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Diese Möglichkeiten hätte Weinzierl auch gerne im Sturm. Sascha Mölders fällt nach einem Knöchelbruch lange aus, Sio konnte sich in Wolfsburg nicht ansatzweise durchsetzen und bei Bancé bestehen berechtigte Zweifel an der Fitness. Bleibt noch Torsten Oehrl, wie im letzten Jahr wird es in Augsburg wohl kaum Stürmer-Tore regnen.
2) Ist Markus Weinzierl der richtige Trainer?
Geht es nach Wettanbieter Tipico, ist Weinzierl mit einer Quote von 1:3,5 der Topfavorit auf die erste Bundesliga-Trainerentlassung der Saison. Diese Einschätzung war fast logisch, Weinzierl ist unerfahren, hat selbst nie in der Bundesliga gespielt und mit Augsburg einen Verein, der klar zu den Abstiegskandidaten gehört.
Doch bei genauerer Betrachtung raten wir, den Geldbeutel stecken zu lassen. Das liegt zunächst an den Strukturen in Augsburg, wo Präsident Walter Seinsch zwar als nicht ganz unschuldig gilt, wenn es um die Demission von Luhukay geht, zuvor wurde dem Trainer trotz einiger Anlaufschwierigkeiten aber stets der Rücken gestärkt.
Das Vertrauen von Vereinsseite ist erneut gegeben, immerhin bekam Weinzierl einen Dreijahresvertrag. In Regensburg hat Weinzierl bewiesen, mit einem kleinen Etat Erfolg haben zu können. Der Coach setzt auf Kommunikation, identifiziert sich total mit seinem Club und dem Kader, lässt wie andere moderne Trainer fast nur mit dem Ball trainieren, hat klare taktische Vorstellungen und hat zusammen mit Manager Paula früh für eine doppelte Besetzung aller Positionen gesorgt. Und wie wichtig die Erfahrung von Bundesliga-Einsätzen als Spieler ist, haben Jürgen Klopp und Thomas Tuchel gezeigt.
3) Hat sich Augsburg um eine große Stärke gebracht?
Als in der Rückrunde der vergangenen Saison in der ARD-Sportschau bei einem Heimspiel der Augsburger von der Anfield Road der Bundesliga gesprochen wurde, war die Stimmung in unserer Redaktion für einen Abend gerettet. Tatsächlich war die Stimmung bei Augsburger Heimspielen hervorragend, ein wichtiger Baustein für den Klassenerhalt.
Doch das Zusammengehörigkeitsgefühl im bayerischen Schwaben bröckelte, zu undurchsichtig waren die Umstände um Luhukays Aufgabe - in Augsburg kochte zum Saisonende die Volksseele. Doch mittlerweile ist wieder Ruhe eingekehrt, Präsident Seinsch hat das "Kommunikationsproblem" ausgeräumt und damit auch Manager Paula aus der Schusslinie genommen.
Das Interesse am Bundesliga-Fußball in Augsburg ist ungebrochen, mittlerweile wurde mit mehr als 18.000 verkauften Dauerkarten sogar der Rekord aus der vergangenen Saison gebrochen. Augsburg kann erneut die Überraschung der Saison werden, aber der Weg ist wieder sehr weit.





