(Seite 2 von 2)
Viel wichtiger ist aber, dass Streich den Freiburgern innerhalb kürzester Zeit ihre Identität zurückgegeben hat. Unter Vorgänger Sorg, bei dem Streich als loyaler Co-Trainer alle Fehler mitgetragen hatte, aber auch schon unter Robin Dutt hatte sich das Team von den Zuschauern entfernt, Freiburg wurde nicht mehr als besonderer Club wahrgenommen, wo trotz aller Unterlegenheit ansehnlicher Fußball geboten und ein Abstieg immer mit einkalkuliert wurde.
Streich ist ein Freiburger Urgestein, arbeitet bereits seit 17 Jahren für den SC. Streich glaubt an die Eigengewächse und gibt ihnen eine Chance. Er stellt die Gemeinschaft über alles. Er nimmt sich selbst nicht wichtig. Und Streich in ein Fußballverrückter, der überzeugen kann. "Er war mein Trainer in der A-Jugend, und ich war der Chaot schlechthin", erinnerte sich der heutige Hamburger Dennis Aogo in der Badischen Zeitung. "Aber er hat mir die Augen geöffnet."
Dufner, aber auch Präsident Fritz Keller ("Warum bist Du nicht schon früher auf diese Idee gekommen?"), sind von der Streich-Lösung vollkommen überzeugt. Und schon sind wir wieder bei Volker Finke, der den damaligen Präsidenten Achim Stocker immer hinter sich wusste und eine Ära prägen konnte. Auch wenn Streich es nicht hören möchte, er könnte die nächste gestalten.
3) Bekommt der SC ein neues Stadion?
Wer sich in Freiburg nicht so gut auskennt, wird sich fragen, warum an der Dreisam überhaupt ein solches Thema aufkommt. Das Mage Solar Stadion ist gut gefüllt, aber nicht komplett ausgelastet, es hat Charme und passt zum Verein. Doch die Freiburger spielen mit einer Sondergenehmigung der DFL, das Spielfeld ist fünf Meter zu kurz.
Deshalb arbeitet die Stadt Freiburg mit dem SC an einer neuen Lösung, aber zeitnah wird sich am Status Quo wenig ändern. Geradezu absurd klingt die Machbarkeit eines Stadionumbaus, wo das Feld dann verlängert wird, die Kapazität wegen Protesten der Anwohner aber nur um um 1000 Zuschauer erhöht werden darf und die Bauzeit auf elf Jahre angelegt wurde.
Doch auch die anderen Standorte in Freiburg können nicht vollends überzeugen, mal fehlt es am Platz, um auch Trainingsplätze zu integrieren, an anderer Stelle wird die Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz kaum zu realisieren sein. Die DFL hat die Sondergenehmigung zwar jüngst verlängert, aber die Infrastruktur sei "im Bereich des Profifußballs insgesamt auf Dauer nicht zukunftsfähig". Eine Warnung, die die SC-Verantwortlichen aufgenommen haben, den Ball aber direkt an die Stadt weitergespielt haben. Der Druck wird größer in Freiburg.





