(Seite 2 von 3)
Das kann man als mediales Gerede abtun, aber Sammer hat schon als TV-Experte bei Sky nicht gerade einen Bogen um populäre bis populistische Thesen gemacht, und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass er der Versuchung nicht widerstehen könnte, sich auf Kosten der Profis oder des Trainers zu profilieren, wenn die Mannschaft keinen Erfolg hat. Das nicht primär aus eigenem Antrieb, sondern weil die Berichterstattung zumindest bisher nahtlos an die "alles Versager"-Rhetorik gegenüber der deutschen Mannschaft bei der EM anschließt, der zufolge Sammer vermeintlich das Gegengift gegen das "Verlierer-Gen" sei.
Wenn Sammer sich auf seine eigentliche Aufgabe, die von Uli Hoeneß so umrissen wurde, konzentriert, also die Strukturen des Clubs im Jugendbereich professionalisiert und eine damit einhergehende Transferpolitik vertritt, dann kann seine Verpflichtung ein Goldener Griff werden. Die Sollbruchstellen sind aber zu erkennen.
2) Die Spekulationen um das Defensive Mittelfeld
Seit Wochen hört man vom Bemühen des FC Bayern um Javi Martínez von Athletic Bilbao, dessen vertraglich festgeschriebene Ablöse von 40 Millionen Euro den Münchnern jedoch zu teuer ist. Da sich die Verhandlungen, in die nun wohl auch Sammer involviert sein wird, noch hinziehen, bleibt Raum für Spekulationen.
Die wildeste von diesen fand in der spanischen Sport statt und besagte, dass Sami Khedira nach München wechseln würde, aber nur, wenn Bastian Schweinsteiger im Gegenzug nach Madrid ginge. Daran passt zwar, dass Schweinsteiger seinen Respekt vor José Mourinho schon früher nicht verhehlt hat, und auch der Trainer ein Fan des Spielers ist. Aber dass die Bayern so sehr von der negativen Berichterstattung über Schweinsteiger erfasst sein sollten, dass sie ihr bestes Eigengewächs der letzten 20 Jahre einfach so gehen lassen, das ist dann doch schwer vorstellbar.
Bliebe also Javi Martínez, der als defensiverer Sechser neben Schweinsteiger spielen könnte, aber auch in der Innenverteidigung denkbar wäre, wo er Jerome Boateng ersetzen könnte. Zunächst aber bestreitet der Baske erst einmal das Olympische Fußballturnier in London, und das nach der EM und einer hammerharten Saison mit Athletic - topfit käme er wohl nicht nach München, und Fitness wäre nach den Problemen, die Schweinsteiger zuletzt hatte, nicht das schlechteste Argument für diese Position.





