, in denen Rassismus zwar nicht offen toleriert wurde, zwei große Clubs und ihre Fans aber mehr Wert darauf legten, die Täter zu verteidigen, als den Opfern zur Seite zu stehen. Luis Suarez, der Manchester Uniteds Patrice Evra beleidigt hatte und dafür von der FA für acht Spiele gesperrt wurde, weigerte sich nach Ablauf seiner Sperre, Evra vor dem Spiel die Hand zu schütteln.

Dennoch blieb Manager Kenny Dalglish, der wie die Mannschaft zuvor schon T-Shirts zur Unterstützung seines Spielers getragen hatte, bei seiner Verteidigung des Stürmers und attackierte stattdessen die Kritiker. Bis dahin hatte der Club stets erklärt, er halte Suarez für völlig unschuldig. Erst, als der Trikotsponsor und die amerikanischen Besitzer ein Machtwort sprachen, ruderten Dalglish und Suarez zurück und entschuldigten sich.

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